Gefühlsstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Oktober 2016
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Die klassischen Symptome des Krankheitsbilds einer Gefühlsstörung beziehungsweise Empfindungsstörung kennen viele: Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl treten auch bei großen Temperaturunterschieden auf. Allerdings können diese Erscheinungen auch ernsthafte Ursachen haben, die auf schwerwiegendere Erkrankungen hindeuten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gefühlsstörung?

Mit Gefühlsstörungen wird im Allgemeinen eine Störung bezüglich des oberflächlichen Empfindens und Wahrnehmens bezeichnet. Fühlbare Reizungen der Haut wie beispielsweise Temperaturunterschiede, Berührungen und auch Schmerzreize werden bei einer Empfindungsstörung nicht mehr im herkömmlichen Sinn vom Patienten wahrgenommen. Dabei ist es möglich, dass Gefühle nur beeinträchtigt sind und Empfindungen weniger gut vom Patienten aufgenommen werden können. Allerdings ist es in vielen Fällen auch möglich, dass ein kompletter Verlust des Tastsinns eintritt.

Die am häufigsten auftretende Form einer Gefühlsstörung stellt das Kribbeln einzelner Körperteile (Kribbeln in den Händen, Kribbeln in den Beinen) dar. Außerdem sind viele Patienten von einer erhöhten Schmerzempfindung und teilweise von Taubheitsgefühlen betroffen. Diese Symptome treten von Fall zu Fall in unterschiedlich starker Ausprägung auf. Die Gefühlsstörung betrifft außerdem keinen bestimmten Körperbereich, sondern kann in sämtlichen Regionen auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für das Aufkommen einer Gefühlsstörung können vielschichtig sein. Sie reichen von nur kurzzeitigen Beschwerden bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen. Eine Empfindungsstörung tritt so in den meisten Fällen aufgrund von Verletzungen auf, bei denen Nerven gereizt wurden.

So ist es möglich, dass Nervenstränge nach Unfällen eingeklemmt sind und absterben, was ein Taubheitsgefühl beim Patienten hervorruft. Im extremsten Fall treten in Folge dessen Lähmungserscheinungen auf.

Außerdem treten Gefühlsstörungen auch aufgrund der Erkrankung Multiple Sklerose auf, die einen chronischen Verlauf beinhaltet. Es ist auch möglich, dass einer Empfindungsstörung ein erhöhter Alkoholmissbrauch zugrunde liegt.

Vielfach liegen die Gründe in einem Mangel an bestimmten Vitaminen, der zu Problemen führt. Oft sind auch Gifte oder Infektionen ursächlich für lokale Taubheitsgefühle. In diesen Fällen ist die Erscheinung jedoch weniger schwerwiegend und in den meisten Fällen gut behandelbar und nur vorübergehend.

Krankheiten mit Gefühlsstörungen

Diagnose und Verlauf

Beim Auftreten einer Gefühlsstörung ist sofortige Hilfe durch einen Arzt anzuraten. Es sollte möglichst frühzeitig abgeklärt werden, ob sich hinter den Beschwerden des Patienten eine vorübergehende Problematik oder aber eine schwerwiegende Erkrankung verbirgt. Anzuraten ist der Gang zu einem Neurologen, der die besten Voraussetzungen hat, eine derartige Beschwerde korrekt zu behandeln.

Da Taubheitsgefühle auch Warnzeichen für schwere akute Probleme wie beispielsweise einen Schlaganfall sein können, ist schnelle Behandlung nötig. Neben Blutuntersuchungen nehmen Ärzte zunächst neurologische Untersuchungen wie Sensibilitätsprüfungen am Patienten vor. Auf diese Weise ist die Schwere der Problematik rasch feststellbar. Oft folgen weitere Untersuchungen wie zum Beispiel Computertomographie, Röntgenaufnahmen, Abklärung der Sprachfähigkeit, Allergietests oder Elektroneurographie. In aller Regel werden auch diverse Vorerkrankungen oder kürzlich stattgefundene Unfälle und Verletzungen des Patienten abgeklärt, um eine Diagnose stellen zu können.

Behandlung und Therapie

Da Gefühlsstörungen die unterschiedlichsten Ursachen zugrunde liegen können, kann die Therapie der Problematik sehr unterschiedlich ausfallen. Liegt der Grund einer Empfindungsstörung in einer sehr schweren und komplexen Erkrankung des gesamten Nervensystems wie es zum Beispiel bei multipler Sklerose der Fall ist, ist eine langzeitige und intensive medikamentöse Behandlung meist unumgänglich. Der Verlauf ist hier chronisch und muss dauerhaft intensiv durch medizinische Hilfe betreut werden. Auch ein Akutfall wie ein Schlaganfall erfordert schnelle intensivmedizinische Hilfe, um Folgeschäden zu verhindern beziehungsweise zu minimieren. Bei Verdacht ist hier umgehend ein Notarzt hinzuzuziehen, da das Nichtbehandeln schlimme Folgen bis hin zum Tod des Patienten nach sich ziehen kann.

Wird bei Untersuchungen eine weniger schwere Ursache festgestellt, ist ein unkomplizierter Heilungsverlauf wahrscheinlicher. Eingeklemmte Nerven nach Verletzungen können ohne Folgen behandelt werden. Zu diesem Zweck sind meist operative Eingriffe nötig, um das Taubheitsgefühl zu beseitigen.

Bei Gefühlsstörungen durch Blockaden der Wirbel oder ähnliches ist auch eine manuelle Behandlung durch Physiotherapeuten möglich, wobei in den meisten Fällen auch ohne ärztliche Eingriffe gute Erfolge erzielt werden können.

Des Weiteren sollten gemeinsam mit dem behandelnden Arzt sämtliche Medikamente besprochen werden, um auszuschließen, dass diese die Gefühlsstörungen auslösen oder gar verstärken und damit den Heilungsverlauf blockieren.

Bei einer entsprechenden Ursache können vom Arzt auch fehlende Vitamine und Mineralstoffe in Tabletten- oder Pulverform verabreicht werden. In vielen einfach verlaufenden Fällen verschwinden die Gefühlsstörungen nach einiger Zeit auch völlig selbstständig nach einer Zeit.



Vorbeugung

Eine Gefühlsstörung grundsätzlich zu umgehen und zu verhindern, ist bei nicht schweren Erkrankungen grundsätzlich möglich. Hierzu sollte selbstverständlich ein gesunder Lebensstil gepflegt werden, der eine vollwertige und vitaminreiche Ernährung sowie genügend frische Luft und Bewegung beinhaltet. Anzuraten sind außerdem entsprechende Vorsorgeuntersuchungen wie die regelmäßige Untersuchung des Blutbilds. Um folgenschweren Verletzungen vorzubeugen, sollten außerdem Gefahrenquellen im privaten Bereich wie auch im Berufsleben möglichst beseitigt oder gemindert werden. Trotz allem sind schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für Gefühlsstörungen immer möglich, weshalb ärztliche Hilfe in akuten Fällen immer nötig ist.

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