Stimmbandentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
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Die Stimmbänder sind ein Teil der im Kehlkopf sitzenden Stimmlippen. Sie bestehen aus einer Muskelschicht, dem darüber liegenden eigentlichen Stimmband und sind zum Lumen des Kehlkopfes hin mit Schleimhaut bedeckt. Werden die Stimmbänder zu sehr strapaziert, kann sich eine Stimmbandentzündung entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Stimmbandentzündung

Von einer Stimmbandentzündung Betroffene klagen über ein Kratzen im Hals und Heiserkeit (Dysfonie). Auch ein Kloß im Hals kann auf eine Stimmbandentzündung hindeuten. Oftmals besteht Räusperzwang und das Sprechen wirkt äußerst anstrengend.

Gleichzeitig kann es beim Bewegen oder auch beim Sprechen zu einem Schwellungsgefühl am Hals und zu einem Ziehen und Schmerzen kommen. Zudem kann die Stimmbandentzündung wie alle Entzündung mit Fieber einhergehen. In vielen Fällen sind Menschen betroffen, bei denen die Stimmbänder vermehrt beansprucht werden wie Sänger, Lehrer, Sprecher, Empfangsdamen oder Callcenter-Angestellte.

Kehlkopf und Stimmbänder

Ursachen

Hauptursachen für die Stimmbandentzündung sind Erkältungsviren und Reizungen wie dauerhaftes oder falsches Sprechen oder Singen sowie Schreien. Infolge der Infektion mit Erkältungsviren kommt es zu Heiserkeit und zu Halsschmerzen, welche sich beim Husten oder Schlucken verstärken.

Letztere ist das Zeichen dafür, dass neben der Schleimhaut im Hals und dem Kehlkopf auch die Schleimhaut der Stimmlippen betroffen ist. Die Stimmbänder können anschwellen und es kann zu Ablagerungen von Eiter oder Schleim auf diesen kommen. Auch im Verlauf einer Lungenentzündung oder einer Bronchitis kann sich eine solche Stimmbandentzündung ausbilden. Masern und Diphtherie kommen als Ursache ebenfalls infrage.

Auch eine Überbeanspruchung der Stimme, allergische Reaktionen und das Rauchen sind Reizfaktoren, die zu entzündungsähnlichen Reaktionen der Stimmbandschleimhäute führen können. Keuchhustenerreger, die sich typischerweise an den Stimmlippen festsetzen, führen nicht nur zu deren Entzündung, sie verengen gleichzeitig die Stimmritze. Dadurch kommt es zu den für den Keuchhusten charakteristischen Hustenattacken und Erstickungsanfällen.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Gesunde und entzündete, gereizte Stimmbänder.

Bei einer Stimmbandentzündung führen schon geringste Veränderungen der Stimmbänder respektive deren Ränder zur Veränderung ihres Schwingungsverhaltens und somit zur Änderung der Lautbildung. Die Stimme klingt plötzlich rau und kratzend, flach, dünn, piepsig oder brummig und es können Nebengeräusche wie Kiekser auftreten.

Ignoriert man diese Heiserkeit, wird die Stimme immer dünner und geht dann, oftmals mitten im Sprechen, völlig weg. Eine dauernde Überreizung kann nach und nach die Bewegungsfähigkeit der Stimmbänder mindern und dadurch zu einer rauen Stimme oder zu Heiserkeit führen. Auch die Bildung von Knötchen auf den Stimmbändern, die Ursache für eine chronische Heiserkeit sein können, ist häufig auf eine solche Dauerreizung zurückzuführen.

Behandlung und Therapie

Eine Stimmbandentzündung wird von den meisten Betroffenen wie eine Erkältung mit Hilfe verschiedener Hausmittelchen auskuriert. Völlig falsch ist es, zur Schonung der Stimme zu flüstern. Das Flüstern strengt die Stimme nur noch mehr an und ist deshalb kontraproduktiv. Das Wichtigste ist, die Stimmbänder nicht weiter zu beanspruchen, das heißt, nicht Reden, nicht Rauchen und sich von sonstigen Reizstoffen wie Staub fernhalten.

Dampfinhalationen können Erleichterung verschaffen und die Heilung einer akuten Entzündung fördern. Heiße Getränke und warme Halsumschläge sind ebenfalls hilfreich. Salbeibonbons haben eine wohltuende Wirkung bei Heiserkeit, scharfe Bonbons sind jedoch zu vermeiden.

