Hormonsystem

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Hormonsystem Das Hormonsystem steuert und regelt verschiedene [[Stoffwechselvorgänge und Organfunktionen im menschlichen Körper. Zu ihm zählen alle Drüsen, Organe und Zellsysteme, die Signal- oder Botenstoffe produzieren. Die Signal- oder Botenstoffe werden dann über das Blut im ganzen Körper verteilt.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Das Hormonsystem oder endokrine System hat vor allem eine Aufgabe: Informationen im Körper übertragen. Außerdem reguliert es den Stoffwechsel und weitere Dinge wie den pH-Wert und den menschlichen Wasser- und Elektrolythaushalt. Ohne das Hormonsystem könnten wir aber noch weitaus mehr nicht tun: beispielsweise wachsen. Denn es ist auch für die körperliche und psychische Entwicklung zuständig.

Auch für die Fortpflanzung ist es unersetzlich, denn durch Hormone entwickeln die Menschen erst ihre Geschlechtsorgane. Die Hormone werden in endokrinen Drüsen gebildet und von dort aus über das Blut in den menschlichen Körper geleitet.

Anatomie

Das Hormonsystem umfasst die Hirnanhangdrüse, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Nebennieren, Keimdrüsen, Eierstöcke und die Bauchspeicheldrüse. Auch Gelbkörper, Ovarialfollikel im weiblichen Eierstock und die sogenannten Leydig-Zwischenzellen im männlichen Hoden sind Bestandteil des Hormonsystems.

Die Paraganglien, eine Ansammlung von Nervenzellkörpern, verbinden das endokrine System und das Nervensystem miteinander. Die Hirnanhangsdrüse stellt hierbei die Verbindung zwischen Hypothalamus und den endokrinen Drüsen, also dem Hormonsystem, dar.

Sie steuert außerdem die verschiedenen Funktionen der anderen Drüsen. So kann dann die Produktion der Hormone kontrolliert werden - zum Beispiel, ob zu wenig oder zu viele vorhanden sind. Sind zum Beispiel zu wenig Schilddrüsenhormone im Körper, wird die Hirnanhangdrüse zur Produktion des Hormons TSH, das die Schilddrüse anregt, stimuliert.

Funktion

Verschiedene Botenstoffe, die im Hormonsystem - Herz, Nieren, Leber, Magen-Darm-Trakt, Thymus, zentralem Nervensystem und anderen Organen - erzeugt werden, haben jeweils unterschiedliche Funktionen. Die Langerhans-Inseln beispielsweise, die an der Bauchspeicheldrüse sitzen, produzieren das Insulin: Dieses Hormon reguliert den Blutzuckerspiegel. Wenn zu wenig davon vorhanden ist, kommt es zu Diabetes. Das Hormon muss dann gespritzt werden.

Ein weiteres bekanntes Hormon ist das Schilddrüsenhormon. Die Schilddrüse produziert diese Hormone, die dann den Stoffwechsel anregen. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen verlangsamt sich daher der Stoffwechsel. Bei einem Überschuss an diesen Hormonen wird im Umkehrschluss der Stoffwechsel beschleunigt.

Die jeweiligen Geschlechtshormone sind dafür verantwortlich, bei Mann und Frau die Geschlechtsmerkmale auszubilden. Außerdem beeinflussen sie das sexuelle Verhalten jedes Einzelnen. In den Nebennieren hingegen werden verschiedene Arten von Glukokortikoiden produziert: Sogenannte Steroidhormone. Sie haben Einfluss auf den Stoffwechsel, den Mineralhaushalt, das Herz-Kreislaufsystem und haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Das Hormon Somatropin wiederum reguliert das Wachstum. Ein anderes Hormon, Prolaktin, ist hingegen für Frauen wichtig, die gerade entbunden haben: Es ist während der Stillzeit für die Produktion der Muttermilch verantwortlich.

Im Hypophysenhinterlappen, einem Teil des Gehirns, werden die Hormone Vasopressin und Oxytocin (das so genannte Kuschelhormon) gespeichert. Sie stammen aus dem Hypothalamus und können bei Bedarf freigesetzt werden. Vasopressin ist ein antidiuretisches Hormon; das heißt, es regelt in den Nieren die Wasserresorption. Oxytocin dagegen hilft dabei, direkt nach der Geburt die Muskulatur der Gebärmutter zusammenzuziehen.



Erkrankungen des Hormonsystems

Erkrankungen können sich innerhalb des endokrinen Systems auf unterschiedliche Art und Weise äußern. Wenn beispielsweise spezielle Organe betroffen sind, kann es zu einem Mangel, einem Ausfall oder einem Überschuss einzelner Hormone kommen - mit entsprechenden gesundheitlichen Störungen und Folgen.

Bekanntestes Beispiel ist vermutlich der Insulinmangel, der Diabetes hervorruft. Kann der Insulinspiegel nicht durch die Nahrungsaufnahme geregelt werden, muss es synthetisch durch Spitzen verabreicht werden.

Viele Menschen leiden außerdem an einer Schilddrüsenunter- oder überfunktion. Bei der Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt sich nicht nur der Stoffwechsel, sondern auch alle weiteren körperlichen Funktionen. Typische Symptome sind ein starker Gewichtsverlust, Nervosität, höhere Herzfrequenz und Durchfall. Bei einer Unterfunktion ist die betroffene Person ständig müde, nimmt schnell zu und ist antriebslos - ähnlich wie bei einem Eisenmangel.

Ein Überschuss an Cortisol bewirkt hingegen das "Cushing Syndrom" mit Stammfettsucht und einer erhöhten Infektanfälligkeit. Eine ganze Reihe von Hormonen ist betroffen, wenn der Hypophysenvorderlappen ausfällt, auch bekannt als Sheehan-Syndrom. Dieser Funktionsausfall des Hypophysenvorderlappens erfordert eine schnelle Behandlung durch einen Arzt. Danach ist in vielen Fällen eine lebenslange Hormonsubstitution erforderlich.

Wenn bei einer Person die Sexualhormone von Hormonstörungen betroffen sind, kann es beispielsweise zu einem Testosteronmangel beim Mann, zu Sexualfunktionsstörungen oder zu Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau führen. Doch auch psychische Störungen können Auswirkungen auf das Hormonsystem haben, da das endokrine und das Nervensystem eng miteinander verbunden sind.

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