Hyperlipidämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. April 2016
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Hyperlipidämie - auch Hyperlipoproteinämie - ist der medizinische Fachterminus für eine Erhöhung der Fette (Lipide) im Blutserum. Diese bezieht sich auf Cholesterin und Triglyceride sowie die dazugehörigen Lipoproteine im Blut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hyperlipidämie?

Hyperlipidämie kommt in zwei Varianten vor - der primären und der sekundären Hyperlipdämie. Bei der ersten Form (Primäre Hyperlipidämie) handelt es sich um eine originäre, in der Regel genetisch bedingte Erkrankung, während die zweite Form (Sekundäre Hyperlipidämie) Folge einer anderen Grunderkrankung ist.

Für die Unterscheidung der Primären Hyperlipidämien hat sich die Klassifikation nach Fredickson bewährt, in welcher die spezifischen Werte (Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride) sowie die Färbung des Nüchternserums und das Resultat der Gelelektrophorese Eingang gefunden haben.

Fünf Typen von Primärer Hyperlipidämie lassen sich auf diese Weise diagnostizieren: kurz HLP Typ 1 bis HLP Typ 5. Die häufiger vorkommenden Sekundären Hyperlipidämien sind in vielen Fällen ernährungs- und lebensstilbedingt. Hyperlipidämie ist keine Randerscheinung: Rund zwanzig Prozent der Erwachsenen in den westlichen Industrienationen haben Schwierigkeiten mit dem Fettstoffwechsel. Bei der Generation 40plus liegt die Rate sogar bei etwa 50 Prozent.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Hyperlipidämie können sehr unterschiedlich sein. Entscheidend ist, ob es sich um eine eigene Erkrankung handelt oder ob die Hyperlipidämie lediglich Symptom einer anderen Erkrankung ist. Dies führt zur Unterscheidung in Primäre und Sekundäre Hyperlipidämien. Erstere Form ist in der Regel genetisch bedingt, wird also nicht durch andere Erkrankungen hervorgerufen. Die andere Form der Hyperlipidämie kann beispielsweise aus einer Diabetes-Erkrankung resultieren - dies sowohl bei Typ 1-Diabetes als auch bei Typ 2-Diabetes.

Auch können Leber- oder Nierenerkrankungen, Gallenstauungen (Cholestase), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), einige seltene Stoffwechselkrankheiten und sogar Alkoholismus ursächlich für eine Hyperlipidämie sein. Darüberhinaus können auch Arzneimittel und hormonelle Veränderungen - beispielsweise nach einer Schwangerschaft - eine Ansteigen der Lipide im Blut bewirken. Und sogar die Ernährung kann eine Rolle bei der Entstehung einer Hyperlipidämie spielen - in Form von Über- bzw. Fehlernährung.

Krankheiten

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Hyperlipidämie:

Hyperlipidämie: Grad der Ablagerung von Blutfetten in den Gefäßwänden (Arteriosklerose).

Hyperlipidämie verursacht in den meisten Fällen anfangs keine Symptome oder bestimmte Beschwerden. In wenigen Fällen sind sogenannte Xanthome auf der Haut sichtbar - dies vor allem im Augenbereich, an den Ellenbogen und den Knien.

Außerdem beobachtet der Patient in der Regel weiter keine Veränderungen seines Erscheinungsbildes und auch seiner Befindlichkeit. Das ist aber gerade das Tückische: So kann sich diese Erkrankung über einen längeren Zeitraum entwicklen, ohne dass der Patient etwas davon bemerkt.

Kommen dann zu den erhöhten Bluttfettwerten noch bestimmte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Adipositas, Bewegungsmangel oder Rauchen hinzu, ist die Gefahr groß, dass sich aus einer Hyperlipidämie eine Folgeerkrankung - zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit - entwickeln kann. Am Ende kann sogar ein Schlaganfall drohen. Ursächlich für einen derartigen Verlauf ist in vielen Fällen eine bestehende Arteriosklerose, welche Resultante erhöhter Blutfettwerte über einen länegeren Zeitraum sein kann.

Diagnose

Besteht eine Hyperlipidämie oder nicht? Die medizinische Klärung der Frage beziehungsweise die entsprechende Diagnose beinhaltet verschiedene Faktoren: Zuerst einmal gibt die Bestimmung der Blutfettwerte schon einen gewissen Aufschluss. Danach wird der behandelnde Arzt den Patienten sicherlich fragen, ob bereits nahe Angehörige - also Eltern oder Geschwister - einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben.