Ein gutes Hausmittelchen aus alten Zeiten ist Zwiebelsaft. Zur Herstellung werden Zwiebeln in grobe Stücke geschnitten, mit Honig übergossen oder mit Zucker bestreut und dann über Nacht stehen gelassen. Honig bzw. Zucker entziehen der Zwiebel ihren Saft und vermischen sich damit. Von dem entstandenen Saft kann über den Tag verteilt mehrmals ein Esslöffel voll eingenommen werden. Schmeckt nicht besonders, wirkt aber bei einer Stimmbandentzündung meist sehr gut.

Sobald jedoch Atemnot oder hohes Fieber auftreten, grüner Schleim oder Blutiges abgehustet wird oder die Beschwerden länger als drei Wochen andauern, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann die Stimmbandentzündung mittels Kehlkopfspiegelung oder Nasenendoskopie genauer diagnostizieren und ggf. die eigentlichen Ursachen feststellen und therapieren. Handelt es sich um eine bakterielle Infektion, z. B. Lungenentzündung, Keuchhusten, Bronchitis oder Diphtherie, erfolgt die Behandlung durch Gabe von Antibiotika.

Ist eine Stimmbandentzündung chronisch, so deutet dies auf eine funktionelle Störung im Zusammenhang mit dem Sprechen oder der Atmung hin. Hier kann eine Behandlung durch Atem-, Stimm- oder Sprechtherapeuten in einer sprachtherapeutischen Praxis helfen. Dort wird den Betroffenen während einer Übungstherapie die physiologische Sprechweise und Atmung nähergebracht.



Vorbeugung

Personen, die zu einer der Berufsgruppen gehören, die für eine Stimmbandentzündung anfällig sind, sollten regelmäßige Stimm- und Atemübungen machen, um die Stimme zu trainieren und somit belastbarer zu machen. Auch ein starkes Immunsystem kann einer Entzündung der Stimmbänder vorbeugen.

Deshalb ist es wichtig, auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft zu achten. Bei zu trockener Luft ist die Anfälligkeit für eine Stimmbandentzündung erhöht. Hier kann ein Luftbefeuchter Abhilfe schaffen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

frida kommentierte am 22.02.2015 um 21:01 Uhr

Ich bin Lehrerin und leide an einer chronischen Stimmbandentzündung. Es bilden sich immer wieder Knötchen. Ich habe schon alles versucht, war in mehreren Kliniken und bin völlig hilflos. Jeder Arzt sagt, dass ich meine Stimme schonen soll. Aber wie soll ich das als Lehrerin? Wer weiß einen Rat?

margret kommentierte am 25.02.2015 um 19:02 Uhr

Es geht mir wie Frida. Ich brauche meine Stimme im Beruf. Es ist ein Teufelskreis!

Jetzi kommentierte am 07.07.2015 um 14:45 Uhr

Hallo Frida, Ihre Erkrankung ist zäh und kann leicht zurück kehren. Bitte bedenken Sie, Ihr Körper ist ein chemisches Mini-Labor und benötigt die ausreichende Versorgung (Nahrung) mit den täglich notwendigen Vitaminen und Mineralien in der notwendigen Menge. Hier tritt oft der "Glaube" ein, da ist genug im Essen, was ein Irrtum sein kann. Bitte informieren Sie sich darüber und halten Sie sich daran. Es dauert länger bis der Erfolg kommt, aber er kommt. Ergänzend können auch die angebotenen Nahrungsergänzungen sein, sie sind aber nicht so wirksam wie die Stoffe, die in Nahrung enthalten sind. Auf eine gute Besserung, wenn Sie sich daran halten.

Riko kommentierte am 02.09.2015 um 09:37 Uhr

Dauernd habe ich Atemnot, so dass ich schwer sprechen kann und ich alles vernuschele. Mal habe ich diesen Druck und Spannung im Oberbauch und wenn das so ist, kann ich kaum sprechen und muss mich anstrengen. Woher das kommt, weiß ich bis jetzt nicht aber ich werde ein weiteres Mal zur Phoniatrie gehen und nochmals zum Lungenarzt. Kann es auch sein, dass ich Asthma habe? Vor 1 Jahr diagnostizierten die in der Phoniatrie, dass meine Stimmbänder sehr gereizt sind.

Vor 1 Jahr diagnostiztierten die in der Phoniatrie, dass meine Stimmbänder sehr gereizt sind.

dysphonie kommentierte am 03.05.2016 um 14:02 Uhr

Ich habe schwankenden Stimmverlust, HNO-Untersuchung ergab keine Auffälligkeiten. Leide unter großen Anstrengungen beim Sprechen. Was ist die wirksamste Heilmethode?