Blasenschwäche

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Mai 2017
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Als Blasenschwäche wird eine beginnende oder bereits bestehende Harninkontinenz bezeichnet. Sie kann sowohl Frauen als auch Männer betreffen, altersmäßig zunehmend. Wie sich die Blasenschwäche äußert und was man dagegen tun kann, ist hier zu lesen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Blasenschwäche?

Als Blasenschwäche wird die beginnende oder bestehende Schwierigkeit oder Unfähigkeit bezeichnet, den Urin in der Blase zu sammeln. Es ist die muskuläre Schwäche oder beginnende Unfähigkeit, einen Harndruck in der Blase zu ertragen.

Symptom der Blasenschwäche ist eine gefühlte oder offensichtliche Muskelschwäche des Schließmuskels im Urogenitalsystem. Ungewollter Harn tritt aus. Eine Form der Blasenschwäche ist die Reizblase. Der Blasenschwäche können anatomische Veränderungen, pathologische Veränderungen oder psychosomatische Symptome zugrunde liegen. Blasenschwäche kann Männer und Frauen betreffen.

Ursachen

Eine Blasenschwäche kann diverse Ursachen haben. Eine Ursache der Blasenschwäche kann eine Blasensenkung sein. Bei Männern kommt die Blasenschwäche häufig bei Prostata-Erkrankungen vor. Ältere Männer sind hiervon stärker betroffen als junge Männer.

Manchmal ist die Blasenschwäche ein Begleitsymptom bei Harnsteinen oder Blasenentzündungen. Bei Frauen ist es außerdem ein Begleitsymptom bei der Schwangerschaft, wenn das Baby auf die Blase drückt. Bei nicht schwangeren Frauen kann eine Blasenschwäche Begleitsymptom eines ausgiebigen Sexuallebens sein. Hier wird es Reizblase genannt. Diese Form der Blasenschwäche verschwindet bereits wieder nach 1-2 Tagen.

Blasenschwäche kann auch eine Pilzerkrankung oder andere Erkrankung als Ursache haben. Tendenziell ist die Blasenschwäche eine geriatrische Erkrankung. Ältere Menschen sind häufiger von einer Blasenschwäche betroffen. Eine andere Form der Blasenschwäche ist eine beginnende Zystitis, also Blasenentzündung. Die Blasenschwäche passiert im hormonellen Veränderungsprozess als eines der Begleitsymptome. Bei Alkoholikern ist die Blasenschwäche Teil des Erkrankungsprozesses.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist bei einer Blasenschwäche vorzunehmen, sobald es zu einer Beeinträchtigung der allgemeinen Lebensführung kommt. Wird der häufige Toilettengang zu einer emotionalen Belastung oder können berufliche wie private Pflichten nicht mehr wie gewohnt erfüllt werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Führt die Blasenschwäche zu Schlafstörungen, wird der Organismus stark beansprucht. Die regelmäßige Unterbrechung der Ruhe- und Regenerationsphasen vermindert das allgemeine Wohlbefinden. Ein Arzt muss aufgesucht werden, da es zu weiteren Erkrankungen kommen kann, die in schweren Fällen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen.

Bei Müdigkeit, einem Leistungsabfall oder Konzentrationsproblemen ist die Alltagsbewältigung immens beeinträchtigt. Daher sind Untersuchungen durchzuführen und Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. Muss aufgrund der Blasenschwäche eine Windel getragen werden, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Treten Beschwerden wie Hautrötungen, Unwohlsein, Juckreiz im Intimbereich oder Fieber auf, ist es notwendig, einen Arzt aufzusuchen.

Bei Schmerzen oder einem brennenden Gefühl beim Wasserlassen müssen die Beschwerden von einem Arzt abgeklärt werden. Erfolgt aufgrund der Blasenschwäche eine verminderte Flüssigkeitszufuhr, droht eine Dehydration. Dem Organismus muss trotz der Blasenschwäche dem Alter und der Temperatur entsprechend eine optimale Menge an Flüssigkeiten zugeführt werden. Stellt sich dennoch ein Gefühl der inneren Trockenheit ein, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Blasenschwäche:

Die Blasenschwäche kann sich dadurch äußern, dass Harn ungewollt aus der Blase austritt. Dieses passiert hauptsächlich beim Laufen, Lachen, Springen oder Niesen. Das Hauptsymptom der Blasenschwäche ist ein häufiger Harndrang. Die Blasenschwäche kann mit unangenehmen Begleitsymptomen wie Brennen, Jucken oder Klopfen einhergehen.

