Herzbeutelentzündung (Perikarditis)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. August 2017
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Bei einer Herzbeutelentzündung ist die Gewebehülle rund um das Herz entzündet. Mediziner sprechen dann auch von einer Perikarditis.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis)?

Unter einer Herzbeutelentzündung versteht man eine Erkrankung am menschlichen Herzen, bei welcher das Gewebe entzündet ist, welches das Herz umgibt. Bei dem Herzbeutel handelt es sich um zwei dünnen Häute, die das Herz komplett umgeben und so schützen.

Bei der Herzbeutelentzündung werden die primäre und die sekundäre Form der Erkrankung unterschieden. Während bei der primären Herzbeutelentzündung in der Regel Viren als Auslöser gelten, liegen der sekundären Herzbeutelentzündung andere Erkrankungen zugrunde. Zahlreiche Erkrankungen des Stoffwechsels, etwa Diabetes, können so eine Herzbeutelentzündung auslösen. Häufiger ist die primäre Form der Herzbeutelentzündung anzutreffen.

Ursachen

In den meisten Fällen sind Viren der Auslöser für eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis). Insbesondere die sogenannten Coxsackie-Viren sind als Erreger bekannt. In einigen wenigen Fällen können zudem Bakterien die Herzbeutelentzündung auslösen. Dies geschieht immer dann, wenn Erreger sich über die Blutbahn im gesamten Körper verteilen und so zum Herzen gelangen.

Eine lokale Entzündung, etwa im Zahnbereich nach dem Ziehen eines Zahnes, kann dies ebenso bedingen wie eine Lungenentzündung oder Tuberkulose. Nur in sehr seltenen Fällen sind bestimmte Krebserkrankungen der Auslöser für die Herzbeutelentzündung.

In Folge von Lungen- oder Brustkrebs können sich sogenannte Tochtergeschwulste im Herzbeutel ansiedeln; ein Primärtumor unmittelbar im Herzbeutel ist dagegen sehr selten. Auch ein Nierenversagen kann eine Herzbeutelentzündung begünstigen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Patienten klagen bei einer Herzbeutelentzündung nicht nur über erhöhte Temperatur, sondern auch über Schmerzen unter dem Brustbein. Beim Husten oder Einatmen sowie beim Liegen verstärken sich diese Schmerzen meist - ein vorgebeugter Oberkörper wiederum schafft den meisten Patienten Erleichterung.

Allerdings sind die Symptome bei einer Herzbeutelentzündung nicht immer eindeutig. Eine plötzlich auftretende körperliche Schwäche, verbunden mit hohen Fieber, kann meist nicht eindeutig einer bestimmten Erkrankung zugeordnet werden. Vor allem bei der bakteriellen Herzbeutelentzündung ist starkes Fieber ein häufig auftretendes Symptom.

Eine häufige Begleiterscheinung der Herzbeutelentzündung ist der Herzbeutelerguss, bei welchem sich Flüssigkeit im Herzbeutel ansammelt. Ist dies der Fall, kann die Tätigkeit des Herzens eingeschränkt sein. Auch können als weitere Symptome gestaute Halsvenen, geschwollene Beine sowie eine vergrößerte Leber hinzukommen.

Diagnose

Neben den typischen Symptomen kann der behandelnde Arzt eine Herzbeutelentzündung auch anhand verschiedener Untersuchungsverfahren diagnostizieren. EKG und Ultraschall zählen ebenso zu vielfach angewandten Untersuchungsmethoden wie diverse Röntgen- und Blutuntersuchungen.

Zunächst aber erfolgen eine umfassende Befragung zur Krankengeschichte sowie eine gründliche körperliche Untersuchung. Während dieser horcht der Arzt das Herz des Patienten mit dem Stethoskop ab. Das EKG wiederum zeigt einige typische Veränderungen, die einem Herzinfarkt durchaus gleichen. Die Untersuchung des Blutes wiederum gibt Anzeichen einer Entzündung gut wieder: Bei einer Entzündung ist beispielsweise die Anzahl der weißen Blutkörperchen meist erhöht.

