Sauerkraut

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Sauerkraut enthält so viel Gesundes für den menschlichen Körper, dass man es zu den wertvollsten Wintergemüsen rechnen kann. Besser ist es, Sauerkraut das ganze Jahr über zu essen und damit viel für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu tun.

Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Sauerkraut

Schon im Altertum wussten Griechen, Römer und Phönizier von der Bedeutung von Sauerkraut für die Gesundheit. Römische Legionäre mussten Sauerkraut essen. Als Stärkungsmittel wurde Sauerkraut schon von Hippokrates verordnet. Um kein Skorbut, die befürchtete Erkrankung durch Vitamin-C-Mangel, zu bekommen, war Sauerkraut für Matrosen sehr wichtig, wenn sie lange auf See unterwegs waren.

Aber was ist Sauerkraut eigentlich? Frischer Weißkohl ist der Grundstoff. Er wird fein gehobelt und dann in Bottiche oder Fässer geschichtet, und unter Beigabe von viel Salz, den Gewürzen Kümmel und Wacholderbeeren sowie Milchsäurebakterien entsteht durch Milchsäuregärung das gesunde und schmackhafte Sauerkraut.

Es hat immer Saison, kann roh oder gekocht gegessen werden und es gibt unzählige Rezepte. Sauerkraut ist leichter verdaulich als Weißkohl in der unvergorenen Form. Das Kraut ist probiotisch, das heißt, dass die darin enthaltenen Mikroorganismen den Menschen vor Viren, Bakterien und chronischen Erkrankungen schützen. Auch die Kombination von Vitamin C, Michsäure, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen wirkt besonders positiv auf die Gesundheit.

Bedeutung für die Gesundheit

Am bekanntesten ist, dass Sauerkraut viel Vitamin C beinhaltet, besonders in roher Form. In Erkältungszeiten sollte Sauerkraut sehr oft am Speiseplan stehen, da es die Abwehrkräfte stärkt und Husten und Schnupfen wenig Chancen haben. Täglich eine kleine Menge davon gegessen kann eine schmackhafte Hilfe gegen Grippe sein.

Der Vitamin-B-Gehalt von Sauerkraut ist ebenfalls sehr wichtig für die Gesundheit. In Verbindung mit Folsäure helfen die Vitamine B3, B6 und B12 gegen zu hohe Homocysteinwerte im Blut. Homocystein hat eine aggressive Aminosäure die schlecht für Herz und Gefäße ist. Viel Fleisch in der Ernährung begünstigt die Entstehung dieser Aminosäure.

Das Vitamin B12 ist normalerweise nur in Fleisch und nicht in Gemüse enthalten. Veganer und Vegetarier können an einem Vitamin B12-Mangel leiden. Dem kann durch Sauerkraut vorgebeugt werden. Das Vitamin B12 ist auch bei der Erzeugung von roten Blutkörperchen notwendig und wichtig für den Herzmuskel. Dass Vitamin B und Nervenstärke zusammengehören ist bekannt. Stress lässt sich dadurch leichter bewältigen.

Der Ausspruch "sauer macht lustig" passt perfekt zu Sauerkraut und all seinen positiven Wirkungen für die Gesundheit. Das Acetyl-Cholin, ein weiterer Inhaltsstoff von Sauerkraut, hilft ebenfalls mit, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und in Stresssituationen besser auszuhalten. Durch eine 3-Monats-Kur mit ausreichend rohem Sauerkraut kann sogar Menschen mit starker Nervosität und depressiven Verstimmungen ganz ohne Chemie geholfen werden

Die Milchsäure im Sauerkraut ist für die Darmgesundheit wichtig, sie tut der Darmflora gut. Die enthaltenen Ballaststoffe tragen ebenfalls zu einer gesunden Verdauung bei. Wissenschaftler glauben, dass einige Inhaltsstoffe von Sauerkraut sogar Schutz vor Krebserkrankungen bringen sollen. Isothiocynate, die bei der Milchsäuregärung entstehen, können Tumorwachstum hemmen. Besonders das Risiko von Lungen-, Brust-, Leber- und Darmkrebs kann gesenkt werden.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Dieses gesunde Nahrungsmittel enthält aber nicht nur verschiedene Vitamine und Ballaststoffe sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Magnesium Zink, Kalium, Calcium und Eisen. Die Aufnahme von Eisen aus Fleisch fällt dem Organismus leichter. Die Aufnahme aus Sauerkraut ist gleich gut wie bei Fleisch. Daher auch hier wieder ein besonders wichtiger Bestandteil für vegetarische und vegane Ernährung. Durch regelmäßigen Konsum von Sauerkraut kann die Versorgung mit Zink und Magnesium gewährleistet sein.

Die enthaltenen Senföle, die die leichte Schärfe von Kraut und Kohl ausmachen, können einen erhöhten Cholesterinspiegel senken. Rheumatiker leiden unter den Ablagerungen von Säurekristallen in den Gelenken. Auch hier sind Inhaltsstoffe von Sauerkraut sehr hilfreich, da sie diese Ablagerungen verhindern können.

Zu den besonders wichtigen Nahrungsmitteln für Diabetiker zählt Sauerkraut ebenfalls. Es belastet sie nicht und sie können davon so viel essen wie sie mögen. Es ist da ein richtiger Sattmacher. Auch für Menschen, die auf ihr Gewicht achten oder sogar abnehmen wollen, ist Sauerkraut mit seinen 17 Kalorien pro 100 Gramm perfekt.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 17 kcal/ 70 kj
Eiweiß 1,50 g
Kohlenhydrate 0,77 g
Fett 0,30 g
Wasser 89,98 g
Ballaststoffe 3,50 g
Vitamin B5 230 µg
Vitamin E 150 µg

Unverträglichkeiten

Da Sauerkraut Histamine enthält, kann es sein, das Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit leider all die anderen wichtigen, gesunden und guten Inhaltsstoffe von Sauerkraut nicht genießen können.


Einkaufs- und Küchentipps

Es gibt Sauerkraut in vielen Variationen zu kaufen. Wer die Wahl hat sollte es nach Möglichkeit immer frisch kaufen. Chemische Zusatzstoffe sollten auch möglichst vermieden werden. Rohes Sauerkraut hat eine lange Haltbarkeit, sollte aber nach Entnahme aus Dose, Glas oder Kunststoffbeutel im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Zubereitungstipps

Sauerkraut wird gekocht, gedünstet, zu Salat verarbeitet, es schmeckt in Strudeln, als Suppe und als Beilage zu vielen traditionellen Gerichten wie Braten, geräuchertem Fleisch, Würstchen, Bauernschmaus und vielem mehr. Meist wird es mit Zwiebel verarbeitet. Auch exotische Früchte wie Ananas passen gut zu Sauerkrautgerichten.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Millan, N. (u.a.): Das große Buch der Lebensmittel: auswählen – aufbewahren – zubereiten – haltbar machen – genießen. DK-Verlag. 2011.
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Rimbach, G. (u.a.): Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger. Springer Spektrum. 2. Auflage 2015.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
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