Kribbeln in den Händen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Januar 2013

Kribbeln in den Händen ist ein häufiges Symptom und kann verschiedene Ursachen haben. Häufig sind Durchblutungsstörungen der Grund für diese unangenehmen Empfindungen. Bereits durch eine falsche Haltung des Armes kann es zum so genannten Einschlafen des Armes kommen, weil der Nerv eingeklemmt wird.

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Definition Kribbeln in den Händen

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Kribbeln in den Händen wird in der Medizin als Parästhesie bezeichnet und bedeutet eine nicht-schmerzhafte Missempfindung ohne einen von außen kommenden physikalischen Reiz.

Dieses Kribbeln wird auch als pelzig, taub oder als das Gefühl von Ameisenlaufen bezeichnet. Diese Parästhesien werden durch Schädigungen sensibler Nerven verursacht, und können einmalig auftreten, ständig vorhanden sein oder in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen auftreten.

Kribbeln in den Händen geht häufig mit Taubheitsgefühlen oder anderen unangenehmen Empfindungsstörungen einher. Häufig sind Durchblutungsstörungen oder Entzündungen der Auslöser dieser sogenannten Sensibilitätsstörungen.

Ursachen von Kribbeln in den Händen

Die Ursache von Kribbeln in den Händen liegt an einer Schädigung der Nerven. Entweder ist der Nerv eingeklemmt oder durch einen Stoffwechselschaden nicht ausreichend mit notwendigen Nährstoffen versorgt.

Tritt das Kribbeln einseitig auf, muss unbedingt an eine Durchblutungsstörung des Gehirns gedacht werden, und schnellstmöglich eine Klinik aufgesucht werden, da das einseitige Kribbeln auch ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein kann.

Als Ursachen für das Kribbeln im Arm sind Erkrankungen an den Handnerven zu nennen, die Nervenreize zur Hand hin, und von der Hand zum Gehirn weiterleiten. Dies könnte das Karpaltunnelsyndrom sein. Hierbei wird der Nervus Medianus, der durch den handgelenksnahen Karpaltunnel führt, durch den verengten Karpaltunnel eingequetscht.

Auch Sehnenscheidenentzündungen können zu einem Kribbeln in den Händen führen. Schäden an der Wirbelsäule, die mit einer Kompression von Nerven einhergehen, können ebenfalls ein Kribbeln in den Händen verursachen.

Patienten, die zuckerkrank sind (Diabetes), Menschen die Vergiftungen erlitten haben und Alkoholiker können ebenfalls unter dem Kribbeln in den Händen leiden, hier ist die Ursache eine Schädigung vieler Nerven. Diese Erkrankung heißt Polyneuropathie und bedeutet Mehrfach-Nervenerkrankung.

Einseitiges Kribbeln in der linken Hand kann ein Vorbote für einen Herzinfarkt sein. Auch hier sollte der Betroffene sofort eine Klinik aufsuchen.

Diagnose und Verlauf von Kribbeln in den Händen

Die Diagnose für das Kribbeln in den Händen ist abhängig von der Ursache und bedarf der ärztlichen Abklärung. Zur Diagnosestellung sind Blutuntersuchungen, Röntgen und weitere Bildgebende Untersuchungen erforderlich. Auch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit kann Aufschluss über die Ursache für das Kribbeln in den Händen geben.

Für den Mediziner ist dabei besonders wichtig, wann die Beschwerden auftreten, ob alle Finger betroffen sind, und wie lange die Beschwerden anhalten. Ein weiterer Anhaltspunkt für die Diagnose ist, ob der Patient dieses Kribbeln durch bestimmte Bewegungen provozieren bzw. vermindern kann.

Behandlung von Kribbeln in den Händen

Die Behandlung von Kribbeln in den Händen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Ist die Ursache eine Einklemmung des Nervs, kann durch konservative Maßnahmen, wie Krankengymnastik mit Dehnübungen und Wärme versucht werden, die Stelle die verengt ist, zu erweitern. Ist dies nicht möglich, so muss diese Stelle, die den Nerv eindrückt, durch einen chirurgischen Eingriff erweitert werden. Beim Karpaltunnelsyndrom ist oftmals ein chirurgischer Eingriff notwendig und die Patienten sind nach dem Eingriff beschwerdefrei.

Kribbeln in den Händen, das durch einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule verursacht wird, ist sehr gut mit Krankengymnastik behandelbar. Hierbei muss eine aktive Aufrichtung der Wirbelsäule erarbeitet werden. Weiterhin sind Übungen zur Kräftigung der Nackenmuskeln erforderlich, die die Wirbelsäule stabilisieren sollen.

Für den Fall, dass sich die Beschwerden nicht bessern oder verschlechtern, ist auch hier ein Eingriff durch den Neurochirurgen erforderlich, der das Bandscheibengewebe, dass auf den Nerv drückt entfernt.

Kribbeln in den Händen, das durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht wird, bedarf der Behandlung durch Neurologen und Neurochirurgen. Zuerst wird in der Klinik versucht, mit der Lysetherapie die Durchblutungsstörung zu beseitigen.

Ist die Ursache für den Schlaganfall ein Blutgerinnsel im Gehirn ist, und sich dieses nicht durch Lysetherapie auflösen lässt, ist auch hier eine Operation durch den Neurochirurgen erforderlich, der das Blutgerinnsel entfernt.

Kribbeln in den Händen, welches durch die Polyneuropathie verursacht wird, muss entsprechend der Ursache behandelt werden. Dazu gehören der Verzicht auf schädigende Substanzen, die Gabe von Vitamin B1 und eine optimale Einstellung des Blutzuckers.

Bewährt hat sich bei der Polyneuropathie die Behandlung mit leichten Elektroimpulsen, die der Patient nach einer Anleitung mit einem TENS- Gerät selbstständig zu Hause durchführen kann. Dadurch lässt sich das Kribbeln in den Händen sehr erfolgreich vermindern oder teilweise beseitigen.

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Vorbeugung von Kribbeln in den Händen

Kribbeln in den Händen lässt sich durch eine ausgewogene Ernährung, die abwechslungsreich und cholesterinarm ist, vermeiden. Bewegung, vor allem für Personen mit sitzender Tätigkeit ist erforderlich, um Schäden an der Halswirbelsäule vorzubeugen. Weiterhin sollte Alkohol nur in Maßen getrunken werden, und auf Nikotin verzichtet werden. Diese Faktoren können den Zustand des Kribbelns in den Händen, der für die Betroffenen sehr unangenehm ist, verhindern.

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