Schöllkraut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Schöllkraut

Das Schöllkraut (Chelidonium majus) ist ein Gewächs aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). In der Volksmedizin wird die Pflanze unter anderem zur Behandlung von Warzen genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Das Schöllkraut ist eine zwei- bis mehrjährige, sommergrüne Pflanze. Sie kann bis zu 70 Zentimeter hoch werden und bildet ein verzweigtes Wurzelwerk aus. An den Stielen sitzen wechselständig Blätter, die in Blattspreite und Blattstiel unterteilt sind.

Sie sind grün-grau gefärbt und mit einem dünnen Wachsfilm überzogen. Dieser hat eine wasserabstoßende Wirkung. Die Blattunterseite ist heller als die Blattoberseite und trägt zudem eine leichte Behaarung. Die Blattspreite trägt buchtige Einkerbungen. Die Blütezeit des Schöllkrauts beginnt im Mai und endet im Oktober. Zur Blütezeit bildet die Pflanze zwittrige Blüten aus. Diese sind etwa zwei Zentimeter groß und bestehen aus vier Kronblättern und mehr als zwölf freien Staubblättern.

Staubblätter und Kronenblätter sind gelb gefärbt. Im Inneren des Stängels und der Blätter befindet sich ein gelb-orangefarbener Milchsaft. Dieser tritt beim Abbrechen der Stängel oder beim Einreißen der Blätter aus und schmeckt unangenehm bitter und scharf.

Vorkommen und Anbau

Das Schöllkraut war ursprünglich in Eurasien und im Mittelmeerraum verbreitet. Die Pflanze bevorzugt mäßige und warm-temperierte Orte. Auch in Nordamerika ist das Schöllkraut mittlerweile heimisch. Es wurde von Siedlern dort eingeführt, die es zur Behandlung von Hautkrankheiten nutzten. Das Schöllkraut wächst auch in höheren Lagen. So findet es sich beispielsweise in den Allgäuer Alpen.

Anwendung und Wirkung

Hauptwirkstoffe des Schöllkrauts sind Alkaloide. Alkaloide sind chemisch heterogene, stickstoffhaltige, organische, alkalische Verbindungen, die im pflanzlichen Sekundärstoffwechsel entstehen. Im Sekundärstoffwechsel produzieren Pflanzen chemische Stoffe, die für ihr eigenes Wachstum und Überleben nicht notwendig sind. Die entstehenden Produkte werden auch als sekundäre Pflanzenstoffe bezeichnet.

Das Schöllkraut wirkt antiseptisch und schmerzlindernd. Es hilft gegen Warzen und Geschwülste, sowie Herzerkrankungen.

Die wichtigsten Alkaloide des Schöllkrauts sind Berberin, Chelidonin, Spartein, Sanguinarin, Coptisin und Chelidoxanthin. Die Alkaloide sitzen sowohl in der Wurzel als auch in den oberirdischen Pflanzenteilen. Das Alkaloid Chelidonin ist ein sogenanntes Mitose-Gift. Es hat eine schmerzlindernde und spasmolytische Wirkung. Ferner kann es als Mittel gegen grampositive Bakterien eingesetzt werden. Berberin wirkt stark antiseptisch. Es hat zudem eine dilatierende Wirkung auf die Herzkranzgefäße, senkt die Herzfrequenz und verhindert Thrombenbildungen im Blut.

Das Alkaloid Spartein wirkt anregend auf den Darm und das Herz-Kreislauf-System. Es steigert zudem die Diurese. Sanguinarin wirkt toxisch durch das Außerkraftsetzen der Natrium-Kalium-Pumpe. Bei dem Alkaloid handelt es sich um ein natürliches Bakterizid. Insgesamt betrachtet wirken Extrakte aus dem Schöllkraut toxisch auf Pilze, Bakterien und Viren. Auch auf menschliche Zellen kann eine schwach zelltoxische Wirkung festgestellt werden. Diese Wirkung ist auf den Gehalt an Chelidonin, Protopin und Coptisin zurückzuführen. Bei in vivo Versuchen zeigte sich zudem eine milde Wirkung gegen Grippeviren.

Wogegen hilft Schöllkraut?

Bedeutung für die Gesundheit

Seit Jahrhunderten ist das Schöllkraut ein wichtiger Teil der Volksmedizin. Der gelbe Saft des Krauts wird in der traditionellen Naturheilkunde bevorzugt zur Behandlung von Leber- und Gallenerkrankungen eingesetzt. Insbesondere wenn der Gallefluss durch Abflussstörungen Erkrankungen hervorruft, kann das Schöllkraut wirksam sein. In der Praxis wird es zur Behandlung von Entzündungen der Gallenblase eingesetzt. Auch Leberschwellungen, Gelbsucht, Gallengries, Gicht und Rheuma sind mögliche Indikationen für den Einsatz von Schöllkraut. Dafür wird bevorzugt die Tinktur des blühenden Schöllkrauts verabreicht.

Aus den Blüten und dem getrockneten Kraut des Schöllkrauts kann auch ein Tee zubereitet werden. Dieser wirkt jedoch schwächer. Besonders wirkungsstark ist der gelbe Saft des Krauts. Er sollte allerdings nur in geringen Mengen eingenommen werden. Das Verschlucken ganzer Pflanzenteile kann hingegen zu schweren Reizungen des Magen-Darm-Traktes führen. Typische Symptome einer solchen Vergiftung mit Schöllkraut sind Erbrechen, Schmerzen, blutige Durchfälle und Kreislaufstörungen. In schweren Vergiftungsfällen können die Betroffenen durch Kreislaufversagen sterben. Schöllkraut in niedrigeren Dosierungen unterstützt zwar die Leber, hohe Dosen können jedoch toxische Leberschäden hervorrufen. Dazu gehören Cholestasen, Leberversagen und Entzündungen der Leber (Hepatitiden).

Das Schöllkraut kann auch äußerlich verwendet werden. Der gelbe Saft wirkt stark hautreizend und soll, wenn er täglich aufgetragen wird, wirksam gegen Schwielen, Hühneraugen und Warzen sein. Dafür muss der Saft allerdings wirklich täglich aufgetragen werden. Aufgrund der ätzenden Wirkung ist darauf zu achten, dass die umliegende Haut beim Auftragen des Saftes ausgespart wird. Die bekannte Kräuterkundige Maria Treben empfiehlt Schöllkraut zur Stärkung der Augen. Dafür soll ein gewaschenes Blatt des Schöllkrauts mit den Fingern verrieben werden. Die ausgetretene Flüssigkeit soll direkt über die Lider und die Augenwinkel gestrichen werden. Die Augen selbst bleiben ausgespart. Durch diese Behandlung soll die Sehkraft der Augen gestärkt werden. Schleier und Flecken im Sichtfeld sollen verschwinden.

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