Kollagenose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. März 2016
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Die Kollagenose gehört zu einer Gruppe seltener Autoimmunkrankheiten, bei denen sich das Immunsystem gegen das körpereigene Bindegewebe richtet. Die Symptome der Erkrankung sind unspezifisch und abhängig davon, welche Organe betroffen sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kollagenose?

Die Kollagenose zählt als Autoimmunkrankheit zum Kreis der rheumatischen Erkrankungen und zeigt sich als schwerwiegende Beeinträchtigung des Bindegewebes. Da das Bindegewebe jedes Organ umgibt, können alle Organe des Körpers betroffen sein. So ist die Kollagenose eine Erkrankung mit mehreren Symptomkomplexen.

Es gibt sowohl gut voneinander abgrenzbare Formen als auch Mischformen der Erkrankung. Kommt es im Rahmen des sogenannten Antiphospholipid-Syndroms u. a. zu einer gesteigerten Thrombenbildung mit der Gefahr der Bildung von Embolien, so sind z. B. die typischen Symptome des Sjögrensyndroms trockene Schleimhäute in Auge, Nase und Mund. Beide Erkrankungen sind relativ gut definierte Formen innerhalb der Gruppe der Kollagenosen.

Ursachen

Bisher sind keine konkreten Ursachen für die Kollagenose bekannt. Das gemeinsame allgemeine Merkmal aller Kollagenosen ist die Fehlreaktion des Immunsystems gegen das körpereigene Bindegewebe. Warum es zu dieser Autoimmunreaktion kommt, ist nicht bekannt und hat in jedem einzelnen Fall wohl auch spezielle Ursachen.

Es kann z. B. sein, dass das Immunsystem aufgrund eines genetischen Defekts zu solchen Fehlreaktionen neigt. Es können aber auch andere Grunderkrankungen Auslöser dieser Reaktion sein.

Das ist besonders dann der Fall, wenn diese Erkrankung eine verstärkte Reaktion des Immunsystems erfordert, wie z. B. bei Infektionen oder auch bei Krebs. Auch Stress, Hormonumstellungen und Medikamente werden als Auslöser beobachtet. Die Auslöser sind aber nicht die Ursache der Kollagenose.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Kollagenose:

Die Symptome der Kollagenose sind unspezifisch und abhängig davon, welche Organe betroffen sind. So werden die Kollagenosen in 5 verschiedene gut abgrenzbare Symptomenkomplexe und eine Mischkollagenose eingeteilt. Greift das Immunsystem hauptsächlich die Blutgefäße der Haut an, spricht man vom systemischen Lupus Erythematodes (SLE).

Durch die chronische Entzündung der Blutgefäße entsteht das sogenannte Schmetterlings-Erythem mit intensiver Rotfärbung der Haut. Bei der Polymyositis oder Dermatomyositis kommt es zur autoimmunologischen Reaktion gegen die Muskeln mit fortschreitendem Muskelschwund. Zuweilen kann hier auch die Haut mitbeteiligt sein. Beim Antiphospholipid-Syndrom werden Proteine zerstört, die der Verklumpung des Blutes entgegenwirken. Dadurch können in verstärktem Maße Thrombosen, Embolien, Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten.

Wenn sich das kollagene Gewebe von Haut und Organen verhärtet, spricht man von Sklerodermie. Das ist eine systemische Erkrankung, an der alle Organe beteiligt sein können. Das Sjögrensyndrom wiederum zeichnet sich durch trockene Schleimhäute in Auge, Nase und Mund aus. Bei der Mischform der Kollagenose können sich die einzelnen Symptomenkomplexe überlappen.

Diagnose

Zur Diagnostik der Kollagenose werden Blutuntersuchungen durchgeführt. Dabei werden Antikörper untersucht, die sich gegen bestimmte körpereigene Proteine richten. Diese Antikörper werden Rheumafaktoren genannt. Eine erhöhte Konzentration an Rheumafaktoren ist aber kein gesicherter Hinweis auf Kollagenosen, weil sie auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein können. Im Zusammenhang mit auffälligen Symptomen kann man auf eine Kollagenose schließen.

Differenzialdiagnostisch sollte jedoch abgeklärt werden, um welche Erkrankung es sich konkret handelt. Mit den Untersuchungen der Blutproben kann auch durch Bestimmung der Konzentration charakteristischer Blutwerte konkretisiert werden, welche Organe betroffen sind.

Als Beispiel sei die Erhöhung der Kreatininkinase-Konzentration bei der Polymyositis genannt. Weiterhin sind bildgebende Verfahren, wie z. B. Ultraschall oder Röntgenaufnahmen, dazu geeignet, konkreten Aufschluss darüber zu geben, welches Organ von der Kollagenose betroffen ist.

Behandlung

Die Therapie einer Kollagenose richtet sich danach, welche Form dieser Erkrankung vorliegt. Zunächst ist abzuklären, ob eine Organbeteiligung vorliegt. Sollten keine Organe in Mitleidenschaft gezogen sein, reicht eine symptomatische Behandlung aus.

Bei Organbeteiligung ist ein problematischer Verlauf der Erkrankung zu befürchten. Dann sollte die Behandlung mit höheren Dosen Kortison beginnen, um schnell eine Verbesserung des Allgemeinzustandes zu erreichen. Bei einer Langzeitbehandlung wird Kortison schrittweise durch langfristig wirkende Immunsuppressiva ersetzt. Nicht jede Kollagenose darf aber mit Kortison behandelt werden, weil es zu Komplikationen kommen kann.

Das gilt z. B. für das Antiphospholipid-Syndrom. Hier beschränkt sich die Therapie auf die Verabreichung von Blut verdünnenden Mitteln wie Heparin und Aspirin. In seltenen Fällen kann auch Warfarin verwendet werden. Bei der Sklerodermie und der Polymyositis werden auch physikalische Therapien zur Aufrechterhaltung oder Verbesserung der Beweglichkeit durchgeführt. In einigen Fällen muss noch die auslösende Grunderkrankung der Kollagenose behandelt werden.

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Vorbeugung

Da die Ursachen der Kollagenose unbekannt sind, gibt es keine konkrete Empfehlung zur Vorbeugung vor dieser Erkrankung. Obwohl eine Heilung nicht möglich ist, können aber die Symptome erfolgreich behandelt werden. Bei bestehender Kollagenose kann so dafür gesorgt werden, dass die Symptome nicht wieder auftreten.

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