Durchfall beim Baby

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Juli 2017
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Durchfall beim Baby und bei Kleinkindern ist ein häufig auftretendes Symptom. In vielen Fällen sind die Ursachen dieser frühkindlichen Diarrhoe eher harmlos. Ein länger anhaltender Durchfall muss dennoch sorgfältig diagnostisch abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Durchfall beim Baby?

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Medikamente gegen: Kinderkrankheiten

Durchfallerkrankungen treten bei Säuglingen, Babys und Kleinkindern weit häufiger auf, als im Erwachsenenalter. Von einer frühkindlichen Diarrhoe spricht der Kinderarzt dann, wenn ein Baby mehr als 5 dünne Stühle täglich absetzt, bei Kleinkindern wird die Diagnose entsprechend bereits bei 3 dünnen Stühlen pro Tag gestellt. Gefährlich ist eine Diarrhoe für Babys besonders dann, wenn sie mit erhöhtem Flüssigkeitsverlust einhergeht. Durch den Verlust von Wasser und Elektrolyten kann es schnell zu Kreislaufinstabilitäten kommen. Eltern sollten daher bei Durchfällen stets auf Begleitsymptome achten und frühzeitig einen Kinderarzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Ursachen

Eine Diarrhoe ist immer mit dem Verlust von Salzen und Wasser verbunden, dieser Verlust kann bis zu einem gewissen Grad vom frühkindlichen Organismus kompensiert werden. Der Wasserverlust tritt unabhängig von der Ursache immer auf. Auch wenn die Ursache noch nicht feststeht, so geht es bei der Behandlung erst einmal darum, die fehlende Flüssigkeit zu ersetzen. Dies geschieht bei Babys und Kleinkindern nach einer stationären Aufnahme immer mit Infusionen. Denn frühkindliche Diarrhoe ist nicht selten mit Erbrechen vergesellschaftet. Die mit Abstand häufigste Ursache von Durchfallerkrankungen bei Babys sind bakterielle oder virale Infektionen.

Besonders sogenannte Rotaviren und Noroviren sind für Kleinkinder hochansteckend, da deren Immunsystem noch nicht so ausgereift ist, wie das eines Erwachsenen. Viren und Darmbakterien werden durch Schmierinfektion übertragen und befinden sich in kontaminierter Nahrung oder an Wasserhähnen, Lichtschaltern oder Türklinken. Auf Kinderstationen im Krankenhaus können solche Darminfektionen aufgrund der hohen Ansteckungsquote schnell zum Problem werden.

Seltener wird frühkindlicher Durchfall durch echte Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bestimmte Medikamente oder Stress ausgelöst. In diesen Fällen klingen die Beschwerden auch ohne Therapie meist nach wenigen Tagen wieder folgenlos ab.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Durchfall beim Baby zählt zu den häufigsten Symptomen im Babyalter. Die Ursachen dafür sind äußerst vielfältig. In der Regel handelt es sich jedoch um akute Infektionen, die bereits nach einigen Tagen abklingen. Da insbesondere bei Babys die Flüssigkeitsreserven eingeschränkt sind, kann das rascher zu einer Austrocknung führen als bei Erwachsenen. Diese Situation ist gefährlich, weshalb Durchfall beim Baby stetig zu beobachten gilt.

Um bedrohliche Komplikationen zu vermeiden, sollte ein Arztbesuch stattfinden, wenn das Baby jünger als sieben Monate ist oder weniger als acht Kilogramm wiegt. Ferner ist ein Kinderarzt zu konsultieren, wenn das Baby nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt oder zusätzlich zum Durchfall Erbrechen sowie hohes Fieber hinzukommen.

