Amalgamvergiftung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. Mai 2017
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Amalgamvergiftung ist eine Erkrankung, die wissenschaftlich nicht immer als solche akzeptiert wird. In diesem Artikel geht es um die Ursachen sowie deren Therapie. Es ist sinnvoll, hierüber informiert zu sein, um im Falle einer Amalgamvergiftung sofortige Maßnahmen zu ergreifen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Amalgamvergiftung?

Wie der Name Amalgamvergiftung bereits sagt, bezeichnet diese ein Vergiftungsgeschehen im Körper durch ein von außen zugeführtes Material, dem Amalgam. Bei Amalgam handelt es sich um einen Zahnfüllstoff, der lange Zeit von Zahnärzten zur Füllung von mit Karies betroffenen Zähnen benutzt wurde.

Bei der Amalgamvergiftung hat sich der in dem Materialgemisch befindliche Quecksilberanteil gelöst und ist in den Magen-Darm-Trakt des Menschen und von dort aus in den Blutkreislauf, die Organe und die Nervenbahnen gelangt. Im Körpergeschehen fanden infolgedessen Erscheinungen einer Amalgamvergiftung statt, die dem Körper schaden.

Ursachen

Von einer Amalgamvergiftung spricht man normalerweise im Zusammenhang mit durch Zahnfüllungen vorkommende Vergiftungen. Amalgam ist eine chemische Verbindung mit einem hohen Maß an Quecksilber. Durch seine Festigkeit und Langlebigkeit war das Amalgam lange Zeit das Flaggschiff der deutschen Zahnfüllungen.

Besonders in den ersten Jahren nach Einsetzen einer neuen Amalgamfüllung hatte sich das in dieser Füllung befindliche Quecksilber freigesetzt und war in den Körper gewandert. Einige Menschen hatten als Folge der Amalgamvergiftung nur Erscheinungen am Magen, aber viele Menschen hatten größere Probleme an den Nerven, am Herzen, im Gehirn oder an anderen Stellen des Körpers.

Das Quecksilber kann vom Körper nicht akzeptiert werden und schadet diesem. Die Folge ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Je nach der Menge des Amalgams im Körper und der Dauer, die es dem Körper geschadet hat, kann von einer Amalgambelastung oder einer Amalgamvergiftung gesprochen werden.

Wann zum Arzt?

Besteht der Verdacht auf eine Amalgamvergiftung, muss sofort ein Mediziner konsultiert werden. Je nachdem, wie weit die Intoxikation fortgeschritten ist, machen sich unterschiedliche Symptome bemerkbar. Sobald Zahn- und Kopfschmerzen auftreten, sollten Betroffene bereits einen Arzt kontaktieren. Im weiteren Verlauf einer Amalgamvergiftung treten Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen sowie Appetitlosigkeit auf. Machen sich diese Symptome bemerkbar, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten.

Betroffene sollten ebenfalls einen Arzt konsultieren, wenn sie allgemeine Abgeschlagenheit oder Erschöpfung bemerken. Bei allgemeiner Infektionsanfälligkeit sowie Benommenheit und Desorientierung sollte ebenso ein Arztbesuch stattfinden. Diese Symptome geben einen eindeutigen Hinweis auf eine Amalgamvergiftung. Wer einen bitteren oder metallischen Geschmack im Mund feststellt, sollte ebenfalls nicht damit zögern, einen Arzt aufzusuchen. Das Gleiche gilt, wenn Betroffene unter Druckgefühlen im Bauch oder Kopf leiden.

Treten Herzrhythmusstörrungen oder kognitive, motorische sowie olfaktorische Beeinträchtigungen auf, empfiehlt sich auf jeden Fall ein Arztbesuch. Kopf-, Magen-, Glieder- sowie Gelenkschmerzen oder Muskelkrämpfe gehören von einem Mediziner abgeklärt. Darüber hinaus macht sich eine Amalgamvergiftung anhand von Schlaf- und Durchschlafproblemen bemerkbar. Bei Schwindelgefühlen und Übelkeit sowie Verdauungs- und Sehproblemen sollten Betroffene sofort einen Mediziner konsultieren.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Amalgamvergiftung:

Die Amalgamvergiftung äußert sich durch verschiedene Symptome. Häufige Bauch- und Kopfschmerzen ist ein typisches Symptom, sehr häufig auch Gelenkbeschwerden. Nervenschmerzen und erhöhte Gereiztheit können ein Symptom sein. Es wird auch von Lähmungen und Missempfindungen an den Nerven-Enden berichtet. Amalgamvergiftung kann Konzentrationsstörungen und zunehmende Müdigkeit hervorrufen.

Aber auch schwerwiegende Folgeerkrankungen, wie Krebs, werden mit einer Amalgamvergiftung in Verbindung gebracht. Ein typisches Symptom für Amalgamvergiftung ist der Haarausfall. Ein erstes Anzeichen einer Amalgamvergiftung sind deutlich sichtbar werdende Augenringe.

