Embolie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. März 2015
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Der Begriff Emolie entstammt dem griech. Wort Embolus, was soviel wie: Gefäßpfropf bzw. -pflock bedeutet. Blutgefäße, die mit Substanzen, wie Luftblasen oder Blutgerinnseln, verstopft oder verschlossen sind, können nicht mehr für eine ausreichende Blut- und Sauerstoffversorgung des Körpers sorgen, hierbei spricht man von einer Embolie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Embolie?

Bei einer Embolie handelt es sich um einen teilweisen oder kompletten Verschluss von Blutgefäßen, der mit Komplikationen verbunden ist. Der Verschluss kommt zustande, indem ein Blutpfropf gelöst wird, der durch die Blutbahnen transportiert wird, bis diese zu eng für den Pfropf werden.

Als Folge kommt es zu einer Verstopfung dieser Gefäße. Je nachdem wo sich dieser Pfropf löst, sind verschiedene Organe von der Embolie betroffen. Die Konsequenz aus der Embolie ist ein Infarkt, bei dem es zum nekrotischen Absterben des Gewebes kommt.

Ursachen

Durch gewisse Ursachen bedingt wird eine Embolie auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet. Besondere Risikofaktoren für eine Embolie stellen zum Beispiel zu langes Sitzen dar. Ebenso erhöhen Übergewicht, Rauchen und Diabetes sowie Herzkrankheiten das Risiko einer Embolie.

Jedoch sind die Ursachen für eine Embolie nicht im kompletten Umfang geklärt. Da es sich beim Embolus um lockeres, festes Material handelt wird vermutet, dass vor allem frische Blutgerinnsel für eine Embolie sorgen können, da hier der Anteil an lockerem Material besonders hoch ist und keine narbige Veränderung vorliegt.

Unterschieden wird zwischen venösen und arteriellen Embolien, wobei die arterielle Embolie wohl hauptsächlich durch Herzkrankheiten hervorgerufen wird, während die venöse Embolie durch Verstopfung der Lungenarterie verursacht wird.

Verschiedene Typen des Embolus können eine Embolie auslösen:

  • Reitender Embolus: Bleibt an der Verzweigung von zwei Gefäßen stecken
  • Septischer Embolus: Enthält Bakterien und kann zu eitrigen Infektionen führen
  • Metastasischer Embolus: Gebildet aus Tumorzellen-Komplexen

Weitere Faktoren, die zu einer Embolie führen können sind Parasiten, Luft und Fett-Tröpfchen.

Symptome und Verlauf

Je nach Ort der Embolie führt diese zu verschiedenen Symptomen. Nahezu immer auftretende Symptome stellen hierbei starke Schmerzen und Funktionsverlust der betroffenen Organe dar. Handelt es sich bei den betroffenen Partien um die Extremitäten, so fällt dies durch fehlenden Puls in den Extremitäten auf und durch ein fehlendes Gefühl bis hin zu Lähmungen. Zudem wirken die Extremitäten kalt und blass.

Im Falle einer Embolie im Gehirn, dem sogenannten Schlaganfall, treten Lähmungen und Bewusstlosigkeit auf. Bei der Lungen-Embolie hingegen kann es zu akuter Atemnot, Zusammenbruch des Kreislaufs und Herzrasen kommen. Der weitere Verlauf einer Embolie kann immer auch mit Komplikationen verbunden sein, die vom Verlust der Extremitäten bis hin zu Lähmungen und dem Tod führen können. Prinzipiell ist es so, dass jeder, der einmal eine Embolie hatte auch wiederholt betroffen sein kann.

Diagnose

Die Diagnose einer Embolie wird meist anhand vorhandener Schmerzen und Symptome getroffen. Je nach Art der Embolie wird diese von verschiedenen Ärzten behandelt. Sollte es sich jedoch um einen absoluten Notfall handeln, ist eine Einlieferung in ein Krankenhaus unumgänglich.

Die Erst-Diagnose äußert der Patient in der Regel starke Schmerzen, fehlenden Puls, blasse Haut und Temperaturunterschiede. Weiterhin ist eine Diagnose mittels Ultraschall-Methoden und nuklearmedizinischen Untersuchungen möglich. Hierzu zählen die Doppelsonographie, die Angiographie und die Lungenszintigraphie.

Bei der Angiographie wird ein Kontrastmittel in die Blutbahn eingespritzt. Mittels dieses Kontrastmittels ist es nun möglich durch Röntgenaufnahmen die Blutgefäße darzustellen und einen Blutgefäßverschluss zu ermitteln. Bei der Szintigraphie wird hingegen ein schwach radioaktives Mittel verabreicht, welches durch seine Verteilung im Körper eine Embolie aufzeigen kann.

Behandlung und Therapie

Wird eine Embolie im Bereich der Extremitäten diagnostiziert, so erfolgt eine Behandlung mittels gerinnungshemmenden Mitteln und eine tiefe und weiche Lagerung der Extremitäten. Anschließend muss die Entscheidung erfolgen, ob weitere Medikamente zur Behandlung der Embolie verabreicht werden oder ob eine Operation notwendig ist.

Wird versucht das Gerinnsel aufzulösen oder zu entfernen, kann hierbei die Entfernung mittels eines Katheters erfolgen. Zur gewöhnlichen Behandlung zählen ebenfalls Schmerzmittel, die dem Patienten verabreicht werden. Weiterführende Behandlungen der Embolie finden für gewöhnlich im Krankenhaus statt. Oft ist dieser Aufenthalt mit der Intensivstation verbunden, da in einigen Fällen Sauerstoffmangel verhindert werden muss und im nötigen Falle eine künstliche Beatmung erfolgt.

An die akute Behandlung der Embolie erfolgt die Behandlung mit Mitteln, die die Gerinnung hemmen sollen. Diese Behandlung kann über einen längeren Zeitraum, bis hin zu lebenslang erfolgen. Wichtig ist hierbei eine regelmäßige Anpassung des Mittels anhand des Quick-Wertes im Blut. Sollte auch diese Maßnahme nicht helfen und es kommt erneut zur Embolie, so kommt es zur Implantierung eines Cava-Schirms. Beim Carva-Schirm handelt es sich um eine Art Sieb, welche in die Vene gesetzt wird und so weitere Thrombosen und Embolien verhindern soll.

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Vorbeugung

Um einer Embolie vorzubeugen, sollten soweit dies möglich ist, jegliche Risikofaktoren vermieden werden. Bei langen Flügen und Autofahrten sollte für ausreichend Bewegung gesorgt werden.

Auch eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit kann Embolien entgegenwirken. Zudem sollten Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck vermieden werden.

Nach Entbindungen und Operationen sollten zur Vorbeugung Stützstrümpfe (Kompressionsstrümpfe) getragen werden, sodass eine Embolie erst gar nicht entstehen kann.

Zusätzlich ist ein Entgegenwirken mit Medikamenten wie zum Beispiel gerinnungshemmenden Mitteln wie Heparin und Phenprocoumon oder aber die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) möglich, um das Risiko einer Embolie zu vermindern.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Bonnie kommentierte am 04.03.2016 um 21:01 Uhr

In der Familie ist eine septische Embolie in der Lunge und im Gehirn aufgetreten. Ausgelöst durch einen bakteriellen Infekt im Darm. Voran ging eine Leukämie mit Chemotherapie.