Lebensmittelvergiftung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Dezember 2014
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Lebensmittelvergiftungen entstehen durch die Unverträglichkeit des Menschen gegen toxische (giftige), verunreinigte oder bakteriell belastete Nahrungsmittel. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenkrämpfe sind typische Beschwerden einer Lebensmittelvergiftung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Bei einer Lebensmittelvergiftung gibt es unterschiedliche Klassifikationen. Eine Lebensmittelintoxikation wird beispielsweise durch mangelnde Küchenhygiene ausgelöst. Ein Toxin wird vom Mikroorganismus im Nahrungsmittel gebildet. Lebensmittelinfektionen wie eine Salmonellenvergiftung werden durch lebende Organismen ausgelöst.

Salmonellen-Erkrankungen machen leider jedes Jahr wieder Schlagzeilen. Insbesondere aus Großküchen werden vorwiegend in der heißen Jahreszeit Infektionen mit Salmonellen gemeldet.

Dieses Bakterium vermehrt sich rasend schnell und ist vor allem auf falsch aufgetautem Geflügel und Fisch, in Eiern und kontaminierten Milchspeisen zu finden. Innerhalb kürzester Zeit entwickeln erkrankte Menschen die Symptome der Salmonellose.

Starke Durchfälle, Erbrechen und Flüssigkeitsverluste machen Krankenhausaufenthalte notwendig. Besonders für ältere und immungeschwächte Menschen kann die Infektion lebensgefährlich werden. Eine Salmonellenerkrankung ist wie jede Lebensmittelvergiftung meldepflichtig.

Auch Stämme des Escherichia Coli Bakteriums können Lebensmittelvergiftungen auslösen.

EHEC, also Enterohämorrhagische Escherichia Coli, ist in jüngster Zeit für zahlreiche Erkrankungen mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit, wie akutem Nierenversagen bis hin zu Todesfällen verantwortlich. Die genauen Zusammenhänge der Verbreitung sind allerdings noch ungeklärt.

Infektionen mit Bakterien wie Campylobacter, Shigellen und Yersinien treten ebenfalls immer wieder epidemisch oder vereinzelt auf. Die Symptome ähneln denen der Salmonelleninfektion.

Lebensmittelvergiftung durch Pilze (Pilzvergiftung)

Obwohl die Gesundheitsämter in groß angelegten Kampagnen jedes Jahr wieder vor giftigen Pilzen warnen, kommen auch heute noch Pilzvergiftungen vor. Vermeintlich sachkundige Sammler von Pilzen verwechseln dabei Giftpilze mit ihnen fatalerweise sehr ähnlich aussehenden Speisepilzen. Schwerste Vergiftungen mit Lähmungen und Halluzinationen sind die Folge.

Todesfälle durch Knollenblätterpilze zum Beispiel, die mit Champignons verwechselt wurden, gibt es Jahr für Jahr wieder zu verzeichnen. Aber auch giftige Beeren, die mit ähnlich aussehenden, essbaren verwechselt werden, bringen Jahr für Jahr meist Kinder ins Krankenhaus.

Ursachen

Durch Unachtsamkeit bei der Lagerung und der Beachtung des Mindesthaltbarkeitsdatums kann man sich eine Lebensmittelvergiftung zuziehen. Aber auch die Unterbrechung der Kühlkette bei tiefgekühlten Produkten wie Speiseeis oder Sahnetorten kann zu einer Lebensmittelvergiftung führen.

Aber nicht nur Fehler, die Verbraucher durch unsachgemäßen Umgang mit Nahrungsmitteln machen, führen zu Vergiftungen. Auch eventuelle Nachlässigkeit der Lebensmittel verarbeitenden Industrie und des Vertriebs können fatale Folgen haben.

Leider gibt es nicht nur versehentliche oder nachlässige Lebensmittelverunreinigungen. Es gab und gibt immer wieder schwarze Schafe in der Lebensmittelbranche, die aus reiner Gewinnsucht heraus verdorbene Waren auf den Markt werfen. Döner-Gammelfleisch und unhygienische Geflügelbetriebe sind nur zwei Beispiele solch skandalöser und krimineller Machenschaften.

