Harter Stuhlgang mit Schleim

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Mai 2017
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Harter Stuhlgang mit Schleim ist eine von vielen möglichen Erscheinungsformen des Stuhls und sollte ärztlich untersucht werden, wenn er wiederholt auftritt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Harter Stuhlgang mit Schleim?

Konsistenz, Farbe und Form des Stuhls werden maßgeblich von der Ernährung mitbestimmt. Da niemand jeden Tag genau dasselbe isst, variiert der Stuhl beinahe täglich. Harter Stuhlgang mit Schleim kann dabei tageweise oder auch regelmäßig vorkommen. Bei tageweisem Auftreten ist er meist kein Krankheitszeichen, auch wenn er sicherlich unangenehm ist. Er deutet dann vielmehr auf leichte Verstopfung oder schlecht verträgliche Nahrung hin. Tritt harter Stuhlgang mit Schleim aber gehäuft oder gar regelmäßig auf, kann er durchaus auf eine Grunderkrankung hindeuten.

Die Ursachen liegen meist im Magen-Darm-Trakt, wenn sie nicht direkt mit der Ernährung zusammenhängen. Harter Stuhlgang mit Schleim kann beispielsweise auf eine Verstopfung zusammen mit einer Lebensmittelunverträglichkeit hindeuten. Der Arzt wird bei gehäuftem Auftreten die Krankengeschichte des Betroffenen erfragen und anhand einer Stuhlprobe herausfinden können, woran die Veränderung der Stuhlkonsistenz liegt.

Ursachen

Tageweise Veränderungen des Stuhls sind normal und müssen nicht auf eine krankhafte Veränderung hindeuten. Schleim im Stuhl kann bereits entstehen, wenn der Darm es schwer hatte, einzelne Bestandteile der Nahrung zu verdauen - diese werden als Schleim wieder ausgeschieden. Das passiert beispielsweise bei bekannter Lebensmittelunverträglichkeit, zum Beispiel bei einer Laktoseintoleranz, wenn der Betroffene etwas Laktosehaltiges gegessen hätte. Begleitet werden solche Unverträglichkeiten gerne von leichten bis starken Bauchschmerzen und -Krämpfen.

Häufiger ist allerdings Durchfall als begleitende Erscheinung zu beobachten. Wenn es sich um harten Stuhlgang mit Schleim handelt, hängt die Ursache gerne mit einer Verstopfung zusammen. Diese kann etwa durch stopfende, wenig ballaststoffreiche Nahrung entstehen. Fertiggerichte oder Fast Food lösen gerne harten Stuhlgang mit Schleim aus, wenn sie eher öfter als seltener gegessen werden. Typisch ist harter Stuhlgang mit Schleim auch beim Reizdarmsyndrom. Er wechselt sich dann mit Durchfall ab, der Schleim ist jedoch fast immer dabei. Verfärbt sich der Schleim bei hartem Stuhl gelblich, sollte das unbedingt näher untersucht werden, denn das kann auf entzündliche Darmerkrankungen hindeuten.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Harten Stuhlgang mit Schleim hat jeder schon einmal gehabt. Nicht immer ist es jedoch notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Ein Arzt sollte aber dann konsultiert werden, wenn eine chronische Verstopfung mit ständiger Schleimbildung vorliegt. Des Weiteren ist ein Arztbesuch ebenfalls bei abwechselnden Durchfällen und Verstopfungen mit schleimigem Stuhlgang, bei Blutbeimengungen im Stuhl, bei ständigen Bauchkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen und Blähungen dringend anzuraten.

Auch wenn sich die Form des Stuhls längerfristig ändert, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das Gleiche gilt, wenn der Stuhlgang mit gelbem Schleim umgeben ist. In diesem Fall kann es sich um Eiter handeln. Bei grünem Stuhlgang mit Schleim wiederum ist es möglich, dass eine Infektion mit Salmonellen vorliegt. Bei Infektionen oder schweren Darmentzündungen tritt harter Stuhlgang mit Schleim immer nur als ein Symptom auf, welches auch neben anderen Beschwerden vorliegen kann. Ein Arzt sollte ebenfalls abklären, ob die Beschwerden etwa durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgelöst werden.

Daher ist es auch sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren, wenn sowohl harte als auch weiche Stuhlgänge mit Schleim regelmäßig nach dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln auftreten. Der Arzt sollte aber auch aufgesucht werden, wenn die gleichen Beschwerden ständig unter stressigen Situationen vorkommen. Hier kann er feststellen, ob es da einen Zusammenhang gibt und entsprechende Therapien vorschlagen.

Diagnose und Verlauf

Harter Stuhlgang mit Schleim kann in unregelmäßigen Abständen durch die Ernährung bedingt auftreten. Sobald die auslösende Nahrung ausgeschieden wurde, normalisiert sich der Stuhlgang wieder. Manche Menschen reagieren auf stopfende Nahrung empfindlicher als andere und vertragen nicht einmal einen Burger aus dem Fast Food-Imbiss - sie reagieren sofort mit hartem Stuhlgang mit Schleim. Bei harmlosen Ursachen verändert sich die Stuhlkonsistenz ohne Zutun des Arztes wieder und es kommt in der Regel auch nicht zu Übelkeit, Bauchkrämpfen oder anderen begleitenden Symptomen. Lediglich der Gang zur Toilette kann durch die harte Stuhlkonsistenz unangenehm sein.

Bei länger anhaltenden oder chronischen Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom oder Lebensmittelunverträglichkeiten tritt harter Stuhlgang mit Schleim immer dann auf, wenn er "herausgefordert" wird, zum Beispiel durch Verzehr eines unverträglichen Lebensmittels oder psychische Faktoren beim Reizdarmsyndrom. Auch dann normalisiert sich der Stuhl meistens wieder, nachdem der Auslöser entweder wegfällt oder ausgeschieden wurde, doch so lange bleibt harter Stuhlgang mit Schleim bestehen.

