Hörtest

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Juli 2016
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Beim Hörtest (Audiometrie) wird mit verschiedenen Untersuchungsmethoden die Funktion des Gehörs geprüft. Dabei werden die Empfindlichkeit sowie das Auflösungsvermögen des Hörorgans erfasst, damit der HNO-Arzt nähere Informationen über das Ausmaß der Hörschädigung und deren Lokalisation erhält.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hörtest?

Bei einem Hörtest überprüft der Arzt die Funktionsfähigkeit des Gehörs. Hierfür kann er subjektive und objektive Tests anwenden. Der subjektive Hörtest kann nur bei wachen und ansprechbaren Patienten durchgeführt werden, die sich äußern können. Für eingeschränkte Patienten, beispielsweise bei einer Demenz oder Kleinkindern eignen sich die objektiven Testverfahren besser.

Mit dem Hörtest kann zudem zwischen einer Schallempfindungs- und Schallleitungsstörung unterschieden werden: Die Ursache für die Empfindungsstörung liegt im Innenohr oder Hörnerv. Bei der Leitungsstörung ist der Grund für die Schwerhörigkeit die Schallübertragung im äußeren Bereich des Ohrs oder im Mittelohr zu finden. Das Innenohr ist intakt, sodass der Ton, der durch die Schädelknochen übertragen wird, vom Betroffenen im erkrankten Ohr dadurch lauter gehört wird.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete des Hörtests:

Meist dient der Hörtest dazu, eine Hörstörung festzustellen. Je früher diese erkannt wird, desto besser ist es. Bei einem auffälligen Testergebnis erfolgt zusätzlich eine Hirnstammaudiometrie. Schon für Babys gibt es Hörhilfen. Dies ist auch wichtig, da nur Kinder, die gut hören, auch richtig sprechen lernen. Generell dient der Hörtest der Diagnose von Krankheiten im Bereich der Hörorgane, beispielsweise eine beginnende Schwerhörigkeit oder eine Altersschwerhörigkeit. Nach verschiedenen Krankheiten, zum Beispiel einer Mittelohrentzündung, einer äußeren Ohrenentzündung oder einem Drehschwindel, wird mit einem Hörtest festgestellt, ob eine Beeinträchtigung des Hörvermögens vorliegt und wenn dem so ist, wie stark.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Für die Überprüfung des Gehörgangs stehen zahlreiche Untersuchungsverfahren zur Verfügung, bei denen zwischen subjektiven und objektiven Tests unterschieden wird. Bei ersterer Methode muss der Patient mitarbeiten, während Letzterer ohne eine aktive Mitarbeit des Patienten erfolgt.

Zu den häufigsten subjektiven Hörtests gehören:

Zu den objektiven Tests gehören:

  • Impedanzaudiometrie wie Tympanometrie
  • otoakustische Emissionen
  • Hirnstammaudiometrie

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Der Hörtest ist eine einfache und ungefährliche Untersuchung, sodass der Patient im Anschluss keine Vorsichtsmaßnahmen beachten muss. Der Arzt kann in der Regel direkt nach der Untersuchung eine Diagnose stellen und dem Betroffenen den Befund erklären. Für den Fall, dass eine Hörschädigung festgestellt wird, erläutert der Arzt die Möglichkeiten der Behandlung, zum Beispiel die Anwendung eines Hörgeräts.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Die verschiedenen Untersuchungsverfahren, die dem Arzt beim Hörtest zur Verfügung stehen, unterscheiden sich im Ablauf:

1. Weber- und Rinne- Test (subjektiv) Beim Weber-Test wird dem Patienten eine schwingende Stimmgabel auf den Scheitel oder die Stirn gesetzt. Der Ton der Stimmgabel wird von den Knochen des Schädels in beide Innenohren weiter geleitet. Ein Gesunder hört den Ton mittig des Kopfes. Es ist aber auch möglich, dass er beidseitig schwerhörig ist. Liegt eine einseitige Hörstörung vor, nimmt der Betroffene den Ton auf einer Seite lauter wahr. In dem Fall ist entweder auf diesem Ohr die Schallleitung oder auf der Gegenseite die Schallempfindung geschädigt.

2. Sprachaudiometrie (subjektiv) Bei der Sprachaudiometrie handelt es sich um den einzigen Hörtest, mit dem das Verstehen von Wörtern überprüft wird. Das heißt, dass es hierbei nicht um die Fähigkeit geht, eine bestimmte Lautstärke wahrzunehmen, sondern bei verschiedenen Nebengeräuschen die Sprache noch zu verstehen. Über einen Kopfhörer werden dem Patienten Wörter oder Zahlen vorgelesen. Die entsprechende Anzahl der verstandenen Zahlen oder Worte wird als Prozentwert in ein Sprachaudiogramm eingetragen.