Der Mensch, der von diesem Leiden betroffen ist, traut sich nicht mehr, sich frei und unbeschwert zu bewegen. Stark lastet der Druck, überall nach einem WC schauen zu müssen. Menschen mit einer Blasenschwäche müssen viel urinieren, wobei es meistens nicht zu einer völligen Entleerung der Blase kommt.

Eine stärkere Blasenschwäche zieht häufig psychische Belastungen nach sich. Ein typisches Symptom ist ein fast permanenter Harndrang. Uriniert nun der Betroffene, so kommt es dennoch kaum zu einem klaren Urinstrahl mit anschließender Erleichterung. Die Muskulatur im Blasenbereich steht fast unter einer Dauerspannung. Dadurch kommen Schmerzen und Druck im unteren Leib vor. Wird der abdominale Druck bzw. werden die Schmerzen stärker, so sollte dringend ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose

Die Diagnose der Blasenschwäche ist einfach zu fällen. Häufiges Wasserlassen, zum Teil unkontrolliert, ist das Hauptsymptom der Blasenschwäche. Ist die Blasenschwäche nicht nur vorübergehender Natur, wie beispielsweise bei der Reizblase, so sollte in jedem Falle eine Abklärung mit dem Arzt erfolgen.

Da der Blasenschwäche anatomische, pathologische oder psychosomatische Gründe zugrunde liegen können, sollte eine ärztliche Diagnose gefällt werden.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung der Blasenschwäche sollte der Fokus nicht nur auf den Urogenitalbereich gelegt werden. Die Behandlung dieser Erkrankung sollte ganzheitlich erfolgen. Eine eventuelle Medikamentengabe sollte nur erfolgen unter Berücksichtigung der Grunderkrankung. Die beste Behandlung liegt im regelmäßigen Beckenbodentraining.

Hierdurch kann die erschlaffte Blasen-Muskulatur trainiert und besser geschlossen werden. Durch Fokussierung der Kraft und Konzentration auf den Urogenitalbereich, können klarere Signale unterstützt werden. Autogenes Training könnte eine Unterstützung sein. Yoga könnte eine Beruhigung des Systems herbeiführen.

Bei einer ausgeprägten Blasenschwäche sollte unbedingt eine Abklärung mit dem Arzt erfolgen, da schwerere Erkrankungen zugrunde liegen könnten. Diesbezüglich sollte der behandelnde Arzt über die Medikation entscheiden. Um sich im täglichen Leben sicherer zu fühlen, empfiehlt es sich, Slip-Einlagen zu tragen. Dadurch kann sich ein Mensch mit Blasenschwäche unbeschwerter bewegen.

Homöopathische Medikamente können die Blase stärken. Es wird gesagt, dass ein geregeltes Sexualleben die Blase stärkt. Starker Sex würde kontraindiziert sein. Für Frauen gibt es spezielle Dildos, die die Blase stärken und bei einer Blasenschwäche Abhilfe schaffen. Für Frauen wird ein Tee aus Frauenmantelblättern empfohlen. Wegen der genauen Dosierung sollte man sich informieren. Männer sollten bei Blasenschwäche Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne essen.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung einer Blasenschwäche ist ein ausgeglichenes Leben. Da die Blasenschwäche häufig auf eine nachlassende Schließmuskelkraft basiert, sollte die Muskulatur im Beckenbodenbereich frühzeitig trainiert werden. Im Beckenbodentraining kann man trainieren, einen höheren Blasendruck aufrecht erhalten zu können.

Blasenschwäche kann ein Vorsymptom einer beginnenden Harninkontinenz sein. Regelmäßig muss die Ansammlung harnpflichtiger Stoffe in der Blase abgelassen werden, bevor der Druck zu stark ist. Die Blasenschwäche kann verschiedene Ursachen haben, insofern hat auch die Vorbeugung entsprechend der Grunderkrankung zu erfolgen.

Blasenschwäche ist eine relativ verbreitete physische Erscheinung. Die beste Vorbeugung der Blasenschwäche ist eine hygienische Körperpflege und ein gesunder Lebensstil.

Bücher über Blasenschwäche

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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