Geschmacksstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Bei einer Geschmacksstörung können die fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami in normaler Intensität nicht mehr unterschieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Geschmacksstörung?

Im Gegensatz zur Normogeusie, bei der ein normales Geschmacksempfinden besteht, bezeichnen Mediziner eine Geschmacksstörung als Dysgeusie. Die Ursache dafür liegt daran, dass die gustatorischen Sinneszellen, die sogenannten Schmeckzellen, nicht mehr richtig funktionieren und somit der Geschmackssinn beeinträchtigt ist. Eine Geschmacksstörung tritt auf, die Betroffene als sehr unangenehm empfinden können.

Bei der Dysgeusie unterscheidet man die qualitative und die quantitative Geschmacksstörung. Bei der qualitativen Schmeckstörung nehmen Betroffene den Geschmack anders wahr oder schmecken etwas, obwohl kein konkreter Geschmack vorhanden ist. Bei der quantitativen Geschmacksstörung empfinden Betroffene den Geschmack in einer anderen Intensität als Gesunde. Dabei reicht die Bandbreite von besonders intensivem Schmecken bis zu nicht vorhandenem Geschmackssinn.

Ursachen von Geschmacksstörung

Geschmacksstörungen können einerseits angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein. Ist die Störung durch ein bestimmtes Ereignis aufgekommen, unterscheidet man drei verschiedene Ursachen: epitheliale, nervale oder zentrale Ursache.

Bei der epithelialen Ursache sind die Geschmacksknospen geschädigt. Diese Schädigung kann beispielsweise durch Entzündungen der Mundschleimhaut oder der Zunge auftreten. Doch auch Medikamenteneinnahmen oder virale Infektionskrankheiten können diese Beschwerden hervorrufen.

Eine nervale Ursache tritt in Folge von beschädigten Hirnnerven auf. Grund dafür sind zum einen Nervenentzündungen oder Tumore, aber auch Operationen oder Schädelverletzungen. Bei der zentralen Ursache ist die Geschmacksbahn im zentralen Nervensystem geschädigt. Auslöser solch einer Geschmacksstörung sind Verletzungen des Hirnstamms, Hirntumore oder bestimmte Epilepsieformen. Eine Geschmacksstörung kann auch in Kombination mit einer Geruchsstörung auftreten.

Symptome und Verlauf von Geschmacksstörung

Geschmacksstörungen gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Ausprägungen. Viele Betroffene empfinden sie als unangenehm, vor allem wenn sie intensiv bittere, salzige oder metallische Geschmäcker verspüren. Geschmacksstörungen können sowohl nur eine einzelne Geschmacksrichtung als auch das gesamte Spektrum betreffen.

Tritt eine Geschmacksempfindung in völlig veränderter Form auf, spricht man von einer Parageusie. Gibt es Wahrnehmungen ohne entsprechende Reize (wie zum Beispiel Nahrung), bezeichnet man diese Form als Phantogeusie. Beide Dysgeusien zählen zu den qualitativen Störungen. Quantitative Dysgeusien unterteilt man dagegen in Ageusie (vollständiger Ausfall des Geschmackssinns), Hypergeusie (erhöhte Sensibilität des Geschmackssinns) und Hypogeusie (abgeschwächter Geschmackssinn).

Die Beschwerden einer Geschmacksstörung können manchmal für wenige Wochen oder Monate auftreten, wenn eine Therapie und Medikamenteneinnahme die Symptome auslöst. Die Beschwerden erscheinen meist schon wenige Stunden oder Tage nach Therapiebeginn, sind jedoch häufig reversibel.

Diagnose von Geschmacksstörung

Die Diagnose einer Geschmacksstörung kann ein Arzt stellen, wenn er den Patienten zuvor ausführlich befragt hat. Hierbei klärt er, welche Einschränkungen in welcher Ausprägung seit welchem Zeitpunkt vorliegen. Generell beleuchten Mediziner die Gesundheit des Patienten im Ganzen, bevor sie eine Diagnose stellen. Das weitere diagnostische Verfahren beinhaltet eine Untersuchung von Mund und Rachen und diverse Geschmackstests.