Diagnose

Hinsichtlich der Diagnose einer Amalgamvergiftung gibt es sowohl schulmedizinische als auch naturmedizinische Diagnoseverfahren. Im Bereich der Mundschleimhaut führt die Amalgamvergiftung zu einem bläulichen Rand um den mit Amalgam gefüllten Zahn herum, der ist sehr gut sichtbar. In der Kinesiologie testet man die Amalgamvergiftung durch spezielle Muskeltests. Mit dem EtaScan, einer relativ neuen Diagnosemethode, kann präzise nachgewiesen werden, ob und wie schlimm die Amalgamvergiftung ist.

Schulmedizinisch kann über die Blutanalyse ein erhöhter Schwermetall-Anteil im Blut nachgewiesen werden. Lange Jahre wurde die Diagnose "Amalgamvergiftung" von den Krankenkassen nicht anerkannt. Eine diagnostizierte Amalgamvergiftung hat in jedem Falle einen Behandlungsbedarf.

Komplikationen

Eine Amalgamvergiftung kann im schlimmsten Falle zum Tode führen, wenn diese akut auftritt und größere Mengen von Amalgam dem Körper zugeführt wurden. In den meisten Fällen tritt die Vergiftung allerdings im Laufe der Zeit auf, da sich das Amalgam aus den Zahnfüllungen absetzt. Die Vergiftung führt in den meisten Fällen zu starken Schmerzen. Der Betroffene kann die Schmerzen oft nicht lokalisieren und ist dabei anfällig für Erkältungen und Grippen. Die Lebensqualität nimmt ab und es kommt häufig zu Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen. Falls sich das Amalgam direkt im Mundraum ablöst, kommt es zu einem metallischen Geschmack im Mund. Auch die Augen können von Sehstörungen betroffen sein, sodass der Patient am Schleiersehen leidet. Da das Amalgam vom Körper selbst nicht abgebaut werden kann, werden bei der Behandlung Medikamente eingesetzt, die das Amalgam abführen. Falls die Behandlung frühzeitig beginnt, kommt es zu keinen weiteren Komplikationen. Die Lebenserwartung des Patienten wird bei einer Amalgamvergiftung nicht verringert, falls diese richtig behandelt wird.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Amalgamvergiftung hat allumfassend zu erfolgen, auch wenn sie eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Auf der körperlichen Ebene hat unter geeigneten Schutzmaßnahmen eine umfassende Zahnsanierung zu erfolgen. Die begleitende Therapie bezieht sich darauf, das gesamte Amalgam, welches sich in den Organen und Nervenbahnen angelagert hat, zu entfernen. Man nennt diesen Vorgang „Ausleitung“. Bei einer Amalgamvergiftung kann hierauf nicht verzichtet werden. Der Betroffene hat täglich mindestens 2 Liter Wasser zu trinken, damit ein leichteres Ausschwemmen des Materials erfolgen kann.

Homöopathisch unterstützen kann man die Ausleitung durch die Gabe von Mercurius. Mercurius bedeutet „Quecksilber“ und da man in der Homöopathie eine Erkrankung mit dem Gleichen behandelt, ist Mercurius das Mittel der Wahl. Mit welcher Dosierung die Ausleitung zu erfolgen hat, ist im Einzelfall mit dem Arzt oder Heilpraktiker zu besprechen. Um die Leber bei der Entgiftung zu unterstützen, gibt es naturmedizinische Säfte mit Mariendistel und Schöllkraut. Brennnesseltee unterstützt die Ausleitung.

In der ayurvedischen Medizin gibt es spezielle Medikamente zur Entgiftung der Leber, die bei der Ausleitung der Amalgamvergiftung helfen. Der Darm sollte nicht vergessen werden. In der ayurvedischen Medizin verabreicht man Öl-Einläufe in den Darm, in der Naturmedizin würde mal Colon-Hydro Therapie anwenden, um Ablagerungen aus dem Darm auszuschwemmen. Danach erfolgt ein positiver Aufbau der Darmflora durch entsprechende Medikamente.

Regelmäßige Atemübungen und Meditationen unterstützen das Nervensystem. Es ist häufig der Fall, dass die Amalgamvergiftung das Nervensystem belastet, und insofern ist es wichtig, diesen Teil wieder zu entspannen.



Vorbeugung

Einer Amalgamvergiftung kann dadurch vorgebeugt werden, dass man sich möglichst nicht mit den belastenden Stoffen umgibt. Heutzutage benutzen die meisten Zahnärzte bereits Füllungen, die amalgamfrei sind. In jedem Falle sollte der behandelnde Zahnarzt gefragt werden, welche Art des Materials er zur Zahnfüllung verwendet.

Auch außerhalb einer Zahnarztpraxis umgibt man sich mit Quecksilber. Man findet es zum Beispiel in Energiesparlampen. Die beste Vorbeugung vor einer Amalgamvergiftung ist eine Bewusstheit für die Gefahren, die aus dem Quecksilber resultieren.

Bücher über Amalgamvergiftung

Quellen

  • Gängler P. et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme Verlag. 3. Auflage 2010
  • Reitemeier B.: Einführung in die Zahnmedizin. Thieme Verlag. 1. Auflage 2006
  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2009
  • Hellwege, K.D.: Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2003
  • Kramer E. Prophylaxefibel, Grundlagen der Zahngesundheit; Deutscher Zahnärzte Verlag (2009)

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