Ohrenschmerzen beim Kind

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Ohrenschmerzen beim Kind

Ohrenschmerzen bei Kindern stellen keine eigenständige Erkrankung dar. Stattdessen handelt es sich um ein Symptom, welches insbesondere bei Kindern häufig auftritt. Die Ursachen sind vielfältig und sollten stets von einem Arzt abgeklärt werden, um die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Ohrenschmerzen bei Kindern?

Statistisch gesehen leiden drei von vier Kindern innerhalb ihrer ersten drei Lebensjahre mindestens einmal unter Ohrenschmerzen. Diese differenzieren sich in ihrer Auftretensart. Sie können äußerlich, im Gehörgang oder im Bereich der Ohrmuschel entstehen. Bei den Ursachen kommen zahlreiche Gründe in Frage. Während es sich bei einigen um harmlose Begebenheiten handelt, können sich aus anderen schwerwiegende Konsequenzen entwickeln. Besonders häufig erscheinen Ohrenschmerzen in Kombination mit Erkältungen bei Kindern. Dabei sind die Beschwerden dazu in der Lage, das Allgemeinwohl insgesamt stark zu beeinträchtigen.

Ursachen

Kleinere Kinder sind häufig nicht dazu in der Lage, Ohrenschmerzen zu erkennen und sich zu äußern. Auffällig sind jedoch ein insgesamt weinerlicher Zustand und das Berühren der schmerzenden Region. In den meisten Fällen treten Ohrenschmerzen im Rahmen einer Entzündung auf. Diese betrifft insbesondere das Mittelohr und löst teilweise starke Schmerzen aus. Bakterien, Viren oder Pilzen ist es gelungen, ins Ohr einzudringen.

Bei Mittelohrenentzündungen sind häufig Bakterien oder Viren für die Beschwerden verantwortlich. Entzündungen im Bereich des äußeren Gehörgangs können durch Wundrose oder Gürtelrose ausgelöst werden. Neben einer direkten Infektion des Ohrs sind jedoch auch Entzündungen im Bereich von Gaumen, Mandeln und Ohrspeicheldrüsen dazu in der Lage, Schmerzen zu verursachen. Schnitte, Prellungen oder Schürfwunden können das Ohr äußerlich verletzen.

Innerlich ist eine Trommelfellperforation aufgrund spitzer Gegenstände nicht auszuschließen. Im Rahmen des Barotraumas wird das Ohr aufgrund von Druckwellen geschädigt. Diese entspringen sehr lauten Geräuschen oder zum Beispiel einem Schlag aufs Ohr. Vor allem bei kleineren Kindern kommt zudem ein Ohrverschluss in Frage, der durch Gegenstände oder einen Ohrenschmalztropf entstehen kann.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei Erwachsenen verblassen Ohrenschmerzen in der Regel innerhalb weniger Tage. Treten sie bei Kindern auf, sind sie hingegen immer ein Grund, einen Arzt zu konsultieren. Ohrenerkrankungen können sich negativ auf das Hörvermögen und somit ebenfalls auf die Sprachentwicklung auswirken. Unbehandelt können weitere Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere wenn Kinder zudem über Taubheit klagen oder Fieber aufweisen, sollte ein zügiger Gang zum Arzt erfolgen.

Bei der Diagnose werden zunächst die Schmerzen erfragt. Hier spielen Intensität, Dauer und Zeit des Auftretens eine wichtige Rolle. Aktuelle Infekte oder zurückliegende sollten ebenfalls erwähnt werden wie eventuell bestehende Grunderkrankungen. Des Weiteren existieren bestimmte Risikofaktoren wie Schwimmbadbesuche, welche nicht verschwiegen werden sollten. Um einen ersten Verdacht verifizieren zu können, wird das Ohr mithilfe einer Lupenoptik untersucht. Durch diese lassen sich oft bereits Mittelohrenentzündungen erkennen.

Ingesamt werden insbesondere Gehörgang und Trommelfell im Rahmen dieser Methode begutachtet. Des Weiteren erfolgt häufig eine Spiegelung des Nasenrachens. Durch ein CT können Störungen des Kiefers ausgeschlossen werden. Einen weiteren Teil der Diagnose bilden Hörtests und Blutuntersuchungen. Der Verlauf von Ohrenschmerzen ist sehr unterschiedlich und hängt maßgeblich von der zugrunde liegenden Ursache ab. In den meisten Fällen ist bei einer rechtzeitigen Behandlung jedoch nicht mit bleibenden Schäden zu rechnen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung hängt von der Ursache sowie der genauen Region ab. Liegen Entzündungen der äußerlichen Ohrmuschel vor, so werden diese mit Salben behandelt, die sich speziell gegen Bakterien oder Pilze richten. Bei den wenigsten Patienten muss eine Behandlung mit systemischen Antibiotika erfolgen. Infektiöse Erkrankungen des Gehörgangs werden meistens durch Ohrentropfen therapiert, die antibiotische oder antimykotische Eigenschaften aufweisen.

Konnte hingegen eine Mittelohrenentzündung diagnostiziert werden, müssen die Patienten zunächst spezielle Nasentropfen anwenden. Diese sind dazu in der Lage, die Schwellung abklingen zu lassen. Auf diese Weise kann die innere Belüftung des Ohrs wieder stattfinden. Ist die Infektion stark ausgebreitet, muss eventuell zusätzlich ein Antibiotikum zum Einsatz kommen. Insbesondere bei Kindern werden kleine Röhrchen in das Trommelfell gesetzt bei einem häufigen Auftreten von Mittelohrenentzündungen. Diese sorgen für eine Belüftung des Ohrs. Gleichzeitig können angesammelte Flüssigkeiten durch ein solches Röhrchen abfließen.

Verletzungen von Trommelfell, Gehörgang oder Ohrmuscheln verheilen in der Regel selbstständig. Normalerweise klingen die Beschwerden innerhalb von zwei Wochen ab. Ist dies nicht der Fall, kann das Trommelfell operativ durch ein künstliches ausgetauscht werden. Neben den Behandlungsmöglichkeiten des Arztes existieren zahlreiche Hausmittel, welche die Schmerzen bei Kindern lindern können. Zu diesen gehören Zwiebelwickel, Senfwickel oder Ohrendampf.

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Vorbeugung

Ohrenschmerzen können nur bedingt vorgebeugt werden. Weil Kinder eine kürzere Verbindungsröhre zwischen Rachen und Ohr aufweisen, gelingt es Bakterien besonders schnell, einzudringen und eine Entzündung auszulösen. So sollten Erkältungen früh therapiert und beim Schwimmen Ohrstöpsel getragen werden.

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