Darmerkrankungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. Oktober 2017
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Unter Darmerkrankungen (Enteropathien) werden Krankheiten und gesundheitliche Störungen der Magen-Darm-Region verstanden. Der Darm zählt zu den wichtigsten Organen des menschlichen Körpers. Im Fernen Osten gilt er als Sitz des Immunsystems. Die Ursachen von Darmerkrankungen können sehr vielschichtig sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Darmerkrankungen?

Der Darm hat wesentlichen Einfluss auf die Abwehrreaktionen (Immunabwehr) des Körpers. Durch eine ungesunde Lebens- und Ernährungsweise kann die Gesundheit des Darms negativ beeinträchtigt werden. Dabei leidet der Darm häufig unter sogenannten Zivilisationskrankheiten oder chronischen Entzündungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Die Schleimhaut des Darms wird von unzähligen Milliarden Mikroorganismen und Bakterien besiedelt. Diese Darmflora stellt einen wichtigen Teil des Organs dar. So hilft sie dem Körper bei der Verarbeitung von schwer verdaulichen Speisen. Umso wichtiger ist die Gesundheit der Darmflora. Leidet sie unter Störungen, wirkt sich dies negativ auf den gesamten Darmbereich aus. Die Darmerkrankungen können sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen.

Aufbau (Anatomie des Dickdarms).

Ursachen

Die Ursachen für Darmerkrankungen sind vielfältig. Der Grund für Darmbeschwerden, die nur kurze Zeit andauern, wie zum Beispiel Blähungen oder Durchfall, ist oft leicht festzustellen. Schwieriger zu klären sind dagegen die Auslöser von chronischen Darmleiden. dazu gehören u.a.: Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Akute Darmbeschwerden werden in den meisten Fällen von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren oder Pilzen hervorgerufen. Mitunter sind auch chemische Urheber für sie verantwortlich, wie beispielsweise die Einnahme von Arzneimitteln, der Konsum von verdorbenen Nahrungsmitteln oder Verätzungen. Als weitere häufige Ursache für Darmkrankheiten gelten Allergien wie eine Lebensmittelallergie. In manchen Fällen entsteht ein Darmleiden auch durch eine Autoimmunkrankheit. Das bedeutet, dass das Abwehrsystem des Körpers auf gesunde Zellen negativ reagiert und sie angreift.

Im Falle von chronischen Darmerkrankungen besteht zumeist eine genetische Komponente. Ebenso möglich sind immunologische Auslöser wie durch eine allergische Reaktion oder eine Autoimmunerkrankung. Genau wie eine akute Darmkrankheit kann auch eine chronische Verlaufsform durch Keime wie Bakterien, Pilze oder Viren entstehen. Bei manchen Menschen spielt auch die Psyche eine wichtige Rolle. So wird bei ihnen die Darmerkrankung oftmals durch seelischen Kummer verursacht.

Sowohl akute als auch chronische Darmentzündungen werden bei vielen Menschen durch eine ungesunde Ernährung hervorgerufen. Dabei essen die Betroffenen zu viele zucker- und fetthaltige Speisen und nehmen zu wenige Ballaststoffe zu sich. Einfluss auf die Darmgesundheit haben zudem ständiger Stress, Bewegungsmangel sowie der anhaltende Konsum von Kaffee, Alkohol und Nikotin. In manchen Fällen können sich zudem Erkrankungen von anderen Körperbereichen nachteilig auf den Darm auswirken, weil zum Beispiel zu wenige Verdauungsenzyme produziert werden. Mitunter lösen Krankheiten der Bauchspeicheldrüse, des Magens, der Gallenblase oder der Leber im weiteren Verlauf eine Darmerkrankung aus.

Darmerkrankungen: Morbus Crohn, Darmentzündung, Darmverschluss, Darmfisteln.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Darmerkrankungen:

  • Verstopfung

Ebenso unterschiedlich wie die Ursachen fallen auch die Symptome von Darmerkrankungen aus. So leiden die betroffenen Personen häufig unter Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen. Möglich sind aber auch Verstopfung und Darmträgheit. Bei einem Reizdarmsyndrom können sich Verstopfung und Durchfall miteinander abwechseln.

Weitere Beschwerden, die eine Darmkrankheit begleiten, sind Schmerzen beim Stuhlgang, Hämorrhoidalleiden, Fistelbildung, die Abnahme von Gewicht, Fieber sowie Muskelkrämpfe, Schwindelgefühle und Müdigkeit aufgrund von Dehydrierung, die wiederum von starkem Durchfall hervorgerufen wird.

