Durchfall beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Durchfall beim Baby

Durchfall beim Baby und bei Kleinkindern ist ein häufig auftretendes Symptom. In vielen Fällen sind die Ursachen dieser frühkindlichen Diarrhoe eher harmlos. Ein länger anhaltender Durchfall muss dennoch sorgfältig diagnostisch abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Durchfall beim Baby?

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Medikamente gegen: Kinderkrankheiten

Durchfallerkrankungen treten bei Säuglingen, Babys und Kleinkindern weit häufiger auf, als im Erwachsenenalter. Von einer frühkindlichen Diarrhoe spricht der Kinderarzt dann, wenn ein Baby mehr als 5 dünne Stühle täglich absetzt, bei Kleinkindern wird die Diagnose entsprechend bereits bei 3 dünnen Stühlen pro Tag gestellt. Gefährlich ist eine Diarrhoe für Babys besonders dann, wenn sie mit erhöhtem Flüssigkeitsverlust einhergeht. Durch den Verlust von Wasser und Elektrolyten kann es schnell zu Kreislaufinstabilitäten kommen. Eltern sollten daher bei Durchfällen stets auf Begleitsymptome achten und frühzeitig einen Kinderarzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Ursachen

Eine Diarrhoe ist immer mit dem Verlust von Salzen und Wasser verbunden, dieser Verlust kann bis zu einem gewissen Grad vom frühkindlichen Organismus kompensiert werden. Der Wasserverlust tritt unabhängig von der Ursache immer auf. Auch wenn die Ursache noch nicht feststeht, so geht es bei der Behandlung erst einmal darum, die fehlende Flüssigkeit zu ersetzen. Dies geschieht bei Babys und Kleinkindern nach einer stationären Aufnahme immer mit Infusionen. Denn frühkindliche Diarrhoe ist nicht selten mit Erbrechen vergesellschaftet. Die mit Abstand häufigste Ursache von Durchfallerkrankungen bei Babys sind bakterielle oder virale Infektionen.

Besonders sogenannte Rotaviren und Noroviren sind für Kleinkinder hochansteckend, da deren Immunsystem noch nicht so ausgereift ist, wie das eines Erwachsenen. Viren und Darmbakterien werden durch Schmierinfektion übertragen und befinden sich in kontaminierter Nahrung oder an Wasserhähnen, Lichtschaltern oder Türklinken. Auf Kinderstationen im Krankenhaus können solche Darminfektionen aufgrund der hohen Ansteckungsquote schnell zum Problem werden.

Seltener wird frühkindlicher Durchfall durch echte Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bestimmte Medikamente oder Stress ausgelöst. In diesen Fällen klingen die Beschwerden auch ohne Therapie meist nach wenigen Tagen wieder folgenlos ab.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose wird anhand des Leitsymptoms Durchfall gestellt, häufige Begleiterscheinungen sind Fieber, Bauchkrämpfe, Brechdurchfall und eine gespannte Bauchdecke, die womöglich auch ein Hinweis auf eine Blindarmentzündung sein kann. Auch Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen , Kopfschmerzen oder Brechdurchfall können auftreten. Eltern sollten insbesondere bei jeder Art von frühkindlichen Durchfällen unbedingt dann einen Arzt aufsuchen, wenn ein Baby oder Kleinkind nicht oder nur sehr wenig zum Trinken zu bewegen ist.

Denn dann ist bei anhaltendem Durchfall die Gefahr einer Exsikkose, also einer Austrocknung, groß. Auch das Stuhlverhalten und insbesondere auch die Stuhlfarbe und Stuhlbeschaffenheit geben weitere diagnostische Hinweise. Sind auch andere Familienmitglieder gleichzeitig erkrankt, dann ist das Vorliegen einer Infektion äußerst wahrscheinlich.

Um die Diagnose zu sichern, muss eine Stuhlprobe an ein mikrobiologisches Laboratorium eingesandt werden. Durch die Stuhlprobe kann in den meisten Fällen geklärt werden, ob es sich um eine virale oder bakterielle Infektion oder um eine Nahrungsunverträglichkeit als Ursache für den Durchfall beim Baby handelt.

Behandlung und Therapie

Die Therapie erfolgt zunächst symptomatisch, noch bevor die genaue Diagnose feststeht, denn es geht immer darum, einen bestehenden Flüssigkeitsverlust möglichst schnell auszugleichen, damit es nicht zu Kreislaufproblemen kommen kann. Spezielle Infusionen und Nährlösungen für Babys und Kleinkinder sind genau auf deren Bedürfnisse abgestimmt und enthalten eine ausgewogene Mischung aus Mineralien, Vitaminen und Elektrolyten.

Die Begleitsymptome wie Bauchkrämpfe oder Schmerzen werden ebenfalls symptomatisch mit entkrampfenden Medikamenten oder nichtsteroidalen Antirheumatika bekämpft. Virale Infektionen können ebenfalls nur symptomatisch bekämpft werden, indem der Flüssigkeitsverlust ersetzt und das Immunsystem durch Heilnahrung gestärkt wird. Bakterielle Infektionen können in der Regel schnell durch die Gabe von hochdosierten Antibiotika behandelt werden.

Diese sollten jedoch möglichst nicht als Breitbandantibiotika, sondern selektiv eingesetzt werden, um das Immunsystem nicht weiter zu schwächen. Wenn ein Baby Durchfall hat, sollte auf jeden Fall weiterhin gestillt werden, Flaschennahrung kann ein Esslöffel Traubenzucker oder eine Prise Salz hinzugefügt werden. Anstatt der Säuglingsmilch kann auch über einige Stunden verdünnter Kamillen- oder Fencheltee gegeben werden.

Kleinkinder mit Durchfall sollten auf feste Nahrung möglichst ganz verzichten, sondern nur viel trinken, die ausgewählten Getränke sollten möglichst abwechslungsreich sein. Um den Verlust an Elektrolyten, Vitaminen oder Nährstoffen auszugleichen, helfen kaliumreiche Obstsäfte oder gesalzene Brühen.



Vorbeugung

Da es sich bei den allermeisten frühkindlichen Durchfällen um Infektionen handelt, kommt der Infektions- und Expositionsprophylaxe regelmäßig eine große Bedeutung zu. Um das Ansteckungs- und Übertragungsrisiko zu mindern, sollten im Alltag bestimmte Regeln befolgt werden. Sauberkeit und häufiges Händewaschen hat dabei oberste Priorität. Vor jedem Essen, nach jedem Toilettengang und nach jedem Windelwechseln müssen die Hände sorgfältig mit warmem Wasser und Seife gereinigt werden.

Hygienemaßnahmen im Haushalt, wie etwa das Desinfizieren von abwaschbaren Flächen und regelmäßiges Lüften verringern das Infektionsrisiko ebenfalls drastisch. Im Haushalt sind handelsübliche Putzmittel völlig ausreichend, Desinfektionsreiniger bringen nachweislich keinen zusätzlichen Nutzen bei der Vorbeugung gegen frühkindliche Durchfallerkrankungen.

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