Durch unterschiedliche Geschmacksproben kann der Mediziner die Ausprägung der Geschmacksstörung erkennen. In manchen Fällen kann es noch zu weiteren Untersuchungen kommen. Hierzu zählen neurologische Untersuchungen, mikroskopische Untersuchungen der Mundschleimhaut, Speicheldrüsendiagnostik und apparative Untersuchungen (EEG, MRT, CT). Bei der Diagnose klärt der Mediziner ebenfalls, ob es sich bei der Geschmacksstörung um eine eigenständige Erkrankung oder um die Begleiterscheinung einer anderen Krankheit handelt.

Behandlung von Geschmacksstörung

Nicht jede Form der Geschmacksstörung ist eindeutig erforscht und behandelbar. Vor allem die qualitativen Dysgeusien sind schwer zu therapieren. In den meisten Fällen sind Geschmacksstörungen jedoch nach weniger als einem Jahr von alleine wieder verschwunden, ohne dass es einer speziellen Behandlung bedarf.

Grundsätzlich richtet sich die Therapie von Geschmacksstörungen nach der jeweiligen Ursache. Ist eine Medikamenteneinnahme der Grund für das Auftreten einer Geschmacksstörung, kann das Mittel in Absprache mit dem Arzt weggelassen oder ein Ersatz dafür gesucht werden. Allein das kann helfen, dass die Beschwerden verschwinden.

Auch die erfolgreiche Behandlung der Grunderkrankung führt häufig dazu, dass sich ebenfalls die Geschmacksstörung verbessert oder sogar vollständig verschwindet. Das kann die Operation eines Tumors sein, nach dessen Entfernung sich die Beschwerden deutlich bessern. Auch die Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung mit Tabletten, lässt in manchen Fällen eine Geschmacksstörung wieder verschwinden.

In manchen Fällen ist eine bakterielle Entzündung, beispielsweise die der Mundschleimhaut, Auslöser einer Dysgeusie. Diese Entzündung lässt sich mit einem Antibiotikamittel behandeln, so dass die Symptome verschwinden.

Erste Erfolge bei einer qualitativen Geschmacksstörung zeigen sich auch bei medikamentösen Behandlungen. Bei einer Dysgeusie durch Nervenschäden setzen Mediziner Alpha-Liponsäre ein. Bei nicht geklärter Ursache verabreichen Ärzte auch Zink beziehungsweise Zinkglukonat.

Ist eine Geschmacksstörung stark ausgeprägt und mit erheblichem Leidensdruck des Patienten verbunden, verschreiben Ärzte in Ausnahmefällen ein lokales Betäubungsmittel, das die starken Beschwerden lindert.

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Vorbeugung von Geschmacksstörung

Auch bei einer Geschmacksstörung kann eine gesunde Lebensweise dazu beitragen, das Risiko einer Erkrankung zu minimieren. Am Wichtigsten ist es jedoch, die Ursachen im Blick zu haben. Ganz besonders gilt dies bei einer vorliegenden Grunderkrankung, die die Sinnesstörung ausgelöst hat.

Eine regelmäßige Mundhygiene oder die konsequente Einnahme von Tabletten bei einer Schilddrüsenunterfunktion können demnach dazu beitragen, eine erneute Geschmacksstörung zu verhindern.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

dr. inlay kommentierte am 11.05.2016 um 23:11 Uhr

Zu der Geschmacksstörung kommen in meinem Fall noch ein weiß-cremiger Speichel hinzu, der die Lebensmittel so unangenehm schmecken lässt, dass ich beim Riechen und Schmecken ein Brechgefühl habe und ich deswegen schon seit 2 Monaten keine feste Nahrung mehr zu mir nehme. Inzwischen ist eine Mundtrockenheit hinzugekommen. Ich habe diese Erkrankung seit 2 Monaten und in dieser Zeit 17 kg abgenommen. Ich bin zur Zeit in der HNO-Klinik Heidelberg in Behandlung - bisher ohne Ergebnis. Es wurden Oesophagus und die Speicheldrüsen radiologisch untersucht - ohne Befund. Ich bin 70 Jahre und mein Tablettenkonsum beschränkt sich auf täglich 1 Aspirin 100 und 1 Thyronajod 50. Magen und Darm wurden auch untersucht - ohne Befund. Ich hoffe, jemand kann mir helfen.