Symptome

Mögliche Symptome einer Lebensmittelvergiftung:

Bei einer Toxi-Infektion bildet der Wirtsorganismus das Gift nach der Aufnahme im Körper. Wenige Minuten bis mehrere Stunden nach der Nahrungsaufnahme treten folgende typische Symptome und Beschwerden auf: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Magenschmerzen. Sie werden durch eine Unverträglichkeit ausgelöst, die entweder durch verunreinigte, bakteriell verseuchte oder giftige Nahrungsmittel verursacht sind. Im Falle einer Salmonellenvergiftung können auch Schüttelfrost und Fieber hinzu kommen. Auf eine Listeriose weisen zusätzliche Gelenk- und Muskelschmerzen hin. Bei einer Vergiftung mit Pilz- und Pflanzengiften kommt es vermehrt zu Schwindel, Atemnot und Herzrasen.

Der Körper versucht bei einer Lebensmittelvergiftung, die Schadstoffe schnell wieder loszuwerden. Im Verlauf verliert er somit viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. Um den Kreislaufkollaps entgegen zu wirken, ist es ratsam, viel zu trinken und Elektrolyte in Form von Salz und Zucker zu sich zu nehmen. Leicht verdauliche Kost wie Zwieback, Salzstangen und Weißbrot regenerieren die gereizte Magen- und Darmschleimhaut. Nur bei sehr schweren Fällen einer Lebensmittelvergiftung ist die Einnahme von Antibiotika ratsam. Treten mehr Beschwerden als die typischen Symptome auf, ist ein Arztbesuch dringend angeraten.

Diagnose

Die sichere Diagnose einer Lebensmittelvergiftung lässt sich stellen, wenn eine Probe des verdorbenen Lebensmittel im Labor auf mögliche Verunreinigungen kontrolliert wurde. Alternativ lässt sich Erbrochenes auf Erreger und Keime untersuchen. Meist wird bei der Diagnosestellung auf labortechnische Untersuchungen verzichtet. Leiden mehrere Personen nach Aufnahme des gleichen Nahrungsmittels unter denselben Symptomen, ist eine Lebensmittelvergiftung auch ohne einen Labornachweis wahrscheinlich. Nach dem Verzehr kontaminierter Speisen treten für gewöhnlich die ersten Symptome innerhalb weniger Minuten oder Stunden auf. Übelkeit, Erbrechen und hohes Fieber sind bei einer Lebensmittelvergiftung typische Anzeichen. Ein weiterer Nachweis ist, dass Symptome nach wenigen Tagen verschwinden.

Pilzvergiftungen müssen behandelt werden. Ein weiterer Grenzfall ist der Botulismus. Hier ist eine Diagnosestellung auf Grundlage einer Blut- und Stuhluntersuchung wesentlich. Die Symptome grenzen sich von einer leichten Lebensmittelvergiftung ab. Neurologische Ausfälle verbunden mit Übelkeit und Fieber, legen den Verdacht einer Aufnahme von Botulinumtoxin nahe. Dieses Toxin findet sich manchmal in Konserven, die selbst eingekocht wurden.

Behandlung und Therapie

Vor einer Selbstmedikation ist beim geringsten Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung unbedingt zu warnen. Diese Erkrankungen gehören in die Hände von Ärzten und es bleibt oft wenig Zeit, um Spätfolgen zu vermeiden oder sogar Leben zu retten.

Als erste Sofortmaßnahme muss der Flüssigkeits- und Elektrolytenverlust der Patienten durch Infusionen ausgeglichen werden. Eventuell wird auch der Magen ausgepumpt und gespült, um möglichst viele Giftstoffe zu entfernen.

Droht dem Patienten durch urämische Toxine Nierenversagen, können sogar Dialysebehandlungen notwendig werden. Durch EHEC zum Beispiel können die Nieren so stark geschädigt werden, dass die Patienten das ganze Leben lang von der künstlichen Niere abhängig werden.

