Geschwollene Finger

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Dezember 2016
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Geschwollene Finger können Symptom für ein Trauma, eine Entzündung oder Infektion sein, jedoch auch Folge eines Ödems oder von Arthrose. Die Behandlung ist weitgehend abhängig von der Ursache für die Schwellung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Finger?

Ein geschwollener Finger bildet sich in der Regel, wenn sich im Gewebe des Fingers oder seiner Gelenke einen Entzündung ausgebildet hat. Durch die Entzündung sammelt sich an betroffenen Stellen Flüssigkeit im Finger, die ihn anschwellen und schmerzen lässt. Dies kann durch Infektionen, Traumata oder andere abnormale Ursachen entstehen, wie zum Beispiel Arthritis.

Auch während oder nach einer Schwangerschaft kann ein Mehr an Flüssigkeit im Körper gespeichert werden, die sich auch in den Fingern bemerkbar machen kann. Da geschwollene Finger ein Anzeichen für eine ernstzunehmende Entzündung sein kann, sollte der Betroffene mit einem Arzt über die Symptome sprechen und eine Untersuchung durchführen lassen.

Ursachen

Geschwollene Finger können verursacht werden durch Verletzungen, Traumata, Infektionen, Entzündungen und andere nicht normale Zustände wie Ödeme. In einige Fällen ist ein geschwollener Finger ein Symptom für eine schwerwiegende Entzündung oder Verletzung, wie einem gebrochenen Knochen und sollte schnell behandelt werden.

Weitere Gründe physischer Verletzungen sind Bisse, Bänderrisse, Knorpelverletzungen oder Überbeanspruchung. Zu den Gründen für eine Infektion oder Entzündung zählen: Schleimbeutelentzündung (ein mit Flüssigkeit gefüllter Beutel, der die Gelenke schützt), Karpaltunnelsyndrom (Druck auf den Nerv, der durch das Handgelenk führt), Zellulitis (bakterielle Hautentzündung), Ganglionzyste (Wuchs oder Schwellung auf dem Knöchel), Streptokokken-Infektion, Nagelfalzentzündung, Arthrose, rheumatoide Arthritis, septische Arthritis. Die Ursachen für Ödeme (Wasserablagerungen im Gewebe) können noch sehr viel vielfältiger sein. Neben einer Schwangerschaft kommen Ödeme auch bei Einnahme bestimmter Medikamente vor, Herzproblemen oder Nierenversagen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Um die Ursache der geschwollenen Finger zu diagnostizieren, wird die Ärztin eine Reihe von Fragen stellen, die mit den aufgekommenen Anzeichen und Symptomen zusammenhängen. Diese Fragen können unter anderem sein:

  • Wie viele Ihrer Finger sind geschwollen oder schmerzen?
  • Ist der gesamte Finger geschwollen oder nur Teile von ihm?
  • Wann genau hat das Anschwellen des Fingers begonnen?
  • Wie lange dauert die Schwellung bereits an, kommt und geht sie oder bleibt sie statisch?
  • Hatten irgendwelche Infektionen oder Verletzungen an den betroffenen Fingern?
  • Haben Sie Schmerzen, bzw. irgendwelche weiteren Symptome?

Geschwollene Finger können zu weiteren Komplikationen führen, je nach Ursache der Schwellung. Da die Schwellung durch eine ernste Infektion oder Krankheit ausgelöst werden kann, kann fehlende Behandlung zu dauerhaften Schäden führen. Bei Auftreten der Schwellung sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine richtige Diagnose und schnelle Behandlung kann eine chronische Behinderung, Amputation, Deformation, oder das Ausbreiten einer möglichen Infektion auf andere Bereiche verhindern.

Behandlung und Therapie

Um geschwollene Finger zu behandeln, ist es notwendig, die genaue Ursache der Schwellung zu wissen. Nur so kann eine angepasste Therapie erfolgen. Eine häufige Ursache für einen geschwollenen Finger ist ein Trauma jeglicher Art, ausgelöst durch einen Schlag, eine Quetschung, Überdehnung, etc.

Abhängig vom Grad der Verletzung wird der Arzt den Finger möglicherweise operieren müssen, auf jeden Fall aber benötigt er Ruhe, um zu verheilen. Dies wird meist durch eine Stabilisation mit einer Bandage oder Gips erreicht. Bei bakteriellen Infektionen, bspw. durch eine verunreinigte Verletzung benötigen eine Säuberung und ggf. eine Behandlung mit Antibiotika.

