Nackenverspannung mit Schwindel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Juli 2017
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Immer mehr Menschen sind durch andauernden Stress von Nackenverspannungen mit Schwindel betroffen. Diese schmerzhaften Verhärtungen gehen häufig mit Schwindelgefühlen und Kopfweh einher. Das zeitweise Schwanken beunruhigt Betroffene sehr, jedoch stecken in der Regel keine ernsthaften Erkrankungen dahinter. Abhilfe schaffen eine gesunde Körperhaltung, körperlicher Ausgleich und bewusste Entspannungseinheiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nackenverspannung mit Schwindel?

Nackenverspannungen werden oft von Schwindel und Kopfweh begleitet. Die verhärteten Muskeln führen zu ziehenden oder stechenden Schmerzen und reagieren empfindlich auf Druck. Oft ist zudem die Bewegung des Kopfes eingeschränkt. Der Schwindel äußert sich hauptsächlich als Schwankschwindel, was beim Betroffenen die Angst vor einem Sturz auslöst. Schwindelattacken können mit Übelkeit und Ohrensausen einhergehen. Bei starker Ausprägung der Symptome sollte der Arztbesuch nicht länger aufgeschoben werden.

Ursachen

Meist gehen die Schwindelgefühle mit Begleitsymptomen wie Kopfweh, Schmerzen der Nacken-Hinterkopf-Schulterregion einher. Dahinter steckt in der Regel eine falsche Körperhaltung, bedingt durch langes Sitzen am Arbeitsplatz, die zu Verspannungen der Muskulatur im oberen Rücken, im Nacken und dem Hinterkopf führt. Wenn die entsprechenden Muskelgruppen nicht durch regelmäßige Bewegung gestärkt werden, verkümmern sie. Das macht sie anfälliger für Verkrampfungen und Verhärtungen.

Durch die stark angespannte Muskulatur können Blutgefäße im Hals eingeengt werden, wodurch die Blutzufuhr zum Gehirn eingeschränkt ist. Dadurch steht ihm nicht mehr ausreichend Sauerstoff zur Verfügung. Folge: Schwindel. Zudem erhält das Gehirn bei starken Nackenverspannungen keine schlüssigen Bewegungsinformationen mehr, da die Knötchen auf die Rezeptoren in der Muskulatur drücken, die für die Wahrnehmung von Positionen von Gegenständen im Raum verantwortlich sind. Auf die Art entsteht ein Schwank- oder Dreh-Schwindel, meist ein Schwankschwindel. Der Betroffene wird unsicher beim Gehen und befürchtet zu stürzen. Neben Bewegungsmangel kommen Stress und psychische Belastungen als Ursache von Nackenverspannungen mit Schwindel in Frage. Denn: Dauerhafte seelische Anspannung überträgt sich irgendwann auch auf den Körper. Besonders auf die Schulter-Nacken-Hinterkopf-Partie. Auch eine Angstproblematik kann hinter den Beschwerden stecken. Ängste führen im Körper zu einem Alarmzustand. Dauert dieser länger an, verkrampft und verspannt sich die Muskulatur.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einer Nackenverspannung mit Schwindel ist ein Arzt aufzusuchen, sobald die Beschwerden über mehrere Tage oder Wochen anhalten. Kommt es zu weiteren Symptomen wie Ausfälle des Bewusstseins, Schmerzen, Beeinträchtigungen des Sehvermögens oder Durchblutungsstörungen, ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Der Betroffene kann mit leichten Dehnungsübungen oder entspannenden Bädern selbst etwas gegen die Nackenverspannung unternehmen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass aufgrund des Schwindels nur langsame Bewegungen vorgenommen werden. Hilfreich ist ebenfalls eine leichte Nackenmassage. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand durch die ergriffenen Maßnahmen, ist unverzüglich ein Arzt zu kontaktieren.

Hat der Betroffene durch den Schwindel Gangschwierigkeiten oder ist es ihm nicht möglich, ohne Hilfe zu laufen, benötigt er einen Arzt. Breitet sich die Verspannung aus oder nimmt der Schwindel zu, sollte ein Arzt konsultiert werden. Kommt es zu Erbrechen oder Übelkeit, liegen weitere Erkrankungen vor, die abgeklärt werden müssen. Stellen sich die Beschwerden nach dem Nachtschlaf ein, müssen die Schlafbedingungen verändert werden. Ein Arzt kann dabei hilfreiche Tipps geben, wenn die eigenen Vorkehrungen nicht ausreichend sind.

