Lupus - Systematischer Lupus erythematodes (SLE)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Dezember 2014
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Systematischer Lupus erythematodes (Wolfskrankheit) bezeichnet eine Autoimmunerkrankung, die insbesondere Blutgefäße, die Haut und die Niere betrifft. Der Begriff "Lupus" (Wolf) und "erythematodes" (Rötung) ist auf die äußeren Krankheitszeichen zurückzuführen. Die typischen Hautschädigungen (Läsion und Rötung der Haut) erinnern an eine Verletzung durch einen Wolfsbiss.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lupus erythematodes (Wolfskrankheit)?

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Systemischer Lupus erythematodes (kurz: SLE) ist eine sehr seltene systemische Autoimmunerkrankung. Die Bezeichnung "systemisch" bezeichnet die Tatsache, dass die Erkrankung den gesamten Körper betreffen kann.

Bei Autoimmunerkrankungen identifiziert das Immunsystem körpereigenes Gewebe oder körpereigene Organe fälschlicherweise als Fremdkörper und bildet Antikörper (Autoantikörper). So kommt es bei Systemischer Lupus erythematodes an betroffenem Gewebe zu Schädigungen und den typischen Hautrötungen (Hautläsionen).

Die Bezeichnung Systemischer Lupus erythematodes leitet sich ab von einem typischen roten, narbenähnlichen Gesichtsausschlag (Erythem). Die Ursachen der Erkrankung sind nicht genau bekannt. Sowohl Viren, als auch UV-Strahlung stehen im Verdacht Lupus erythematodes auszulösen. Eine frühere Bezeichnung von Lupus erythematodes ist die sogenannte "Wolfskrankheit".

Ursachen

Als ursächlich für die Entwicklung von Systemischer Lupus erythematodes (SLE) werden verschiedene Faktoren diskutiert: So ist das Erkrankungsrisiko eines eineiigen Zwillings eines von Systemischer Lupus erythematodes betroffenen Menschen höher ist, als das der Normalbevölkerung.

Als sogenannte Autoimmunerkrankung attakiert das Immunsystem (Autoantikörper) als Folge der Erkrankung vor allem die Zellkerne von Zellen - und diese enthalten die Erbinformationen, die DNA.

Es wird daher angenommen, dass eine erbliche Komponente (Veranlagung) eine wichtige Rolle bei der Erkrankung spielt. Auch infektiöse Ursachen werden diskutiert: So ist bekannt, dass die Krankheit gehäuft nach Virus-Infektionen (Humanes-Herpes-Virus 4) auftritt. Auch ein ungünstiger Einfluss von UV-Licht für das Risiko, an Lupus erythematodes zu erkranken, ist bekannt.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen von Lupus erythematodes:

Der Lupus erythematodes wird auch als "Wolfskrankheit" oder "Schmetterlingskrankheit" bezeichnet. Es handelt sich um eine rheumatische Krankheit, die zu starken Rötungen des Gesichts führt, welche nach dem Abklingen Narben bilden. Da diese Narben einem menschlichen Antlitz in den Augen anderer Menschen etwas Wolfsähnliches verleihen, wurde der Name "Wolfskrankheit" populär; da die Rötungen etwa die Form eines Falters aufweisen, wird sie auch als "Schmetterlingskrankheit" bezeichnet.

Bei Lupus erythematodes handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit: Durch einen Defekt im Immunsystem erkennt der Körper eigene Zellen nicht mehr und beginnt, diese als vermeintliche Fremdkörper zu attackieren. Ursächlich für entstehenden Symptome ist die vorliegende Fehlfunktion. Es kann im Verlauf der Krankheit zu chronischen Entzündungen von Haut und Gelenken kommen, welche sogar andere Organe befallen können. Die Krankheit gilt daher als systemische Autoimmunkrankheit. Neben rheumatischen Beschwerden ist für die Betroffenen auch die optische Entstellung von erheblicher Bedeutung.

