Helicobacter pylori

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Mai 2016
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Das Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedeln und dort die häufig auftretende Typ-B-Gastritis sowie andere Erkrankungen des Magens verursachen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Helicobacter pylori?

Beim Helicobacter pylori – umgangsprachlich auch kurz als „HP“ bezeichnet – handelt es sich um ein [Bakterien|Bakterium]] in Stäbchenform, das die Fähigkeit besitzt, trotz der Magensäure im Magen zu überleben. Gelangt der Keim (vermutlich auf oralem Weg) in den Magen, befällt er die schützende Magenschleimhaut, wo er verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen kann. So sind über 80 Prozent aller Magenschleimhautentzündungen auf eine Fehlbesiedelung durch das Helicobacter Pylori zurückzuführen (Typ-B-Gastritis).

In vielen Fällen verläuft die Infektion symptomlos, bei Entstehung einer Magenschleimhautentzündung kann es jedoch vor allem zu Magenschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und einem durch Übersäuerung ausgelösten Sodbrennen kommen. Mit einer Triple-Therapie aus einem Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika kann das Helicobacter Pylori in den meisten Fällen erfolgreich beseitigt werden.

Ursachen

Die Ursache der Infektion mit dem Helicobacter pylori ist noch nicht endgültig geklärt. Als mögliche Ansteckungsursachen gelten die Mund-zu-Mund-Übertragung bei Kontakten zwischen Partnern sowie Eltern und Kindern, das Konsumieren von mit dem Helicobacter Pylori besiedelten Lebensmitteln, der enge Kontakt mit Haustieren oder mangelnde Hygienestandards. Das Stäbchenbakterium befällt die Magenschleimhaut und bildet dort ein spezielles Enzym, die sogenannte Urease, mit der es in den Zellstoffwechsel eingreift.

Die Folge ist eine unphysiologisch hohe Bildung von Magensäure, die die Magenschleimhaut angreift und so die klassische Typ-B-Gastritis – unter Umständen auch Folgeschäden in Form von Magengeschwüre oder Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bösartigen Neubildungen auslöst. Eine frühe Therapieeinleitung wäre deshalb in vielen Fällen wünschenswert, ist aber längst nicht immer zu realisieren, da eine Infektion mit dem Helicobacter Pylori oft symptomfrei verläuft und sich so lange Zeit einer Diagnose entzieht.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Helicobacter pyloris:

Führt der Befall mit dem Helicobacter Pylori zu Symptomen, sind diese in aller Regel auf das Verdauungssystem beschränkt. Klassisch sind drückende Schmerzen im Oberbauchbereich, ein Völlegefühl – vor allem nach den Mahlzeiten – sowie Appetitlosigkeit. Auch Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall können Anzeichen für eine ausgedehnte Infektion mit dem Helicobacter Pylori sein.

Wegen der durch das Bakterium angeregten erhöhten Säureproduktion können auch Beschwerden wie brennende Magenschmerzen, Reflux und Sodbrennen sowie ein saurer Geschmack im Mund entstehen. In vielen Fällen richtet die Besiedelung des Magens mit dem Helicobacter Pylori keinen Schaden an und bleibt demnach symptomlos. Unbehandelt kann die Infektion neben der Magenschleimhautentzündung und der Geschwürbildung allerdings auch bösartige Erkrankungen verursachen. So können Magenkrebs und das sogenannte MALT-Lymphom – eine Sonderform von Lymphdrüsenkrebs, die im Magen auftritt – auf dem Boden eines Befalls mit dem Helicobacter Pylori entstehen.

Diagnose

Die Diagnose der Infektion mit dem Helicobacter pylori wird oft durch die Magenspiegelung (Gastroskopie) gestellt. Hier werden im Rahmen einer Biopsie winzige Gewebeproben entnommen, die anschließend histologisch auf Bakterienbefall untersucht werden.

Der HP-Befall kann auch im Rahmen eines Atemtests festgestellt werden: Beim sogenannten Harnstofftest gilt der Nachweis von markierten Kohlenstoffatomen (C13) als beweisend für das Vorhandensein von Helicobacter Pylori, da das Bakterium mit der von ihm selbst hergestellten Protease Harnstoff spalten und so den betreffenden Kohlenstoff in die Ausatemluft freisetzen kann.

Zu keinem eindeutigen Ergebnis führt dagegen die Antikörperbestimmung im Blut, da diese auch nach einer Behandlung des Helicobacter Pylori noch für einige Zeit nachgewiesen werden können.

Behandlung

Eine Therapie der bakteriellen Besiedelung mit dem Helicobacter pylori ist vor allem dann ratsam, wenn deutliche Beschwerden vorhanden sind und diese über einen längeren Zeitraum anhalten. Standard ist die sogenannte Triple-Therapie. Hierbei handelt es sich um die gleichzeitige Anwendung von drei Medikamenten – und zwar eines die Magensäure regulierenden Protonenpumpenhemmers (Omeprazol oder Pantoprazol) sowie zweier unterschiedlicher Antibiotika, die das Helicobacter Pylori effektiv bekämpfen.

Diese auch als Eradikationstherapie bezeichnete Behandlungsmethode dauert in der Regel sieben Tage und ist mit einer hohen Erfolgsquote verbunden. Die Behandlung bewirkt jedoch keine Immunität, das bedeutet, dass es im Rahmen einer erneuten Ansteckung immer wieder zu Besiedelungen mit dem Helicobacter Pylori kommen kann.

Wenn auf dem Boden der Helicobacter Pylori-Infektion eine Gastritis oder sogar ein Geschwür entstanden ist, zielt die Therapie natürlich auch auf die rasche und deutliche Linderung der Beschwerden hin. In erster Linie muss hier auf eine magenschonende Ernährung geachtet und möglichst auf alles verzichtet werden, was die entzündete Magenschleimhaut zusätzlich reizen sowie die Säureproduktion ankurbeln könnte.

Zu vermeiden sind vor allem Genussmittel wie Nikotin, Koffein und Alkohol sowie scharf gewürzte, süße und saure Lebensmittel. Auch eine körperliche Schonung und Stressreduktion sind ratsam. Im Anschluss an die Helicobacter Pylori-Eradikation kann eine gezielte Darmsanierung durchgeführt werden, da die Antibiotika einen schädigenden Einfluss auf die natürliche Darmflora haben können.



Vorbeugung

Da die Ansteckungswege für den Befall mit Helicobacter pylori nicht genau bekannt sind, ist eine Vorbeugung kaum möglich. Bei Personen mit bekannter HP-Besiedelung ist der Mund-zu-Mund-Kontakt bis nach Abschluss der Behandlung am besten zu vermeiden. Normale Hygienemaßnahmen wie das Säubern von Obst und Gemüse vor dem Verzehr sowie das Händewaschen vor dem Essen reduzieren allgemein die Gefahr einer Berührung mit krankheitsauslösenden Keimen. Eine Impfmöglichkeit gegen die Infektion mit dem Helicobacter Pylori besteht nicht.

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