Leidet der Betroffene aufgrund der Verspannung unter einer Schiefhaltung des Rückens oder Beckens, benötigt er einen Arzt. Es drohen dauerhafte Schäden der Skelettmuskulatur oder Probleme der Knochen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Diagnose und Verlauf

Bei länger andauernden oder oft auftretenden Schwindelattacken sollte unbedingt ein Arzt zurate gezogen werden. Ansprechpartner ist neben dem Hausarzt der Orthopäde. Der Facharzt kann neben Bandscheibenvorfällen und Halswirbelsyndromen auch andere Ursachen diagnostizieren. Meist berichten Betroffene mit Nackenverspannungen von einem Schwankschwindel, der mit einer Gangunsicherheit einhergeht. Dieser Zustand kann mehrere Minuten bis Stunden andauern. Wenn der Arzt keine ernsthafte Erkrankung als Erklärung findet, rühren die Beschwerden von einer verspannten Nacken-Hinterkopf-Region her.

Bei psychisch bedingtem Schwindel in Folge von chronischer Überlastung oder einer Angststörung kann die Vorstellung bei einem Psychotherapeuten hilfreich sein. Darin können alte Verhaltensmuster abgelegt und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen einstudiert werden. Auf die Art ist den zugrundeliegenden Ursachen der Angst beizukommen. Bei Nackenverspannungen lassen sich im Bereich des Halses feine Knötchen unter der Haut ertasten. Wird auf diese Stellen Druck ausgeübt, schmerzen sie sehr stark.

Neben den weit verbreiteten stressbedingten Nackenverspannungen, können aber auch Abnutzungserscheinungen wie Arthrose oder Osteoporose die Beschwerden auslösen. Ebenso sind zuweilen Fehlstellungen der Wirbelsäule, sogenannte Skoliosen, für Nackenverspannungen verantwortlich. Eine Diagnose kann in diesem Fall mit Hilfe bildgebender Verfahren, wie dem MRT (Magnetresonanztherapie) erfolgen. Auch Probleme am Kiefergelenk wie Fehlstellungen am Gebiss oder ständiges starkes Zusammenpressen des Kiefers können zu Nackenverspannungen und Schwindelgefühlen führen. Hier kann ein Zahnarzt weiterhelfen.

Komplikationen

Bei einer Nackenverspannung mit Schwindel drohen Verwirrtheitszustände. Es besteht die Gefahr, dass die Symptome mit anderen Erkrankungen verwechselt werden und die Ursache erst spät erkannt wird. Die Beschwerden können zu Schmerzen im Mundraum sowie Kiefer führen. Darüber hinaus stellen sich häufig Kopfschmerzen ein und es kommt zu Unterbrechungen des Sehvermögens. Die Verspannungen führen zu einer Beeinträchtigung der Bewegungsmöglichkeiten. Eine Schiefstellung des Rückens sowie des Beckens sind möglich. Dadurch können sich dauerhafte Schäden des Skelettsystems entwickeln. Zusätzlich kommt es zu Veränderungen des Muskelsystems. Schmerzen und weitere Verkrampfungen stellen sich ein.

Der Schwindel führt zu einer erhöhten Unfallgefahr. Alltägliche Aufgaben, wie das Autofahren, können nicht mehr stattfinden. Eine Berufsunfähigkeit ist gegeben. Freizeitaktivitäten oder sportliche Interessen können nicht mehr wie gewohnt nachgegangen werden. Eine Nackenverspannung mit Schwindel führt zu Bewusstseinsstörungen. Die Durchblutung ist unterbrochen. Probleme des Herz-Kreislauf-Systems stellen sich ein und der Herzmuskel ist stärker belastet. In schweren Fällen droht ein Herzinfarkt. Die Nackenverspannung führt zu emotionalen Problemen. Die Stimmung ist verändert und das Wohlbefinden deutlich herabgesetzt. Die Reizbarkeit nimmt zu, was zu einem aggressiven Verhalten führen kann. Zwischenmenschliche Probleme und Konflikte steigen an. Bei einigen Menschen kommt es zu einer sozialen Isolation und einer depressiven Phase.

Behandlung und Therapie

Bei muskulären Ungleichgewichten im Nacken-Hinterkopf-Bereich bietet sich eine physiotherapeutische Behandlung an. Gezieltes Muskeltraining in Form von krankengymnastischen Übungen kräftigen die Muskeln der entsprechenden Problemzone. Dabei kommt es darauf an, auch nach Ende der Krankentherapie die Übungen weiter durchzuführen, da die Muskeln sonst wieder erschlaffen und erneut anfällig für Verkrampfungen werden.

