Prostatabeschwerden

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Juli 2016
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Prostatabeschwerden begegnen nahezu jedem zweiten Mann über 50 und lassen häufig unbegründete Angst vor Prostatakrebs aufkommen, obwohl sich in den allermeisten Fällen gutartige Gründe als Ursache herausstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Prostatabeschwerden?

Prostatabeschwerden sind akute oder chronische Beschwerden der Prostata (Vorsteherdrüse). Die Beschwerden sollte man im Einzelfall durch fachärztliche Untersuchung auf den Grund gehen, um bösartige Ursachen (Prostata-Ca) ausschließen.

Aufgrund der Häufigkeit des Auftretens gilt die BPH (benigne Prostata-Hyperplasie) als Volkskrankheit. Da dieses Thema aber leider noch immer sehr stark tabuisiert wird, finden viele Betroffene den Weg zum Arzt nicht immer gleich nach dem ersten Auftreten der Prostatabeschwerden.

Ursachen

Wie entstehen die Prostatabeschwerden? Die Prostata (Vorsteherdrüse) umgibt den Teil der männlichen Harnröhre, der unter der Blase sitzt, und sondert ein Sekret ab, welches für die Beweglichkeit der Spermien verantwortlich zeichnet. Das Geschlechtshormon Testosteron fördert das Wachstum der Prostata während der Pubertät auf ihre normale Größe (in Form ähnelt sie dann der einer Kastanie, ihr Normalgewicht liegt bei ca. 15 bis 20 Gramm, ihr Volumen bei 20 bis 30 Kubikzentimetern).

Ab 50 Jahren kommt es nun beim Mann häufig zu Wucherungen dieses Prostatagewebes und man nennt diese Vergrößerung dann auch Prostataadenom. Diese grobknotige Gewebewucherung, eine übermäßige, aber meist gutartige Vermehrung von Zellen, wird durch die hormonelle Umstellung im Alter bewirkt. Das männliche Sexualhormon Testosteron nimmt erneut Einfluss auf das Drüsenwachstum. In der Prostata wird das Testosteron zu Dihydrotestosteron umgewandelt, welches die Drüsen zum Wachstum anregt.

Ein Befund, der an sich völlig harmlos ist. Die zuvor genannten Prostatabeschwerden werden dadurch ausgelöst, dass die vergrößerte Prostata die Harnröhre einengt und damit einen steigenden Druck auf diese, oder auch direkt auf die Blase ausübt. Bei Fortschreiten der Erkrankung (BPH II) ist die vollständige Blasenentleerung (Blasenentleerungsstörung) nicht mehr möglich, es bildet sich Restharn (RH) in der Blase. Durch diesen Harnstau werden Infektionen (Blasenentzündung) stark begünstigt.

Bei längerem zeitlichen Anhalten derartiger Blasenentleerungsstörungen treten oft aufsteigende Infekte auf, die dann auch die Nieren beschädigen können. Bei einem kompletten Harnverhalt (BPH III) mit Inkontinenz (Tröpfeln) klagt der Patient häufig über starken Schmerz und eine fachurologische Behandlung ist allerspätestens zu diesem Zeitpunkt dann unumgänglich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Prostatabeschwerden:

Das typische Männerleiden der Prostatabeschwerden, die gutartige Prostatavergrößerung, zeigt sich in drei klinischen Stadien mit diversen Symptomen:

BPH I Die erste Erkrankungsphase zeichnet sich meist durch Probleme beim Wasserlassen (Miktion) aus: erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens (Pollakisurie), auch des Nachts (Nykturie), schwacher, oft unterbrochener Harnstrahl (verzögerter Beginn des Wasserlassens, dann schwächer werdender Strahl bei gleichzeitig massiv erhöhtem Blasenentleerungsdruck/imperativen Harndrang) oder auch unangenehmes Nachträufeln.

BPH II Durch Überdehnung und extremer Anstrengung der Blasenmuskulatur entsteht die "Balkenblase" (Hypertrophie der Blasenmuskulatur). In diesem zweiten Stadium ist eine komplette Blasenentleerung nicht mehr möglich, es verbleibt ein Restharn (RH) in der Blase (bis zu 100 ml). Dieser Restharn bietet eine ideale Brutstätte für Keime, die durch die Harnleiter bis in die Nieren aufsteigen, wo sie gefährliche Entzündungen verursachen können. Im schlimmsten Fall könnte es zum Nierenversagen kommen. Somit können auch die ersten Prostatabeschwerden, der die eigentlich harmlose Prostatavergrößerung zugrunde liegt, lebensbedrohende Folgen haben.

BPH III Im dritten Stadium der benignen Prostatahyperplasie kommt es zum vollständigen Harnverhalt, verbunden mit starkem Schmerz, jedoch ständigem Träufeln der Blase (Inkontinenz).

Diagnose

Nach vorausgehender Anamneseaufnahme wird die Diagnosestellung Prostatabeschwerden vom Arzt durch klinische Untersuchung untermauert: Abtasten der Prostata, Harndruckstrahlmessung (Uroflow), anschließende, ultraschallgestützte Restharnbestimmung und die rektale Ultraschalluntersuchung (die Prostata wird über den Mastdarm abgetastet und mithilfe von Ultraschall untersucht), sowie die Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens im Blut, den PSA-Test.

Behandlung

Die Prostatabeschwerden im ersten Stadium (BPH I) werden konservativ behandelt. Die vom Arzt empfohlenen Verhaltensmaßregeln lauten wie folgt:

  • Häufiges Entleeren der Blase, kein Unterdrücken des Harndranges
  • Kalte und kohlensäurehaltige Getränke vermeiden, ebenso
  • Vermeidung alkoholischer Getränke
  • Vermeidung zu scharfer Gewürze
  • Bewegung, kein langes Sitzen, insbesondere nicht auf kaltem Untergrund
  • Für regelmäßigen Stuhlgang sorgen (um den gesteigerten Druck auf den Urogenitaltrakt zu vermeiden)
  • Gelegentlich warme Sitzbäder nehmen (nicht heiß)
  • Pflanzliche Präparate (Phytotherapeutikum) wie z.B. Kürbissamen oder Brennnesselwurzel zu sich nehmen (bewirkt eine vorübergehende Abschwellung der Prostata und sorgt damit für eine Linderung der Prostatabeschwerden.

Auch bei der BPH II sind noch oben genannte, konservative Therapiemaßnahmen angesagt. Allerdings mit stärker wirksamer, medikamentöser Unterstützung. Das Stadium BPH III wird fast ausnahmslos operativ behandelt. Indikationen zu einem operativen Eingriff sind: Wiederholt akuter Harnverhalt, rezidivierende Harnwegsinfekte, Blasensteine und Überlaufinkontinenz.

Alternative Therapiemethoden sind die thermische Koagulationsnekrose (narkosefreie Mikrowellen Behandlungsmethode), sowie die Hyperthermie-Therapie (bei der Überwärmungsbehandlung wird das erkrankte Organ bzw. das Gewebe schonend überwärmt und damit einer speziellen Behandlung unterzogen). Beides sind ambulant und ohne Narkose angewandte Verfahren.



Vorbeugung

Eine wirkungsvolle Vorbeugung zur Verhinderung von BPH und der damit verbundenen Prostatabeschwerden ist nicht bekannt, wohl aber sollte sich jeder Mann im Alter von 45 Jahren (bei familiär bekanntem Prostata-Ca bereits mit 40 Jahren) zur Prostata-Krebsvorsorgeuntersuchung entschließen.

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