Eiter im Ohr

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Juli 2017
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Schmerzhafte Auffälligkeiten, Störungen des Hörvermögens und Eiter im Ohr gehören zu den Beschwerdebildern, welche sowohl bei kleinen Kindern als auch bei Erwachsenen unterschiedlicher Altersgruppen auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eiter im Ohr?

Bei Eiter im Ohr handelt es sich um einen Vorgang, der auf bakteriellen Erregern beruht. Hinter dem Begriff Eiter verbirgt sich ein natürliches Abbauprodukt, welches durch die immunisierenden Kräfte des Organismus verursacht werden.

Eiter im Ohr, in der medizinischen Fachsprache auch als Pus im Ohr bekannt, entsteht durch die Zersetzung von Gewebe und den an der Immunabwehr beteiligten Leukozyten (weiße Blutkörperchen), zu denen in der Regel die Lymphozyten gehören. Bei Eiter im Ohr handelt es sich um einen Prozess, der als Eiterung oder eitrige Absonderung bezeichnet wird.

Ursachen

Wie jeder Erkrankung, die mit einer Eiterbildung einher geht, so können auch für Eiter im Ohr ganz unterschiedliche auslösende Kriterien in Frage kommen. Neben einer Entzündung des Gehörgangs oder einer Otitis externa kann ebenfalls eine Mittelohrentzündung oder Otitis media sowie Verletzungen und Fremdkörper diese Reaktion bedingen.

Erweitert werden die Kausalitäten bei Eiter im Ohr durch die Innenohrentzündung. Manchmal sind es ebenfalls Irritationen der Haut, welche durch Reibung verursacht werden und sich als eitriger Pickel oder Abszess erweisen.

Diese entzündlichen Vorgänge, die mit Eiter im Ohr verbunden sind, werden von Bakterien verursacht. Auch verschiedene Viren und Pilze, die zum Beispiel durch das Eindringen von Wasser in das Ohr gelangt sind, gelten als Verursacher von Eiter im Ohr. Es gibt zudem auch eine Bandbreite an Allergien, minimalste Verletzungen und Stoffwechselkrankheiten, von denen Eiter im Ohr ausgehen kann.

Bei einer Mittelohrentzündung sammelt sich hinter dem Trommelfell Eiter an. Dieser verursacht starke Ohrenschmerzen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Eiter im Ohr ist immer ein Anzeichen für eine Entzündung. Kommt es im Innenohr zu einem eitrigen Ausfluss, so liegt in den meisten Fällen eine einfache Mittelohrentzündung vor. Eine solche Entzündung muss nicht zwingend von einem Arzt behandelt werden, sofern die Entzündung innerhalb von zwei bis vier Tagen abklingt.

Kommt es nach dieser Zeit weiterhin zu einem eitrigen Ausfluss, so sollte auf die Einnahme von Antibiotika zurückgegriffen werden. Tritt danach auch keine Besserung ein, so sollte dringend der Rat eines Arztes aufgesucht werden. Aus einer vermeintlich harmlosen Mittelohrentzündung kann nämlich eine gefährliche Infektion entstehen.

Tritt zuzüglich zum Eiter auch Blut aus dem Innenohr aus, so ist dies ein Anzeichen für ein beschädigtes Trommelfell. Kann der Eiterausfluss aus dem Mittelohr nicht richtig abfließen, so baut sich ein Innendruck im Ohr auf. Dieser Druck kann bis zu einem Trommelfellriss führen.

Treten also bei einer Entzündung sehr starke und ungewöhnliche Schmerzen auf, so sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Generell gilt: Eine Entzündung im Ohr sollte nicht unbehandelt bleiben. Entzündungshemmende Medikamente sollten von Anfang an eingenommen werden. Verstärkt sich der eitrige Ausfluss, so sind dringend weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Diagnose und Verlauf

Der Verlauf, bei dem sich Eiter im Ohr ansammelt oder einfach durch die Ohrmuschel abfließt, ist durch verschiedene unangenehme Symptome gekennzeichnet. Das es sich bei Eiter im Ohr vorrangig um eine Infektion und eine Entzündung handelt, sind die typischen Beschwerden die Erwärmung, eine Rötung und eine Schwellung sowie Ohrenschmerzen.

Da sich Eiter im Ohr nicht in jedem Fall äußerlich manifestiert, bedarf es einer gezielten Diagnostik. Bei diesen Maßnahmen stützt sich der allgemeine oder der Hals-Nasen-Ohrenarzt auf spezielle Instrumente. Eine Begutachtung des Gehörganges durch eine Untersuchung mit einem sogenannten Ohrenspiegel bringt bei Eiter im Ohr zunächst erste Klarheit.

Erweist sich die intensive Betastung des Ohrknorpels als schmerzhaft, treten im Gehörgang eitrige oder blutige Beläge oder Beeinträchtigungen des Hörvermögens auf, können dies wichtige Hinweise auf Eiter im Ohr sein. Auch ein anhaltendes Jucken des Gehörganges und massive Rötungen sind ein Anhaltspunkt für Eiter im Ohr.

Komplikationen

Befindet sich Eiter im Ohr ist das meist eine akute Mittelohrentzündung der Grund. Sie ist meist das Ergebnis einer viralen oder bakteriellen Infektion im Bereich der oberen Atemwege, die sich dann in das Mittelohr ausbreitet. Seltener gelangen Krankheitserreger durch das perforierte Trommelfell. Bei einer Mittelohrentzündung schwillt meistens die sogenannte Eustachische Röhre (= Ohrtrompete) zu, die eine Verbindung zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum bildet. Dadurch kann es nicht mehr zu einem Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umwelt kommen, es entsteht ein Unterdruck im Mittelohr. Es bildet sich dadurch vermehrt ein Sekret, welches sich im Mittelohr ansammelt und ein perfekten Nährboden für Bakterien bildet, die sich unter den Umständen weiter vermehren können.