Nur regelmäßiger Sport, vornehmlich Rückengymnastik, kann dauerhaft ein gesundes muskuläres Gleichgewicht im Körper garantieren. Mit regelmäßigen Wärmeanwendungen kann verfestigtes Gewebe wieder gelockert werden. Hier eignen sich Kirschkernkissen ebenso wie Wärmflaschen. Auch Reizstrom ist eine Therapiemöglichkeit, um verspannten Nackenmuskeln beizukommen. Dabei werden mit Hilfe eines TENS-Gerätes Stromimpulse auf die betroffenen Stellen übertragen. Dadurch können sich überbeanspruchte Muskeln wieder entspannen. Knötchen lösen sich auf.

Gute Erfolge in der Behandlung von muskulär bedingten Nackenschmerzen mit Schwindel lassen sich auch mit alternativen Therapien wie Manuelle Therapie, Akupunktur oder Osteopathie erzielen. Bei haltungsbedingten Fehlstellungen der Wirbel (Wirbelblockaden), etwa des obersten Halswirbels, dem sogenannten Atlas, kann eine chiropraktische oder osteopathische Behandlung sinnvoll sein. Nackenverspannungen, die von anatomisch bedingten Beckenschiefständen durch Verkürzung eines Beins herrühren, sind orthopädische Spezialisten in der Lage, diese effektiv mit Einlagen in den Schuhen auszugleichen.

Patienten mit Nackenverspannungen und Schwindel, die darüber hinaus Probleme mit einem verspannten Kiefergelenk haben, können sich beim Zahnarzt zur Entlastung der Muskulatur eine Beißschiene anfertigen lassen. Stecken Stress und andauernde Überforderung im Job hinter den Nackenverspannungen und Schwindelgefühlen, ist vielleicht eine psychotherapeutische Behandlung zur Lösung innerer Konfliktsituationen sinnvoll. Bei beruflichem Stress raten Experten dazu, tägliche Entspannungseinheiten in den Alltag zu integrieren. Wichtig: Ursachenforschung betreiben! Was ist/sind die Ursache/n für die dauerhafte Anspannung? Nur so können extrem belastende und gesundheitsgefährdende Situationen im Leben aufgelöst und Nackenverspannungen effektiv beseitigt werden.



Aussicht und Prognose

Bei einer fehlerhaften Körperhaltung ist die Nackenverspannung mit Schwindel gut heilbar. Die Körperhaltung kann korrigiert und mit gezielten Übungen trainiert werden, um eine dauerhafte Linderung der Beschwerden zu erreichen. Schäden des Skelettsystems müssen gezielt durch einen operativen Eingriff oder Therapiemethoden verändert werden, um die Verspannungen und den Schwindel zu reduzieren. Sind psychosomatische Gründe die Auslöser der Beschwerden, ist die Prognose häufig wenig optimistisch. Meist kommt es zu einer zunehmenden Intensität der Symptome. Darüber hinaus können sich auch weitere Beschwerden einstellen. Die Heilungsaussichten sind abhängig vom Zeitpunkt der Diagnose, der Krankheitseinsicht sowie der eingeleiteten Therapie. Häufig vergehen mehrere Jahre, bis eine Linderung wahrgenommen werden kann.

Emotionale Probleme, Überanstrengung und Stress haben gute Prognoseaussichten. Nach der Bewältigung der auslösenden Situation oder Verarbeitung eines Ereignisses kommt es zu einer Verbesserung. Eine Beschwerdefreiheit tritt anschließend meist ebenfalls ein. Werden keine Veränderungen der Lebensumstände vorgenommen und der auslösende Zustand bleibt unvermindert über längere Zeit bestehen, verschlechtert sich der Gesundheitszustand oder die Beschwerden bleiben konstant erhalten. Unterversorgungen des Organismus an Mineralstoffen, Vitaminen, Nährstoffen, Spurenelementen oder Flüssigkeit können innerhalb kurzer Zeit den vorhandenen Bedürfnissen angepasst und verändert werden. Anschließend reduzieren sich die Beschwerden und eine Beschwerdefreiheit wird erreicht.

Vorbeugung

Doch wie lassen sich Schwindelgefühle und Nackenverspannungen verhindern? Eine aufrechte Sitzhaltung im Büro, kurze Bewegungseinheiten zwischendurch und regelmäßiger Sport verhindern, dass sich diese Symptome im Körper auf Dauer festsetzen.

Tipp: Sich oft mit lieben Menschen umgeben und Unternehmungen einplanen, die einem wichtig sind. Das trägt zu guter Stimmung und psychischer Gesundheit bei.

Übrigens: Entspannung lässt sich lernen. Autogenes Training bietet sich hier ebenso an wie Yoga, Chi Gong oder Pilates. Diese Aktivitäten erhöhen nicht nur die Widerstandskraft gegen Stress, sondern helfen auch bei dessen Abbau.

Bücher über Nackenverspannung

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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