Zudem bietet sich noch eine Ultraschalluntersuchung an, um zu erkennen, ob eine Ablagerung des sogenannten bösen LDL-Cholesterins in den Gefäßen des Patienten vorliegt. Zur Bestimmung eignet sich hierzu vor allem die Hauptschlagader am Hals: Hier lässt sich der sogenannte Intima-Media-Komplex ermitteln. Ein Zuviel an Cholesterin in dieser Gewebeschicht gilt dann als Hinweis auf ein deutlich höheres Gefäßrisiko und damit auf Hyperlipidämie.

Behandlung

Besteht im Zusammenhang mit Hyperlipidämie Übergewicht, ist unbedingt auf ausgewogene Ernährung bei gleichzeitig vermehrter körperlicher Betätigung zu achten, um so schnellstmöglich Normalgewicht zu erreichen. Hinsichtlich der Ernährung ist vor allem auf das Verhältnis von Fett- und Eiweissanteil (etwa jeweils 25 Prozent) in Relation zum Kohlenhydratanteil (ca. 50 Prozent) Wert zu legen.

Diese Ernährungsumstellung beziehungsweise Diät reicht jedoch nicht immer aus, um der Hyperlipidämie effizient zu begegnen. In diesen Fällen kommen dann vor allem Statine zum Einsatz. Sie wirken im Vergleich zu anderen Substanzgruppen stärker senkend. Für eine medikamentöse Behandlung der Hyperlipidämie kommen insbesondere die sogenannten CSE-Hemmer in Betracht: Sie bewirken vor allem eine signifikante Senkung der Cholesterinwerte.

Prädestiniert für die Einnahme dieser CSE-Hemmer sind zu allererst Patienten nach erlittenem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Darüberhinaus profitieren von einer Einnahme auch Hyperlipidämie-Patienten mit einer erhöhten Fetteinlagerung im bereits genannten Intima-Media-Komplex, gleichgültig ob dieser Personenkreis bereits einen Herzinfarkt beziehungsweise einen Schlaganfall erlitten hat oder nicht.



Vorbeugung

Für die genetisch bedingte Hyperlipidämie existiert eine wirkliche Prophylaxe nicht. Als wichtigste vorbeugende Maßnahme gilt daher das Ausschalten weiterer Risikofaktoren. Dazu gehört neben einer Normalisierung des Körpergewichts vor allem die die Kontrolle des Blutdrucks. Damit es erst gar nicht zur Hyperlipidämie kommt, sollten ab dem 36. Lebensjahr die Blutfettwerte regelmäßig - zumindest alle zwei Jahre - kontrolliert werden.

Dafür bietet sich der routinemäßige Gesundheitscheck beim Hausarzt an. Eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen ist in den meisten Fällen gegeben. In einigen Fällen - zum Beispiel bei veränderten Lebensumständen mit Gewichtszunahme - erscheint sogar eine frühere Kontrolle angezeigt. So hat die Hyperlipidämie ihre fetten Jahre bald hinter sich.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

I. Ti. kommentierte am 04.04.2016 um 19:59 Uhr

Bin seit vielen Jahren Patient. Nichtraucher seit 39 Jahren. Seit 18 Monaten Ernährung umgestellt, wenig Kohlenhydrate, fast kein Obst, ganz viel Gemüse außer Knollengemüse. Nichts Süßes, nur in Ausnahmefällen.Viel Fleisch, Fisch, Käse und Eier, aber wenig Milchprodukte. Meine Cholesterinwert haben sich so verbessert, dass eine Tablette abgesetzt werden konnte. Meine Zuckerwerte sind ebenfalls sehr viel besser geworden, sowie Nieren- und Leberwerte. Im Normbereich. Außerdem habe ich ca. 15kg abgenommen. Kann ich nur empfehlen! Ich würde mich über neue Infos freuen.

lalunja kommentierte am 23.06.2016 um 19:02 Uhr

Hallo, ich habe gerade meine Blutwerte erhalten: Cholesterin 268mg/dl und Triglyzeride 1166mg/dl. Hat jemand Erfahrung mit solch hohen Werten?