Bei Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung werden gegebenfalls auch die Kontaktperson des Betroffenen aus prophylaktischen Gründen mitbehandelt.

In leichteren Fällen kann medizinische Kohle (Kohletabletten) bei Vergiftungserscheinungen eingesetzt werden, um die schädlichen Stoffe zu neutralisieren. Allerdings mindert oder verändert medizinische Kohle oft die Wirksamkeit anderer Medikamente.

Bestimmte Erreger sprechen auf Antibiotika gar nicht an oder fördern gar noch die Bildung von Toxinen. Bei anderen wiederum werden sie, nach genauester Bestimmung des Erregers, eingesetzt.

Um den Magen und die Verdauungsorgane nicht noch zusätzlich zu belasten, ordnen die behandelnden Ärzte oftmals eine mehrtägige Nahrungskarenz an. Dann wird mit Schonkost langsam aufgebaut, wobei auf Milchprodukte und auf alle die Verdauung belastenden Nahrungsmittel verzichtet wird.

Oft ist eine ambulante Nachbehandlung unerlässlich, wenn die Patienten völlig entkräftet waren oder innere Organe nachhaltig geschädigt sind. Speziell bei Salmonellenerkrankungen wird der Arzt regelmäßige Nachuntersuchungen anordnen. Ist die Infektion nicht vollständig ausgeheilt, drohen die Patienten zu Dauerausscheidern und somit einer Ansteckungsquelle für andere Menschen zu werden.

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Vorbeugung

Pestizide sind auf dem Vormarsch. Durch Monokulturen und andere agrarpolitische Entwicklungen sehen sich viele Bauern gezwungen, mehr Pestizide einzusetzen. Dadurch enthalten Obst und Gemüse immer öfter Spuren von hochgiftigem Dioxin und anderen krebserregenden Stoffen. Hier besteht die Gefahr nicht im einmaligen Verzehr belasteter Früchte und Gemüse, sondern in der jahrelangen, kontinuierlichen Aufnahme der Schadstoffe.

Aber es gibt inzwischen auch Bauern, die den biologisch-ökologischen Weg gehen und auf den Einsatz chemischer Substanzen verzichten. Die Ware ist teurer, da biologische Betriebe arbeitsintensiver produzieren müssen, aber biologischer Anbau ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Die Folgen gentechnisch manipulierter Nahrung sind heute noch nicht abzusehen und der Anbau solcher Produkte höchst umstritten. In der Tierhaltung gibt der Einsatz von Antibiotika und Anabolika Anlass zu großer Besorgnis.

Der Gesetzgeber hat den betrieblichen Umgang mit Nahrungsmitteln hervorragend geregelt, die Gesetze und Vorschriften müssen aber auch immer genauestens eingehalten werden, um Erkrankungen und sogar mögliche Todesfällen vorzubeugen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Sawyer kommentierte am 31.08.2016 um 13:21 Uhr

Ich hatte eine Lebensmittelvergiftung und meine Behandlung waren Buscopan und Iberogast. Ich habe immer noch Probleme und zwar im Blasenbereich. War jetzt 4 mal im Krankenhaus und bei 3 Ärzten. Einer sagt Nierensteine, der andere dementiert dies und sagt es seien Nachwehen der Vergiftung. Der 3. Arzt äußert sich gar nicht konkret, rät mir einfach viel zu trinken. Es ist wunderbar, dass sich keiner mehr die Zeit nimmt eine richtige Diagnose zu stellen. Ich bin so selten krank, ich brauche nie ärztliche Unterstützung, doch nun brauche ich Hilfe und ich bekomme sie nicht. Es einfach unfassbar. Ich habe auch keine Kraft mehr weiter zum Arzt zu fahren. Ich kann nur hoffen, dass mein Körper stark genug ist um es zu bekämpfen, sonst habe ich ein Problem. Denn Hilfe werde ich nicht bekommen. Nach 3 Diagnosen und einer Enthaltung. Wie will man auch da helfen? Ich hoffe, dass nicht viele Menschen das Gleiche erleiden müssen wie ich. Ich drücke euch die Daumen!