Elektrolytstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. November 2016
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Als Elektrolytstörung wird eine von der Norm abweichende Elektrolytkonzentration im Blut bezeichnet. Die Folgen dieser Störung können zu unterschiedlichen gesundheitlichen Beschwerden und sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Elektrolytstörung?

Da die im Blut gelösten Salze, die sogenannten Elektrolyte, lebenswichtige Funktionen für den Organismus übernehmen, wirken sich Elektrolytstörungen zuweilen stark gesundheitsgefährdend aus. Wichtige Elektrolyte sind beispielsweise die Kationen von Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium sowie die Anionen Chlorid, Phosphat und Bikarbonat.

Bei einer Elektrolytstörung weichen die Konzentrationen einzelner oder mehrerer Elektrolyte nach oben oder unten ab. Zur Bezeichnung der jeweiligen Elektrolytstörung werden vor dem Wortstamm, der den Elektrolyten bezeichnet, der Suffix Hyper (für zu hohe Konzentration) oder Hypo (für zu geringe Konzentration) und nach dem Wortstamm die Endung -ämie (für Blut) gesetzt.

Ursachen

Die Ursachen für Elektrolytstörungen sind vielfältig. Allgemein muss davon ausgegangen werden, dass dem Körper entweder zu viel Elektrolyte zu- oder abgeführt werden. Dabei kann sich auch ein relativer Mangel oder Überschuss ausbilden, indem beispielsweise bei der Flüssigkeitsausscheidung ein Elektrolyt besonders stark verlorengeht oder besonders stark zurückgehalten wird.

Ein hoher Flüssigkeitsverlust bei verschiedenen Erkrankungen, wie Diabetes, Durchfall oder Blasen- und Nierenerkrankungen führt häufig zu Verschiebungen des Elektrolythaushaltes. Aber auch Resorptionsstörungen von Mineralien im Darm bei Darmerkrankungen können zu Elektrolytstörungen führen. Am häufigsten erzeugen Wasser treibende Mittel eine Störung des Kalium- oder Natriumhaushalts.

Aber auch die ständige Einnahme von Abführmitteln wirkt sich negativ auf den Elektrolythaushalt aus. Zu beachten ist auch, dass eine dauerhafte Fehlernährung Störungen im Elektrolythaushalt hervorrufen kann. Daher leiden besonders ältere Menschen aufgrund der Kombination von Resorptionsstörungen und falscher Ernährung an Elektrolytstörungen, die oftmals viele angebliche Alterserscheinungen erklären können.

Symptome und Verlauf

Elektrolytstörungen können unterschiedliche Symptome hervorzurufen, die auf den ersten Blick oftmals nicht unbedingt einer Verschiebung des Elektrolythaushalts zugeordnet werden können. Auch die Frage, welches Elektrolyt gerade eine anomale Konzentration aufweist, ist ohne Bestimmung der Blutwerte nicht so ohne Weiteres möglich. So sind die Ionen von Kalium und Natrium für die Reizweiterleitung im Nervensystem verantwortlich. Deshalb treten beispielsweise bei einer Hyper- oder Hypokaliämie b. z. w. einer Hyper- oder Hyponatriämie ähnliche Symptome auf, da hier die Reizweiterleitungen gestört sind.

Unter anderem kommt es zu Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinseintrübungen, Muskelkrämpfen, Somnolenz, Koma oder auch zu Störungen im Verdauungstrakt. In Extremfällen ist auch ein tödlicher Verlauf möglich. Meist sind im Zusammenhang mit einer Störung des Natrium- und Kaliumhaushalts jedoch auch Störungen der anderen Elektrolyte verbunden, die wiederum spezielle Symptome erzeugen können. Die Prognose von Elektrolytstörungen ist jedoch gut, wenn sofort entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Diagnose

Treten Symptome auf, wie Erschöpfung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinseintrübungen oder Muskelkrämpfe, fahndet der Arzt neben anderen Ursachen auch stets nach möglichen Elektrolytstörungen. Zunächst nimmt er die Krankengeschichte des Patienten auf, indem er nach vergangenen und aktuellen Krankheiten fragt. Dazu gehören auch Krankheiten, die im näheren Umfeld der Familie auftreten oder aufgetreten sind.