Sind die geschwollenen Finger jedoch Symptom von Arthrose, läuft der Patient Gefahr, Stück für Stück die Bewegungsfähigkeit seiner Finger zu verlieren. Hier muss eine gezielt Therapie eingeleitet werden, um das Fortschreiten der Krankheit einzudämmen. Dazu können zählen: Die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten (Antiphlogistikum), um die Schwellungen und Entzündungen in den Gelenken zu reduzieren.

Die Einnahme von speziellen Gelenk-Medikamenten, bestehend aus Glucosamin und Chondroitin, zwei wichtige Bausteine für gesundes Knorpelgewebe.

Die Injektion kleinerer Dosen von Kortison kann ebenso gezielt Entzündungen in der Hand lindern. Eine begleitende Bewegungstherapie unterstützt die weitere Einsatzfähigkeit der Hände. Bestimmte Heiß-Kalt-Therapien werden eingesetzt, um das Gefühl in den Händen zu verbessern. Angebrachte Schienen können dabei helfen, die Gelenke von Zeit zu Zeit zu entlasten.



Vorbeugung

Geschwollene Finger, die durch Verletzungen verursacht werden, können letztlich nur durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden. Unfälle geschehen jedoch. Auch Arthrose lässt sich nur schwerlich vorbeugen. Ein frühes Erkennen der Krankheit kann dem Betroffenen helfen, besser mit seiner Erkrankung zu leben und die Bewegungsfähigkeit seiner Finger zu erhalten.

Eine gesunde Lebensführung mit viel Bewegung und ausgewogenen Essen verringert das Risiko an Arthrose zu erkranken. Wenn die Finger und Hände durch Ödeme anschwellen, helfen gezielte physische Übungen, um das Wasser aus dem Gewebe zu bekommen. Manchmal hilft das Tippen auf einer Tastatur bereits, das Massieren der Finger oder das längere Halten der Hände über den Kopf.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Gerhard kommentierte am 23.10.2015 um 09:40 Uhr

Ich habe vor einigen Wochen in der Früh plötzlich Schmerzen und ein Krachen im Daumengelenk konstatiert. Der Orthopäde meint, es wäre ein "schnellender Daumen". Eine Injektion hat wenig genützt. Derzeit verwende ich Voltadol (Salbe zum einreiben, angeblich schmerzstillend) und eine Daumenschiene zur Ruhigstellung des Gelenkes. Mit wenig Erfolg! Gibt es andere schmerzlindernde Alternativen außer Spritzen und Medikamente? Ist massieren vorteilhaft?

Alias kommentierte am 11.02.2016 um 23:48 Uhr

Ich habe seit über 9 Monaten einen arg geschwollenen Zeigefinger. Spindelförmig in der Mitte geschwollen, keine Therapie schlägt an, Röntgenaufnahme sagt alles ist okay, keine Entzündungswerte im Blut, keine Rheumawerte. Kein Arzt kann helfen. Ich werde noch verrückt! Ich habe einen kleinen Sohn, den ich nicht so betüddeln kann wie ich gerne möchte. Ellenbogen, Knie und Nacken fangen auch an zu schmerzen. Bekomme nun Kortison in den Ellenbogen. Wenn mir jemand helfen kann, bitte melden Sie sich! Die Schmerzen sind sehr stark und ich kann fast nichts mehr ohne Hilfe machen. Weder Haare kämmen, Zähne putzen, Treppen steigen, noch meinen Sohn tragen.

Erhard kommentierte am 15.03.2016 um 15:47 Uhr

Anfang Oktober 2015 bekam ich Vorhofflimmern. Ende Oktober wurde ein Elektroschock durchgeführt, dessen Wirkung hielt nur gut eine Woche an. Dafür wurde mir Eliquis5 verordnet. Seit vielen Jahren nehme ich folgende Medikamente ohne negative Erscheinungen: Allopurinol, Metoprolol, Irbesartan, Amlodipin, Simvastatin. Anfang November 2015 begannen meine Finger zu schmerzen und schwollen an, besonders die Mittelfinger. Beim Neurologen wurden die Nervenbahnen vermessen, dabei wurde ein Karpaltunnelsyndrom festgestellt. Am 9.3.16 ist die linke Hand operiert worden, wonach nur die Schmerzen nachließen jedoch nicht das Taubheitsgefühl, die Schwellungen und die Spannung im Mittelfinger. Noch kurz zu mir: 73 Jahre, 180cm, 93kg, immer in Bewegung, naturverbunden. Meine Frage: Was könnte mir helfen?

Hannah kommentierte am 29.03.2016 um 07:48 Uhr

Habe seit Wochen einen Daumen mit stark geschwollenem Gelenk. Wer kennt ein erfolgreiches Mittel, abgesehen von einer OP?