Hat das Baby starke Bauchschmerzen oder ist die Bauchdecke angespannt und äußerst hart, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Das Gleiche gilt, wenn das Baby ein auffälliges Verhalten zeigt. Dazu gehört vor allem schrilles Schreien oder eine Trinkschwäche. Zwingend erforderlich wird ein Arztbesuch, wenn das Baby äußerst viele wässrige Stühle am Tag hat. Wird der Durchfall beim Baby von Blut begleitet, darf nicht dabei gezögert werden, einen Kinderarzt zu konsultieren.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose wird anhand des Leitsymptoms Durchfall gestellt, häufige Begleiterscheinungen sind Fieber, Bauchkrämpfe, Brechdurchfall und eine gespannte Bauchdecke, die womöglich auch ein Hinweis auf eine Blindarmentzündung sein kann. Auch Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen , Kopfschmerzen oder Brechdurchfall können auftreten. Eltern sollten insbesondere bei jeder Art von frühkindlichen Durchfällen unbedingt dann einen Arzt aufsuchen, wenn ein Baby oder Kleinkind nicht oder nur sehr wenig zum Trinken zu bewegen ist.

Denn dann ist bei anhaltendem Durchfall die Gefahr einer Exsikkose, also einer Austrocknung, groß. Auch das Stuhlverhalten und insbesondere auch die Stuhlfarbe und Stuhlbeschaffenheit geben weitere diagnostische Hinweise. Sind auch andere Familienmitglieder gleichzeitig erkrankt, dann ist das Vorliegen einer Infektion äußerst wahrscheinlich.

Um die Diagnose zu sichern, muss eine Stuhlprobe an ein mikrobiologisches Laboratorium eingesandt werden. Durch die Stuhlprobe kann in den meisten Fällen geklärt werden, ob es sich um eine virale oder bakterielle Infektion oder um eine Nahrungsunverträglichkeit als Ursache für den Durchfall beim Baby handelt.

Komplikationen

Wenn der Mensch unter Durchfall leidet, setzt der Dünndarm große Mengen Flüssigkeit frei. Andernfalls könnte der Stuhl gar nicht ausreichend aufgeweicht werden, um schnell aus dem Körper gespült zu werden. Obwohl es für Durchfall immer einen Grund gibt und der Stuhl schnell den Körper verlassen muss, ist dennoch der Durchfall an sich gefährlich. Das trifft besonders auf Babys zu. Die Flüssigkeit hat der Körper selbst beim Erwachsenen nicht auf Vorrat, sondern setzt Flüssigkeit dafür ein, die er auch anderweitig gebraucht hätte. Durchfall beim Baby führt deswegen schnell zu hohen Flüssigkeitsverlusten und in der Folge zu Dehydration.

Da viele Babys bei Durchfällen die Nahrung oder die Milch verweigern, können sie die verlorene Flüssigkeit nicht schnell genug wieder auffüllen. Bei starkem Durchfall besteht dieses Risiko auch dann, wenn sie sich zum Trinken überreden lassen. Ein Wechsel des Getränks kann schon helfen. Vor allem bei Infekten des Magen-Darm-Traktes kann es passieren, dass das Baby zwar versucht, genug zu trinken, davon aber wiederum Durchfall bekommt und keine Besserung in Sicht ist. Bei Komplikationen sollte ein Baby mit Durchfall rechtzeitig dem Arzt vorgestellt werden, denn dann kann rechtzeitig Hilfe in die Wege geleitet werden. Schlimmstenfalls wird das Baby ins Krankenhaus eingewiesen, um dort intravenös mit Flüssigkeit versorgt zu werden.

Behandlung und Therapie

Die Therapie erfolgt zunächst symptomatisch, noch bevor die genaue Diagnose feststeht, denn es geht immer darum, einen bestehenden Flüssigkeitsverlust möglichst schnell auszugleichen, damit es nicht zu Kreislaufproblemen kommen kann. Spezielle Infusionen und Nährlösungen für Babys und Kleinkinder sind genau auf deren Bedürfnisse abgestimmt und enthalten eine ausgewogene Mischung aus Mineralien, Vitaminen und Elektrolyten.

Die Begleitsymptome wie Bauchkrämpfe oder Schmerzen werden ebenfalls symptomatisch mit entkrampfenden Medikamenten oder nichtsteroidalen Antirheumatika bekämpft. Virale Infektionen können ebenfalls nur symptomatisch bekämpft werden, indem der Flüssigkeitsverlust ersetzt und das Immunsystem durch Heilnahrung gestärkt wird. Bakterielle Infektionen können in der Regel schnell durch die Gabe von hochdosierten Antibiotika behandelt werden.