Eine eventuelle Komplikation bei einer Herzbeutelentzündung ist die sogenannte Herzbeuteltamponade. Bei dieser entsteht bedingt durch die hohe Flüssigkeitsmenge ein Druck auf das Herz, so dass dieses nicht mehr richtig arbeiten kann. Ein sinkender Blutdruck und in dessen Folge ein Schock sind dann keine Seltenheit. Die Herzbeuteltamponade ist ein medizinischer Notfall, der unbedingt im Krankenhaus behandelt werden sollte.

Komplikationen

In den meisten Fällen kann eine Herzbeutelentzündung relativ gut behandelt werden. Dabei treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf, wenn die Behandlung schon frühzeitig eingeleitet wird. Die Betroffenen leiden bei der Herzbeutelentzündung in erster Linie an einem sehr hohen Fieber und weiterhin auch an einer allgemeinen Schwäche. Auch eine verringerte Belastbarkeit und eine dauerhafte Müdigkeit können durch die Herzbeutelentzündung auftreten und die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringern. In vielen Fällen kommt es weiterhin auch zu Schmerzen in der Brust und zu einem Herzrasen.

Durch die relativ einfache Diagnose kann die Herzbeutelentzündung schon frühzeitig diagnostiziert werden, sodass auch eine frühzeitige Behandlung durchgeführt werden kann. Diese wird mit Hilfe von Antibiotika und Bettruhe durchgeführt und es meistens nicht mit Komplikationen verbunden. In einigen Fällen kann die Herzbeutelentzündung durch ein Nierenversagen auftreten, sodass der Betroffene auf eine Dialyse angewiesen ist. In schwerwiegenden Fällen sind allerdings auch operative Eingriffe notwendig. Weiterhin hängt der weitere Verlauf der Krankheit stark von ihrer Ursache ab. Ob es dabei zu einer Verringerung der Lebenserwartung kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Herzbeutelentzündung erfolgt in der Regel mit Medikamenten. Meist werden antientzündliche Medikamente verabreicht; vor allem bei einer viralen Herzbeutelentzündung helfen diese sehr gut. Bei einer durch Bakterien ausgelösten Herzbeutelentzündung werden zusätzlich Antibiotika verschrieben.

Sind andere Erkrankungen der Auslöser für die Herzbeutelentzündung, gilt es, zunächst diese Grunderkrankung wirkungsvoll zu therapieren. Bei einem Nierenversagen als Auslöser, muss der Patient sich vermutlich einer Dialyse, also einer Reinigung des Blutes, unterziehen. Bei einer tumorbedingten Herzbeutelentzündung wird in der Regel eine Chemotherapie oder Strahlenbehandlung angewandt.

Lediglich wenn als Komplikation eine Herzbeuteltamponade oder ein Herzbeutelerguss hinzukommen, wird der Arzt überschüssige Flüssigkeit ableiten. Dies geschieht heutzutage mittels Punktion oder Drainage. Auch bei dieser Behandlung können natürlich Komplikationen auftreten - in etwa fünf Prozent der Fälle kommt es zu Blutungen oder Fehlpunktionen.

In der Regel sind die Heilungschancen bei einer Herzbeutelentzündung sehr gut und die Aussichten auf Heilung durchaus positiv. Die virale Herzbeutelentzündung heilt in der Regel nach ein bis drei Wochen vollständig aus - eine entsprechende Behandlung vorausgesetzt.



Vorbeugung

Einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) kann man kaum vorbeugen. Natürlich führt aber eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und einer gesunden Ernährung dazu, zahlreiche Krankheiten, die wiederum eine Herzbeutelentzündung begünstigen können, auszuschließen. Erwähnenswert ist das Medikament Colchichin, denn dieses kann einer sogenannten idiopathischen Perikarditis, die regelmäßig wiederkehrt, vorbeugen.

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