Als besonders bedenklich gilt die Beimischung von Blut auf dem Stuhl. So kann diese auf eine schwere Darmerkrankung wie Darmkrebs hinweisen. Darmerkrankungen nehmen einen unterschiedlichen Verlauf. So gibt es eine akute und eine chronische Form. Die akuten Darmleiden werden zumeist durch Bakterien, Viren oder Lebensmittelunverträglichkeiten ausgelöst und heilen in der Regel ohne weitere Komplikationen wieder ab. Bei chronischen Darmentzündungen zeigen sich jedoch immer wieder neu auftretende Krankheitsschübe.

Typen und Formen

Die Medizin unterscheidet eine Vielzahl an verschiedenen Darmleiden. Zu diesen gehören u. a. die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Morbus Crohn zeigt sich schubartig und führt zu chronischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Des Weiteren sind Fisteln, Fieber und Mangelerscheinungen möglich. Im Falle von Colitis ulcerosa kann es zu ausgeprägten Durchfällen kommen, die mit Schleim- und Blutabsonderungen einhergehen. Darüber hinaus leiden die Betroffenen vor und nach dem Stuhlgang unter krampfartigen Bauchschmerzen. Nicht selten kommt es zu Übelkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Eine andere Gruppe unter den Darmerkrankungen stellen Nahrungsmittelunverträglichkeiten dar. Dazu gehören die Nahrungsmittel-Intoleranz, die Laktoseintoleranz, die Zöliakie sowie die Fruktosemalabsorption.

Weitere Darmleiden sind:

  • Durchfall (Diarrhoe)
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Blähungen (Meteorismus)
  • Reizdarmsyndrom
  • Störungen der Darmflora
  • Hämorrhoiden

Diagnose

Halten Darmerkrankungen, die mit Durchfall einhergehen, länger als drei Tage an, ohne sich zu bessern, muss ein Besuch beim Arzt erfolgen. Als beste Anlaufstelle für Darmleiden gelten Internisten und Fachärzte für Gastroenterologie. Diese verfügen über zahlreiche Diagnosemethoden, mit denen sie den Beschwerden auf den Grund gehen. Dabei klären sie auch ab, ob es sich um eine akute oder chronische Krankheit handelt.

Erster Schritt der Untersuchung stellt das Erfassen der Krankengeschichte (Anamnese) dar. Anschließend führt der Arzt eine gründliche Untersuchung des Bauchraums durch. Wichtige Aufschlüsse kann zudem eine Stuhluntersuchung liefern. Dabei gibt der Patient eine Stuhlprobe ab, die dann in einem Labor untersucht wird.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten von Darmerkrankungen sind das Anfertigen von Röntgenaufnahmen, eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) der Bauchregion, ein Allergietest sowie die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Darüber hinaus kann auch eine Darmspiegelung (Koloskopie) mit einem Endoskop erfolgen. Dabei handelt es sich um einen biegsamen Schlauch, der in den Dickdarm eingelassen wird und über ein optisches System Aufschlüsse über die Darmerkrankung liefert.

Ablauf und Durchführung einer Darmspiegelung. Mit Hilfe des Koloskops können Erkrankungen erkannt werden. Gleichzeitig können Gewebeproben entnommen werden, um diese anschließend zu untersuchen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Darmerkrankung richtet sich nach deren auslösender Ursache. Im Akutfall können oft Medikamente Abhilfe schaffen und die Beschwerden lindern. Im Falle von Darmentzündungen werden normalerweise entzündungshemmende Präparate verabreicht. Deren Darreichung erfolgt entweder oral, als Einlauf oder als Zäpfchen. Bei leichten bis mittelschweren Darmbeschwerden eignen sich 5-ASA-Medikamente (5-Aminosalicylsäure). Liegt ein schwerer Verlauf vor, erhält der Patient meist Kortison.

Sind Bakterien für das Darmleiden verantwortlich, erhält der Erkrankte Antibiotika. Handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, kommen mitunter Immunsuppressiva zum Einsatz. Diese haben die Eigenschaft, ein fehlgeleitetes Immunsystem an der Herstellung von Stoffen zu hindern, die entzündungsfördernd wirken. Um die Darmschleimhaut wieder aufzubauen, können Probiotika dargereicht werden.

Einige Darmerkrankungen erfordern auch eine operative Therapie. Dazu gehört zum Beispiel die Blinddarmentzündung, in deren Rahmen der entzündete Wurmfortsatz entfernt werden muss. Ebenso können bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn Operationen erforderlich sein.



Prognose

Die Prognose für Darmerkrankungen fällt unterschiedlich aus. Während sie bei akuten Leiden meist positiv ist, lassen sich chronische Erkrankungen schwieriger behandeln. Als besonders problematisch gilt Darmkrebs, weil dieser oft erst in einem späten Stadium entdeckt wird.

Bücher über Darm-Erkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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