Lupus erythematodes beginnt in der Regel mit den genannten Hautrötungen, welche die Betroffenen jedoch meist zu spät veranlasst, einen Arzt aufzusuchen, da häufig ein Ausschlag oder eine Allergie als Ursache vermutet wird. Später kann die Krankheit verschiedene Organe und sogar das Gehirn befallen. In seltenen Fällen führt Lupus erythematodes daher sogar zum Tod, was heute indes selten geworden ist.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose eines systemischen Lupus erythematodes kann bereits anhand der Symptomschilderung mit typischen Beschwerden wie beispielsweise diskoider Hautausschlag, Schmetterlingserythem oder Gelenkentzündungen erfolgen. Da es sich bei SLE um eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises handelt, wird die endgültige Diagnose oft erst beim Rheumatologen gestellt. Bei milden Verläufen können die Krankheitserscheinungen auch uneindeutig sein, was nicht selten zu jahrelangen Fehldiagnosen führen kann. Um die Diagnose zu erhärten, sind neben Röntgenaufnahmen und Laboruntersuchungen auch Gewebeproben notwendig, die histologisch, also feingeweblich, untersucht werden.

Der Pathologe findet bei SLE ein sogenanntes Lupusband, was feingeweblich den in die Haut eingelagerten Immunkomplexen entspricht. Im Blutserum lassen sich sogenannte Autoantikörper zumeist in hohen Konzentrationen nachweisen. Das American College of Rheumatologie hat als wissenschaftliche Vereinigung von Rheumatologen Klassifikationskriterien herausgegeben, die international zur Diagnose eines Lupus erythematodes gültig sind. Es handelt sich dabei um insgesamt 11 Kriterien, von denen mindestens 4 erfüllt sein müssen, damit die Diagnose sicher gestellt werden kann. Leitsymptome sind der Nachweise von antinucleären Antikörpern, ANA sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, Fotosensitivität.

Behandlung und Therapie

Derzeit ist es noch nicht möglich Systemischer Lupus erythematodes vollständig zu heilen. Daher besteht eine Therapie vor allem in der Behandlung der Beschwerden, die mit Lupus erythematodes in Verbindung stehen: Entsprechende Symptomschwerpunkte sind bei jedem Patienten verschieden gelagert, weshalb ein entsprechendes Therapieprogramm individuell ausgerichtet sein muss.

Leichte Beschwerden, wie die Hautrötungen, können mit speziellen Hautsalben behandelt werden.

Neben der Symptombehandlung zielt die Therapie vor allem darauf ab, das Fortschreiten der Grunderkrankung einzudämmen: Da die Körperschädigungen im Rahmen von der Erkrankung durch chronische Entzündungsprozesse (in Folge des Angriffs der Autoantikörper) hervorgerufen werden, können beispielsweise Medikamente eingesetzt werden, die die Aktivität des Immunsystems hemmen. Diese Arzneistoffe gehören zur Gruppe der Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin).

Durch eine geringe Aktivität des Immunsystems soll damit auch das Risiko aktiver Autoantikörper bei der Krankheit gesenkt werden. Gegen akute Entzündungsvorgänge im Zusammenhang mit Lupus erythematodes kann der kurzfristige Einsatz von Kortison (Kortisontherapie, auch als Stoßtherapien bezeichnet) helfen.

Grundsätzlich kennt die Medizin noch keine wirksamen Methoden, einer Erkrankung an Lupus erythematodes vorzubeugen, denn die genaue Ursache dieser Autoimmunerkrankung ist noch weitgehend unbekannt.

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Vorbeugung

Für Menschen, die bereits an Systemischer Lupus erythematodes erkrankt sind, kann es allerdings hilfreich sein, verschiedene Maßnahmen zu beachten, um den akuten Krankheitsschüben vorzubeugen.

Da UV-Licht zu den möglichen Auslöser für die Erkrankung zählt, sollten ausgiebige Sonnenbäder vermieden werden. Ist ein Kontakt mit der Sonnenstrahlung unausweichlich, sollte für einen ausreichenden Sonnenschutz gesorgt werden.

Bei niedrigen Temperaturen ist für einen ausreichenden Kälteschutz zu sorgen. Hier sollten vor allem Hände und Füße warm gehalten werden.

Regelmäßige Bewegung und ein weitgehender Verzicht auf den Genuss von Alkohol und Nikotin wirken sich ebenfalls auf einen positiven Krankheitsverlauf aus.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

anonym kommentierte am 31.01.2015 um 17:12 Uhr

Ich habe zwei rote Flecken im Gesicht und auf der Schulter. Sie ähneln einem Wolfsbiss. Zudem habe ich Gelenkschmerzen und daher die Befürchtung Lupus zu haben.