Brennnessel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. Januar 2016
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Die Brennnessel (urtica urens) ist verschrien als lästiges Unkraut im Garten, und wer schon einmal in Brennnesseln unverhofft gefasst hat oder gar hinein gefallen ist, wird sie nicht in bester Erinnerung haben. Alle Naturheiler und naturverbundenen Menschen früher und jetzt wissen aber, dass die Brennnessel eine Pflanze von großem Wert ist, gärtnerisch und medizinisch.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Die Brennnessel wächst vor allem an Mauern, Zäunen, auf Halden, an Wegrändern und im Garten dort, wo man sie gerade nicht haben möchte. Mit ihren langen kriechenden Wurzeln breitet sie sich aus, beim Herausziehen aus der Erde kann man sehen, wie lang diese Wurzeln sein können und wie viele bis zu 1,5 m hohe Stängel daraus sprießen. In feuchtem stickstoffreichem Boden wächst sie besonders gut.

Das Brennen beim Anfassen der Pflanze entsteht durch die stechenden Haare, die sich an den gezahnten Blättern, aber auch am Stängel befinden. Man unterscheidet die Große Brennnessel und die Kleine Gartennessel, beide besitzen Heilkraft, wobei die kleine Nessel noch stärker brennt als die große.

Vielleicht nicht ganz so bekannt wie das „Brennen“ ist die Verwendung des Stiels, dessen Fasern früher zum Nähen und Weben verwendet wurden. Daraus entstanden ist der Begriff „-nessel“ in Verbindung mit dem Wort „nähen“. Wirkstoffe der Brennnessel sind die Ameisensäure, die das Brennen bewirkt, Gerbstoffe, wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Mangan, Kalium und Schwefel. Vitamine A und C können bei der Zubereitung durch die Zugabe von beispielsweise Zitrone noch verstärkt werden.

Wirkungsweise und Verwendung

Als Naturheilmittel wird die Brennnessel sehr oft genannt als Mittel zur Entschlackung im Frühjahr. Die frischen jungen Blätter der Pflanze können fein geschnitten mit Apfel und Gewürzen als Salat verarbeitet werden. Der Saft der gepressten Blätter frisch, die Blätter selbst als Tee oder auch als Spinat zubereitet, helfen auch gegen die Frühjahrsmüdigkeit.

Insgesamt haben Zubereitungen der Brennnessel eine reinigende Wirkung, sind also auch bei Diäten hilfreich. Brennnesseltee hilft auch gegen Rheuma und Gicht und bei Husten wirkt er schleimlösend. Tee kann natürlich auch von getrockneten Blättern zubereitet werden, dazu nimmt man einen Teelöffel der Blätter für eine Tasse Tee. Blasen- und Nierenprobleme oder Prostatabeschwerden können auch auf natürlichem Wege mit Hilfe der Pflanze gelindert werden. Werden die zerkleinerten Brennnesseln gekocht, z. B. als Spinat, spenden sie uns das Mineral Eisen.

Naturheilmittel

Die Brennnessel als Naturheilmittel bei Hexenschuss wird wie folgt empfohlen: Über die schmerzende Stelle wird mit einem frisch gepflückten Stängel viermal von unten nach oben gestrichen, die Haut, die danach leicht gerötet ist, wird mit einem Puder beruhigt. Verbrennt man sich in der Natur, lindert das Einreiben mit Ampferblättern.

Auch zur Haarpflege wird diese Pflanze eingesetzt. Es gibt zahlreiche Produkte gegen Haarausfall, gegen Schuppen, gegen fettiges Haar, zur Haarfestigung usw., in denen Brennnesselextrakte enthalten sind.

Interessant ist, dass sogar die Brennnesselsamen, frisch geerntet oder getrocknet, verzehrt werden können. Diese Samen haben wichtige Inhaltsstoffe wie Kalium, Eisen, Vitamine usw. Der Geschmack ist leicht nussig, vielleicht vergleichbar mit dem Leinsamen. Zum Aufwerten von Salaten und Soßen, aber auch auf Grund des Inhaltsstoffes Tocopherol mit einer luststeigernden Wirkung sollte man sich schon einmal näher mit der Brennnessel und ihren Samen beschäftigen.

Dünger und Schädlingsbekämpfung

Im Garten wird die Brennnessel eingesetzt als Ansatz zur Schädlingsbekämpfung oder zur Düngung als so genannte „Brennnesseljauche“. Dazu werden Brennnesseln ausgerissen und in ein nicht aus Metall bestehendes Gefäß gegeben, die Pflanzen werden mit kaltem Wasser bedeckt.

Nach ca. 24 Stunden ist dieser Sud fertig, muss durch ein Sieb gegossen werden und anschließend werden mit Schädlingen befallene Pflanzen mit Hilfe einer Sprühflasche besprüht.

Bleibt das Gefäß mit dem Ansatz länger stehen und wird dazu auch noch abgedeckt, entsteht ein nicht so wohlriechender Sud, nämlich die richtige Brennnesseljauche. Das ist dann ein rein pflanzlicher natürlicher Dünger, der die damit gegossenen Pflanzen stärkt.

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