Starke Ohrenschmerzen mit einer Beeinträchtigung des Hörvermögens sind die Folge. Immer mehr Eiter sammelt sich dadurch an, der jedoch nur erschwert durch die geschwollene Ohrtrompete abfließen kann, ein immer größerer Druck baut sich auf, der das Mittelohr und vor allem das Trommelfell belastet, welches einreißen kann, damit der Eiter abfließt. Das Trommelfell kann dabei vernarben und es kommt so zu dauerhafter Hörschädigung. Weitere Komplikationen sind zum einen die gefürchtete Mastoiditis, eine Entzündung des knöchernen Warzenfortsatzes am Schläfenbein. Die Entzündung kann sich außerdem auf die Hirnhäute oder das Hirn ausbreiten, Meningitis und Hirnabszesse sind die Folgen, die mit Lähmungserscheinungen einher gehen können. Das Innenohr kann ebenfalls betroffen sein, es entstehen so eventuell eine Innenohrtaubheit oder unangenehme Ohrgeräusche.

Behandlung und Therapie

Für die Behandlung von Eiter im Ohr kommen in Abhängigkeit von den Ursachen ganz unterschiedliche Varianten in Betracht. Wenn es sich zum Beispiel um eine Entzündung des Gehörganges handelt, bei der Eiter im Ohr entstanden ist, kann nur eine operative Entfernung des Eiters hilfreich sein. Im Gegensatz dazu kann Eiter im Ohr durch eine Mittelohrentzündung wesentlich einfacher beseitigt werden.

Es genügt, den Abfluss von Eiter im Ohr durch das Einbringen eines kleinen Röhrchens zu ermöglichen. Diese Behandlungsmöglichkeit erfüllt zwei Funktionen: Zum einen kann Eiter im Ohr kontinuierlich abfließen und zu anderen wird der Heilungsprozess des Mittelohres durch eine bessere Belüftung forciert. Furunkel im Ohr, welche sich durch das unsachgemäße Säubern der Ohren oder durch eine Infektion manifestiert haben, führen ebenfalls zu Eiter im Ohr.

Neben der Verabreichung von antibiotischen und entzündungshemmenden Arzneistoffen kann das Einbringen von Salben mit Kortison Linderung bringen. Staut sich Eiter im Ohr in den Furunkeln an und verursacht dadurch Schmerzen, muss der Eiter chirurgisch mit dem Furunkel entnommen werden. Schon die operative Eröffnung des Furunkels kann in den meisten Fällen genügen, damit Eiter im Ohr von selbst herausfließen kann.



Aussicht und Prognose

Eiter im Ohr entsteht in den meisten Fällen durch eine bakterielle Infektion. Der Krankheitsverlauf ist nur sehr schwer vorherzusagen, da dieser sehr stark davon abhängig ist, ob eine Behandlung stattfindet. Ist eine Eiteransammlung im Ohr zu erkennen, dann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu starken Schmerzen im Ohr kommen. Findet keine Behandlung durch einen Arzt statt, dann werden sich die bestehenden Schmerzen deutlich verschlimmern. Unter Umständen kann sich eine solche Infektion im gesamten Körper ausbreiten, sodass es zu einem bakteriellen Infekt kommt. Dabei treten Kopfschmerzen, eine erhöhte Temperatur, Übelkeit oder Erbrechen auf.

Wer bei Eiter im Ohr frühzeitig einen Arzt aufsucht, der kann die gerade genannten Komplikationen vermeiden bzw. effektiv bekämpfen. Durch entzündungshemmende Wirkstoffe wird die Entzündung gelindert, sodass die Produktion von Eiterflüssigkeit gedämmt wird. Innerhalb weniger Tage dürfte die betroffene Person eine deutliche Besserung vernehmen können. Liegt bereits eine Infektion vor, so ist natürlich eine Behandlung durch einen Arzt unausweichlich. In besonders schlimmen Fällen kann es sogar zu einem grippalen Infekt kommt, sodass bei älteren Personen akute Lebensgefahr bestehen kann. Eiter im Ohr kann einen vielseitigen Krankheitsverlauf nehmen.

Vorbeugung

Um Eiter im Ohr zu vermeiden, ist es ratsam, einzelne recht einfach umzusetzende vorbeugende Regeln zu realisieren. Gerade bei Kleinstkindern ist es wichtig, darauf zu achten, dass diese nicht in Zugluft sitzen. Das Tragen einer Kopfbedeckung ist sowohl im Sommerwind als auch in kalten Jahreszeiten obligatorisch.

Werden die Ohren gesäubert, muss eine besondere Achtsamkeit im Vordergrund stehen. Damit sich kein Eiter im Ohr durch Verletzungen oder das Zurückschieben von Ohrenschmalz in den Gehörgang sowie in die inneren Bereiches des Ohres ergibt, ist schonend vorzugehen.

Gibt es Probleme mit dem Reinigen der Ohren, kann dies auch ein Mediziner übernehmen, damit kein Eiter im Ohr ausgelöst werden kann. Bei Unsicherheiten sollte nur das Außenohr gereinigt werden. Bei Kleinkindern und auch bei Erwachsenen sollten möglichst keine Fremdkörper ins Ohr eindringen. Dies können auch Stäube sein, die zu Eiter im Ohr führen.

Bücher über Ausfluss aus dem Ohr

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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