Lichtempfindlichkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. November 2016
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Bei Lichtempfindlichkeit, Lichtscheu oder Fotophobie handelt es sich um eine Überempfindlichkeit des menschlichen Auges gegenüber Licht. Liegt eine Fotophobie vor, so verbergen sich dahinter häufig Problematiken, die verschiedene Körperbereiche betreffen können. Um eine Lichtempfindlichkeit bessern zu können, muss daher häufig zunächst eine Ursachenklärung erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lichtempfindlichkeit oder Lichtscheu?

In der Medizin wird die Lichtempfindlichkeit auch als Fotophobie oder als Lichtscheu bezeichnet. Menschen, die unter ausgeprägter Lichtempfindlichkeit leiden, weisen in der Regel eine erhöhte Empfindlichkeit des Auges gegenüber dem Einfluss von Licht auf.

Vor allem besteht eine Lichtempfindlichkeit gegenüber natürlichem Licht, aber auch das Licht aus künstlichen Quellen kann bei Betroffenen Beschwerden hervorrufen. Betroffene meiden daher häufig helle Orte und bevorzugen abgedunkelte Räume.

Ist eine Lichtempfindlichkeit stark ausgeprägt, kann es für Patienten unerlässlich werden, beim Verlassen des Hauses eine Sonnenbrille zu tragen; und dies nicht nur an sonnigen Tagen. Häufige Symptome, die durch eine Lichtempfindlichkeit hervorgerufen werden, sind etwa stechende Schmerzen am Augapfel und/oder Kopfschmerzen.

Ursachen

Die möglichen Ursachen für die Entwicklung einer Lichtempfindlichkeit sind vielfältig. Nicht immer können bei einem Betroffenen eindeutige Ursachen für die Lichtempfindlichkeit diagnostiziert werden.

Eine medizinische Annahme für die Ursache der Lichtempfindlichkeit bei vielen Menschen liegt in der Verantwortlichkeit von Nervensträngen des sogenannten Augapfel-Nervs; dieser Nerv führt danach bei einer Lichtempfindlichkeit dazu, dass der Hirnstamm verstärkt auf Lichtimpulse reagiert.

Hervorgerufen werden kann eine Lichtempfindlichkeit mit verbundener Reizung von Nervenenden des Auges beispielsweise durch eine Hornhautentzündung (Keratitis), die etwa eine Folge eingedrungener Fremdkörper oder Krankheitserreger sein kann. Auch Sonnenbrand am Auge kann eine Keratitis und eine folgende Lichtempfindlichkeit hervorrufen.

Außerdem können Entzündungen der Gefäßhaut der Iris (auch als Regenbogenhaut bezeichnet) zu einer Lichtempfindlichkeit führen; meist wird diese dann von dumpfen Schmerzen begleitet. Des Weiteren kann Lichtempfindlichkeit eine Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen oder Fehlfunktionen sein; hierzu zählen etwa die totale Farbenblindheit, Hirnhautentzündungen, Migräne oder auch Gehirnerschütterungen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Lichtempfindlichkeit ist ein häufiges Begleitsymptom von Migräne

Auf eine vorliegende Lichtempfindlichkeit können zunächst typische Symptome hinweisen wie beispielsweise schmerzende Augen oder Kopfschmerzen bei Lichteinwirkung.

Beobachtet ein Betroffener an sich selbst Anzeichen für eine Lichtempfindlichkeit, ist das Aufsuchen eines Augenarztes häufig sinnvoll. Hier können diagnostische Schritte eingeleitet werden, die zu einer Ursachenklärung der Lichtempfindlichkeit beitragen können.

Stellt ein Augenarzt fest, dass die Ursache einer Lichtempfindlichkeit nicht in einer eigenständigen Erkrankung des Auges zu finden ist, kann es notwendig werden, weitere Fachärzte zurate zu ziehen; beispielsweise können der Lichtempfindlichkeit dann anderweitige Erkrankungen zugrunde liegen, die entsprechend diagnostiziert werden können.

Der Verlauf einer Lichtempfindlichkeit hängt unter anderem von der Ursache ab, die der Lichtempfindlichkeit zugrunde liegt. So können frühzeitige Behandlungsmaßnahmen der ursächlichen Faktoren häufig zu einer Besserung der Symptome beitragen, die oft mit einer Lichtempfindlichkeit einhergehen.

Behandlung und Therapie

Therapiemaßnahmen, die zur Behandlung einer Lichtempfindlichkeit ergriffen werden, können sich auf ursächliche Faktoren der Lichtempfindlichkeit oder auf die Symptome einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Lichteinflüssen beziehen.

