Hämaturie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Februar 2016
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Hämaturie ist der medizinische Ausdruck für Blut im Urin. Dieses Symptom kann verschiedene Ursachen haben, sollte aber auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hämaturie?

Hämaturie oder Blut im Urin ist ein Warnzeichen, welchem man grundsätzlich immer nachgehen sollte. Doch kann dies auch durchaus beim gesunden Menschen, etwa nach großer körperlicher Anstrengung, auftreten. Während bei einigen Patienten gleichzeitig Schmerzen - vorrangig beim Wasserlassen - auftreten, verspüren andere Patienten wiederum überhaupt keine Schmerzen.

Grundsätzlich sollte man einen Arztbesuch nicht aufschieben, wenn man Blut im Urin entdeckt. Die Medizin unterscheidet zwei Arten der Hämaturie: Bei der Mikrohämaturie ist der Urin nicht verfärbt; dieser ist nur unter dem Mikroskop oder mittels Teststreifen erkennbar. Bei der Makroämaturie hingegen ist der Urin deutlich rot verfärbt und mit bloßem Auge sichtbar.

Ursachen

Hämaturie kann zahlreiche harmlose Ursachen haben, jedoch auch als Begleiterscheinung ernsthafter Erkrankungen auftreten und sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden.

Blasen- und Nierensteine können die Hämaturie ebenso auslösen wie eine Nierenbecken- oder eine Blasenentzündung. Bei letztgenannter kommen Schmerzen beim Wasserlassen sowie ein verstärkter Harndrang als Symptome hinzu. Harnwegsinfekte als Ursachen für die Hämaturie sind besonders bei Frauen sehr häufig.

Bei weiblichen Patienten kann das Blut im Urin auch einfach das Blut der Regelblutung sein. Verletzungen der Organe der unteren Harnwege sind ebenfalls mit Blut im Urin verbunden. Ebenso können bestimmte Medikamente oder Bestrahlungen die Hämaturie auslösen. Nur in den wenigsten Fällen liegen ernsthafte Erkrankungen wie Tumoren oder Prostatakrebs beim Mann vor. Vor allem bei Blasenkrebs ist Blut im Urin meist das einzige Anzeichen, da dieser häufig keine Schmerzen verursacht.

Krankheiten

Typische Krankheiten mit einer Hämaturie:

Diagnose und Verlauf

Um herauszufinden, welche Erkrankung für die Hämaturie verantwortlich ist, wird der Arzt umfassende Untersuchungen anstreben. Zunächst aber wird er den Patienten nach dessen Vorerkrankungen und Beschwerden sowie nach den eingenommenen Medikamenten befragen. Auch die Ess- und Trinkgewohnheiten sind nicht unerheblich, denn nicht immer ist Blut die Ursache für die Rotfärbung des Urins. Auch Rote Beete kann solch eine Rotfärbung hervorrufen, ebenso wie Rotwein oder roter Sirup.

Nach einer eingehenden körperlichen Untersuchung wird der Arzt vermutlich eine Ultraschalluntersuchung vornehmen, denn mit dieser kann er beispielsweise Nieren- oder Blasensteine schnell erkennen. Auch ein Tumor kann mit Hilfe dieser Untersuchung schnell und zuverlässig ausgeschlossen werden. Zudem wird der Urin im Labor genau untersucht, um die Anzahl der weißen und roten Blutkörperchen zu erkennen.

Nur in seltenen Fällen wird dann noch eine Spiegelung des Harnleiters erforderlich: Während dieser Untersuchung wird ein langes Endoskop über die Blase in den Harnleiter eingeführt. Die Schleimhaut des Harnleiters kann so genau beurteilt und Tumore oder Steine erkannt werden.

Eine Röntgenuntersuchung, eine Spiegelung der Blase oder auch eine Biopsie der Niere sind weitere sinnvolle Untersuchungen, um den Ursachen für die Erkrankung auf die Spur zu kommen.

Behandlung

Um die Hämaturie richtig und erfolgreich behandeln zu können, gilt es zunächst, deren Ursache herauszufinden. Häufig ist eine Blasenentzündung die Ursache für das Blut im Urin; in diesem Fall helfen Antibiotika sehr gut.

Bei Blasen- oder Nierensteinen wiederum kann eine Stoßwellentherapie recht gut helfen, mit deren Hilfe die Steine leicht abgehen. Ebenso können die Steine aber auch im Rahmen einer Blasenspiegelung entfernt werden. Bei Tumoren als Auslöser wiederum sind eine Operation sowie eine anschließende Bestrahlung, häufig in Kombination mit einer Chemotherapie meist unumgänglich.

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Vorbeugung

Um einer Hämaturie vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise unerlässlich. Vor allem der Verzicht auf das Rauchen hat oberste Priorität, denn Nikotin gilt als einer der Hauptauslöser für Blasenkrebs. Wichtig ist es zudem, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken, denn so werden die Nieren bei ihrer Arbeit optimal unterstützt. Wer mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nimmt, beugt Harnsteinen aktiv vor. Zu bevorzugen sind Wasser oder ungesüßte Fruchtsäfte sowie Tees.

Bluthochdruck und Diabetes sollten unbedingt vorgebeugt werden, denn diese beiden Erkrankungen können die Nieren auf Dauer schädigen und so auch zu Blut im Urin führen. Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, ist eine gesunde Ernährung sowie viel Bewegung an der frischen Luft immens wichtig. Dies führt dazu, dass das Immunsystem gestärkt wird, was wiederum Entzündungen verhindern kann.

Übergewicht sollte so gut es geht vermieden werden, denn dieses wiederum begünstigt Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck. Da auch einige Medikamente Blut im Urin auslösen können, sollte man sich unbedingt die Nebenwirkungen genau durchlesen und eventuell auf ein anderes Medikament umsteigen.

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