Diese sollten jedoch möglichst nicht als Breitbandantibiotika, sondern selektiv eingesetzt werden, um das Immunsystem nicht weiter zu schwächen. Wenn ein Baby Durchfall hat, sollte auf jeden Fall weiterhin gestillt werden, Flaschennahrung kann ein Esslöffel Traubenzucker oder eine Prise Salz hinzugefügt werden. Anstatt der Säuglingsmilch kann auch über einige Stunden verdünnter Kamillen- oder Fencheltee gegeben werden.

Kleinkinder mit Durchfall sollten auf feste Nahrung möglichst ganz verzichten, sondern nur viel trinken, die ausgewählten Getränke sollten möglichst abwechslungsreich sein. Um den Verlust an Elektrolyten, Vitaminen oder Nährstoffen auszugleichen, helfen kaliumreiche Obstsäfte oder gesalzene Brühen.



Aussicht und Prognose

Eine präzise Vorhersage bei Babys mit Durchfall bezüglich des Krankheitsverlaufs fällt schwer. Abhängig vom individuellen Zustand und der Ausprägung des noch unerfahrenen Immunsystems kann die Krankheit einen sehr variablen Verlauf nehmen. Allgemein klingen die Symptome nach wenigen Tagen bis spätestens einer Woche ab. Besonders bei sehr jungem Nachwuchs regeneriert sich der Körper meist rasch von leichten Infekten.

Spontane Rückfälle liegen allerdings im Bereich des Möglichen. Eine erhöhte Vorsicht ist bei einer Unverträglichkeit mit Nahrungsmitteln angeraten, die zu einer Erkennung der Erkrankung führen kann. Ebenso ist auf typische Veränderungen im Stuhlgang während des Genesungsprozesses zu achten. Eine Anpassung des Speiseplans mit leicht verträglichen Nahrungsmitteln kann den Heilungsprozess dauerhaft begünstigen. Zur Vermeidung eines übermäßigen Wasserverlustes und der Austrocknung ist eine ausreichende Zufuhr mit Elektrolyten und Flüssigkeit zu berücksichtigen.

Durch Keime verursachte Erkrankungen wirken leicht ansteckend und erfordern als Gegenmaßnahme eine gewissenhafte Hygiene. So muss der regelmäßige Wechsel von verschmutzen Windeln mit einer gründlichen Säuberung des Unterleibes, der Hände und des Gesichts einhergehen. Zudem ist es ratsam, den direkten Kontakt mit Gleichaltrigen vorerst einzuschränken. Sobald die Hauptmerkmale abklingen, sinkt die Gefahr einer erneuten Infektion im Familienumfeld spürbar ab. Eine gesunde Konsistenz und die Färbung des Stuhlgangs liefern hierfür das entscheidende Signal.

Vorbeugung

Da es sich bei den allermeisten frühkindlichen Durchfällen um Infektionen handelt, kommt der Infektions- und Expositionsprophylaxe regelmäßig eine große Bedeutung zu. Um das Ansteckungs- und Übertragungsrisiko zu mindern, sollten im Alltag bestimmte Regeln befolgt werden. Sauberkeit und häufiges Händewaschen hat dabei oberste Priorität. Vor jedem Essen, nach jedem Toilettengang und nach jedem Windelwechseln müssen die Hände sorgfältig mit warmem Wasser und Seife gereinigt werden.

Hygienemaßnahmen im Haushalt, wie etwa das Desinfizieren von abwaschbaren Flächen und regelmäßiges Lüften verringern das Infektionsrisiko ebenfalls drastisch. Im Haushalt sind handelsübliche Putzmittel völlig ausreichend, Desinfektionsreiniger bringen nachweislich keinen zusätzlichen Nutzen bei der Vorbeugung gegen frühkindliche Durchfallerkrankungen.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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