Auch aktuell bestehende Symptome können auf Elektrolytstörungen hindeuten, insbesondere wenn ein erhöhter Flüssigkeitsverlust des Körpers zusammen mit Bewusstseinsstörungen festgestellt wird. Bereits während dieser Gespräche kann sich eine Verdachtsdiagnose hinsichtlich einer Elektrolytstörung herauskristallisieren. Eine Blutanalyse schafft dann Gewissheit, ob sich die Diagnose bestätigt. Da jedoch eine Elektrolytstörung oftmals nur ein Symptom einer anderen zugrundeliegenden Krankheit darstellt, wird der Arzt weitere differenzialdiagnostische Untersuchungen durchführen, um dessen Ursache zu verifizieren.

Behandlung und Therapie

Eine Elektrolytstörung kann mit Elektrolyt-Präparaten behandelt werden.

Die Behandlung einer Elektrolytstörung richtet sich danach, welche konkrete Störung vorliegt und ob eventuell eine zugrundeliegende Erkrankung besteht. Ist der Elektrolythaushalt nur leicht verschoben, reicht oft eine Ernährungsumstellung und vielleicht die Gabe einer Elektrolytlösung aus, um die Störung zu beheben.

Da die Störung des Elektrolythaushalts manchmal durch falsche Ernährung oder besondere Belastungen, wie z. B. beim Sport durch übermäßiges Schwitzen, hervorgerufen wird, ist in diesen Fällen vielleicht auch eine Ernährungsberatung sinnvoll. Krankheitsbedingte und schwere Elektrolytstörungen müssen jedoch sofort behandelt werden, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Beispielweise muss bei einer Hypernatriämie dem Körper schnell oral oder intravenös Flüssigkeit zugeführt werden, um die Natriumionen-Konzentration zu senken. Bei einer Hyponatriämie wird wiederum eine physiologische Kochsalzlösung zugeführt oder die Flüssigkeitszufuhr kontrolliert gesenkt.

Ein besonderer Notfall ist unter anderem eine Hyperkaliämie. Hier muss schnell gehandelt werden mit einer kombinierten Therapie, wobei einerseits die verstärkte Ausscheidung von Kalium durch Diuretika und andererseits seine verstärkte Aufnahme in die Zellen durch Gabe von Insulin und Glukose gefördert wird.

Magnesiummangel kann wiederum leicht durch Gabe von Magnesiumpräparaten behoben werden und eine Hypokalzämie bedarf oft einer längeren Behandlung mit Vitamin D. Neben der konkreten Behandlung einer vorliegenden Elektrolytstörung ist es allerdings oft notwendig, langfristig die zugrundeliegende Erkrankung zu therapieren.



Vorbeugung

Einer ernährungsbedingten Elektrolytstörung kann leicht durch eine ausgewogene Ernährung vorgebeugt werden. Dabei kann auch eine Ernährungsberatung hilfreich sein. Wenn die Elektrolytstörung krankheitsbedingt ist, setzt die Prävention der Störung des Elektrolyhaushalts bei der Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit an.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Chris kommentierte am 24.10.2016 um 06:57 Uhr

Ich habe zum wiederholten Male nächtliche extreme Übelkeit, von der ich aufwache,gehabt. Damit verbunden sehr starke Schweißausbrüche und eine Unfähigkeit, mich zu bewegen oder zu sprechen.
Beim vorletzten Mal bin ich im Badezimmer zusammen gebrochen und hatte mit Erbrechen zu tun.
Der Notarzt gab mir Elektrolyte.
Den Tag davor hatte ich mich überanstrengt und zu wenig getrunken.
Nun hatte ich die oben genannten Symptome jedoch vorletzte Nacht wieder (außer Ohnmacht und Erbrechen)
Was muss ich tun,um das zu verhindern?
Viele Grüße, Chris F.