Komplikationen

Harter Stuhlgang mit Schleim ist in den meisten Fällen ganz harmlos. Allerdings kann er auch mit ernsthaften Erkrankungen verbunden sein oder gar selber Komplikationen hervorrufen. Besonders wenn er in Verbindung mit ständigen Bauchkrämpfen, Darm- und Magenschmerzen, starken Blutungen und Erbrechen vorkommt, können chronische Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, schwere Darminfektionen oder gar Darmkrebs vorliegen.

Harter Stuhlgang mit oder ohne Schleim kann auch bei harmlosen Ursachen zu Problemen und gar Komplikationen führen, wenn er längere Zeit besteht. Zunächst kann sich dann eine chronische Verstopfung entwickeln. An der Darmwand und am Schließmuskel entstehen häufig kleine Risse, die zu Blutungen neigen. Wenn Hämorrhoiden vorhanden sind, kann es unter Umständen zu größeren Blutungen im Enddarm kommen. Außerdem wird die Darmwand chronisch gereizt.

Die ständigen Darmreizungen durch den harten Stuhlgang regen eine erhöhte Schleimbildung an, weil die Darmschleimhaut dauerhaft geschädigt wird. Das führt oft zur allgemeinen Schwächung des Darms und damit zu einer erhöhten Anfälligkeit für andere Darmerkrankungen. Das gilt unter anderem auch für bakterielle Darmentzündungen. In diesem Fall bildet sich eitriger Schleim, der abwechselnd zusammen mit hartem Stuhlgang oder Durchfall vorkommt. Eine weitere Komplikation einer chronischen Verstopfung ist der sogenannte Rektumprolaps. Dabei kommt es zum Darmvorfall aus dem After, ständigen Blutungen, Schleimabgang und chronischem Nässen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von hartem Stuhlgang mit Schleim hängt ganz vom Auslöser ab. Tritt er lediglich einmalig auf und nicht als Teil einer wiederkehrenden Serie von Erfahrungen, können bereits einfache Hausmittel helfen. Getrocknete Pflaumen beispielsweise wirken in gesunden Mengen gegessen leicht abführend und werden bei hartem Stuhl gerne empfohlen. Bei Kindern sollten sie wenn, dann nur stückweise gegeben werden, ein Erwachsener kann eine kleine Handvoll davon essen.

Der harte Stuhlgang mit Schleim sollte sich danach bald wieder normalisieren, es kann auch zu leichtem Durchfall kommen. Weiterhin wird der Arzt dem Betroffenen raten, die Ernährung zu überdenken. Wenn harter Stuhlgang mit Schleim aktuell auftritt, ist es empfehlenswert, viel Gemüse und wenig Künstliches oder industriell Hergestelltes zu essen. Je natürlicher die Nahrung, desto mehr Ballaststoffe enthält sie auch - und der Zustand des Verdauungssystems normalisiert sich auf ganz natürliche Weise wieder.

Bei entzündlichen Ursachen kann dagegen mit Medikamenten nachgeholfen werden. Harter Stuhlgang mit Schleim deutet auf eine Verstopfung hin, die sich medikamentös mit einem Abführmittel lösen lässt. Dieses stellt für den Darm jedoch eine Belastung dar und muss richtig dosiert werden, da es sonst zu unerwünschten Durchfällen führt und der Verdauungstrakt noch mehr als ohnehin schon leidet. Bei Unverträglichkeiten besteht die beste Behandlung darin, das unverträgliche Lebensmittel nicht zu konsumieren.

Bei manchen Lebensmitteln ist es auch möglich, den unverdaulichen Nahrungsbestandteil medikamentös "auszuschalten" - Laktose beispielsweise lässt sich bei manchen Menschen mit Tabletten blockieren, die zeitgleich zur Nahrung eingenommen werden. Das sollte aber den Ausnahmefall darstellen, da sie trotzdem unverträglich bleibt und den Darm belasten kann. Bei gleichzeitigen Bauchkrämpfen lassen sich diese symptomatisch behandeln, bis der harte Stuhlgang mit Schleim sich normalisiert.



Vorbeugung

Harter Stuhlgang mit Schleim lässt sich am besten verhindern, indem auf eine verträgliche und ballaststoffreiche Ernährung geachtet wird. Viel frisches Obst und Gemüse, wenig industriell hergestellte Nahrung und der Verzicht auf unverträgliche Bestandteile sind der beste Garant für Darmgesundheit. Für Unverträglichkeiten gibt es heutzutage eine Menge alternativer Lebensmittel, die etwa auf Gluten oder Laktose verzichten und dem Original geschmacklich in nichts nachstehen. Das ist besser, als die Unverträglichkeit mit Tabletten zu unterdrücken.

Regelmäßige, dafür eher kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt tun dem Verdauungstrakt außerdem gut - besser als eine große Mahlzeit und danach nichts mehr. Bei dauerhaften Problemen wie dem Reizdarmsyndrom muss der Betroffene sich in Achtsamkeit üben und versuchen, Situationen und Auslösern von hartem Stuhlgang mit Schleim aus dem Weg zu gehen. Stress, seelische Belastungen oder auch ungesunde Nahrung können schnell zu Symptomen führen und sollten daher so weit wie möglich ausgeklammert werden. Für den Ernstfall sollten gerade bei chronischen Erkrankungen die benötigten Medikamente immer im Haushalt greifbar sein.

Bücher über Verstopfung

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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