Da die Lichtempfindlichkeit häufig eine Begleiterscheinung von Grunderkrankungen ist, zielt auch eine entsprechende Therapie oft auf eine mögliche Heilung oder zumindest eine Linderung der zugrunde liegenden Erkrankung. Ist ein solches Vorgehen erfolgreich, so nehmen auch häufig die Symptome der Lichtempfindlichkeit ab.

Liegt einer Lichtempfindlichkeit beispielsweise eine neuronale Störung in Form einer Epilepsie zugrunde, so ist ein häufiger Therapiebaustein die medikamentöse Behandlung der Epilepsie, mit der auch die auftretende Lichtempfindlichkeit gelindert werden kann.

Experten empfehlen hier außerdem, flackerndes Licht zu meiden. Parallel zur ursächlichen Behandlung können beispielsweise starke Kopfschmerzen durch Lichtempfindlichkeit mit schmerzlindernden Medikamenten bekämpft werden.

Auch, wenn eine der Lichtempfindlichkeit zugrunde liegende Erkrankung nicht vollständig geheilt werden kann, steht oft eine symptomatische Behandlung im Vordergrund. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Lichtempfindlichkeit durch eine Autoimmunerkrankung hervorgerufen wird.

Patienten, die auf eine Lichtempfindlichkeit mit trockenen Augen reagieren, haben beispielsweise die Möglichkeit, lindernde Augentropfen zu verwenden, die eine Augenreizung positiv beeinflussen können.

Eine rein symptomatische Bekämpfung der Lichtempfindlichkeit ist darüber hinaus beispielsweise möglich durch das Tragen entsprechenden Sonnenschutzes wie etwa einer Sonnenbrille. Ist eine Lichtempfindlichkeit nur gering ausgeprägt, kann sich als Sonnenschutz alternativ auch eine Brille mit fototrophen Gläsern eignen; diese Gläser verdunkeln sich unter dem Einfluss von Licht.



Vorbeugung

Vorzubeugen ist einer Lichtempfindlichkeit etwa dadurch, dass mögliche auslösende Faktoren vermieden werden. So kann beispielsweise Infektionen als Ursache von Lichtempfindlichkeit vorgebeugt werden, indem Hygienemaßnahmen beachtet werden. Da Stress und mangelnder Schlaf Lichtempfindlichkeit verstärken können, kann ein Meiden dieser Faktoren dazu beitragen, dass sich Symptome einer Lichtempfindlichkeit nicht verschlimmern.

Bei körperlichen Beschwerden können darüber hinaus frühzeitige Arztbesuche dazu beitragen, Grunderkrankungen zu behandeln, die zu Lichtempfindlichkeit führen können. Symptome einer Lichtempfindlichkeit können so verhindert oder gehemmt werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Johanna kommentierte am 02.04.2016 um 21:31 Uhr

Meine Lichtempfindlichkeit verändert sich ständig, täglich, stündlich. Mal mehr mal weniger. Mal normales Sehen. Und der Augenarzt sagt, dass sei in meinem Alter, Jahrgang 1934, ganz normal. Heißt mit 82 kein Geld für Behandlungen ausgeben und bald den Löffel abgeben. Schnell 20.- für eine Startuntersuchung kassieren und ab! Habe 2 Kunstlinsen und nach dieser OP Probleme. Jedes Auge für sich sieht 100% aber beide Augen arbeiten nicht zusammen.

Depuhl kommentierte am 15.04.2016 um 15:01 Uhr

Ich habe Diabetes II. Bei starker Sonne treten von Zeit zu Zeit starke Sehstörungen auf. Kann dann keine Konturen mehr erkennen. Nur bei der Nutzung einer Sonnenbrille ist es besser. Woran kann es liegen. Bin zur Zeit in Spanien (Catalunya). Das Problem tritt nur gegen Mittag auf.

Francesco kommentierte am 08.07.2016 um 16:56 Uhr

Ich habe bei einem Auge Probleme mit hellem Licht und kneife dieses dann dementsprechend automatisch zu. Tue ich das nicht, fängt es an fürchterlich zu tränen und stechend zu schmerzen. Soweit ich weiß, hatte ich das schon immer, bis jetzt konnte die Ursache davon dennoch nicht geklärt werden. Beim Autofahren ist das irgendwie echt unpraktisch, weil es das Sichtfeld einschränkt. Aber von Sonnenbrillen wiederum bekomme ich Kopfschmerzen. Mit dem Alter scheint das aber bei mir zumindest nichts zu tun zu haben (bin auch erst 20).