3. Tonschwellenaudiometrie (subjektiv) Bei diesem Hörtest, bei dem jedes Ohr einzeln getestet wird, werden dem Patienten über einen Kopfhörer und Tongenerator Töne in verschiedenen Frequenzen (Höhen) vorgespielt. Diese variieren in der Lautstärke und beginnen bei leise. Der Betroffene berichtet, sobald er den Ton hört. Dieser Wert ist die Hörschwelle. Zusammen mit der hörbaren Frequenz werden die unterschiedlichen Tonhöhen in ein Tonaudiogramm eingetragen, sodass anhand dessen der Befund gestellt werden kann. Die Tonaudiometrie bietet sich für eine einseitige Hörstörung an.

4. SISI-Hörtest (subjektiv) Der SISI-Test ist für beidseitige Störungen der Innenohren geeignet. Der Arzt überprüft mit einem Audiometer das Unterscheidungsvermögen für Lautstärkeveränderungen. Das Gerät erhöht alle fünf Sekunden die Lautstärke und der Patient gibt stets an, wenn er den Ton lauter wahrnimmt.

5. Impedanzaudiometri (objektiv) Bei einer Impedanzaudiometrie wird der akustische Widerstand des Trommelfells gemessen. Mit diesem Hörtest können Mittelohrschädigungen diagnostiziert werden, beispielsweise Trommelfellrisse. Der Arzt streckt den Gehörgang, indem er an der Ohrmuschel leicht nach hinten zieht. Anschließend führt er eine Gehörgangssonde ein, die aus einem Lautsprecher, Mikrofon und Druckschlauch besteht. Mit der Sonde wird der Gehörgang nach außen abgedichtet. Sie registriert, nachdem sie einen Ton abgegeben hat, den zurückgeworfenen Schall. Der Arzt kann mit diesem Hörtest den Druck im Innenohr prüfen.

6. Otoakustische Emissionen (objektiv) Als otoakustische Emissionen werden leiseste, nicht hörbare Töne bezeichnet, die aus den Ohren abgegeben werden und an den äußeren Haarzellen entstehen. Der Arzt führt in den Gehörgang eine Reiz- und Messsonde ein, die leise klickende Geräusche abgibt und die in das Innenohr geleitet werden. Die äußeren Haarzellen reagieren darauf und geraten in Schwingung. Dabei entstehen Töne, die an den Gehörgang des Patienten abgegeben und registriert werden. Wenn kein oder lediglich ein sehr schwaches Signal wahrgenommen wird, kann dies darauf hindeuten, dass eine Störung der Sinneszellen vorliegt.

7. Hirnstammaudiometrie (objektiv) Bei der Hirnstammaudiometrie bekommt der Betroffene über einen Kopfhörer spezielle Klicktöne vorgespielt. Dabei misst ein Elektroenzephalogramm über am Kopf angebrachte Elektroden die Hirnaktivität. Die Kopfbehaarung muss hierfür nicht abrasiert werden. Über Kopfhörer werden dem Patienten verschiedene Töne eingespielt, die Reize an das Hörzentrum weitergeleitet und dort verarbeitet. Von den Elektroden wird die entstehende Hirnaktivität gemessen. Die Hirnstammaudiometrie kann ebenso bei einem schlafenden, narkotisierten oder komatösen Patienten angewendet werden.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Wenn ein Patient beim Hören Probleme hat, werden die Kosten für den Hörtest von den Krankenkassen übernommen. Seit einigen Jahren wird bereits bei den Neugeborenen ein so genanntes Hörscreening durchgeführt und erstattet. Dient der Hörtest lediglich als Vorsorge, muss er vom Patienten selber bezahlt werden.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Ganz gleich, welcher Hörtest angewendet wird, für den Patienten ergeben sich keine Risiken, Nebenwirkungen oder Schmerzen. Die Behandlungen sind ebenso unkompliziert und einfach durchzuführen.

Durch eine unzureichende Mitarbeit des Betroffenen kann es bei den subjektiven Tests lediglich zu einem falschen Ergebnis kommen, sodass eine eventuell vorliegende Hörstörung in diesem Zusammenhang nicht erkannt und behandelt wird.

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