Krebs


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 29. Oktober 2018

Als Krebs werden alle Zellwucherungen und Gewebeneubildungen bezeichnet, die das Potenzial haben, den Körper zu schädigen und Metastasen zu bilden. Es handelt sich also um bösartige Zellentartungen und Neubildungen von Gewebe. Dabei kann Krebs nahezu überall im Körper auftreten und höchst unterschiedliche Leiden hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was eine Krebserkrankung?

Krebszelle zwischen Blukörperchen.

Krebs bezeichnet bösartige Gewebeneubildungen und Tumore. Er ist also etwas anderes als gutartige Zellansammlungen mit nicht korrektem Wachstum. Muttermale und Lipome gelten daher nicht als Krebs, bergen aber ein geringes Entartungsrisiko. Sie können ebenfalls zu bösartigen Entartung werden und Vorstufen von Krebs bilden.

Auch dann, wenn Bestandteile des Blutes entarten, wird von Krebs gesprochen - so etwa im Falle der Leukämie. Entscheidend für die Einstufung als Krebserkrankung ist, dass das entartete Gewebe raumfordernd und gewebezerstörend ist. Entstandene Raumforderungen, die kein weiteres Wachstum zeigen und auch keine Neigung zur Metastasenbildung vermuten lassen, sind entsprechend harmlos.

Da Krebs nahezu alle Bereiche des Körpers angreifen kann und Metastasen eine Verteilung der entarteten Zellen im Körper begünstigen, muss die Behandlung dem Patienten entsprechend ausfallen. Jeder Fall von Krebs ist einzigartig und erfordert gewisse Maßnahmen. Dabei sind einige Formen der Krebserkrankungen als harmloser einzustufen als andere. So ist etwa Hodenkrebs mit einer guten Therapierbarkeit verbunden, während Magenkrebs eine hohe Letalitätsrate nach fünf Jahren ausweist.

Der Fachbereich, der sich diesen Erkrankungen widmet, wird als Onkologie bezeichnet. Ferner greifen hier noch die Palliativmedizin und die Vorsorgemedizin mit hinein.

Über die Krankheit existieren zahlreiche Statistiken und Kenntnisse, da Krebs nicht selten vorkommt. In Deutschland ist ungefähr jeder zweite Todesfall hierauf zurückzuführen, wobei vor allem der wiederkehrende Krebs im Fokus steht. Dadurch rechnet man in der Onkologie auch bevorzugt mit mittleren Überlebenschancen binnen eines gewissen Zeitraumes. Dieser wird meist anhand der Genauigkeit einer Prognose und der sonstigen Lebenserwartung des Patienten festgelegt.

Ursachen: Was kann die Entstehung von Krebs begünstigen?

Es sind nach wie vor nicht alle Ursachen von Krebs bekannt. Jedoch lässt sich festhalten, dass die Wucherungen des Gewebes immer auf ein unkontrolliertes Zellwachstum zurückzuführen sind. So wird der Rhythmus zwischen natürlicher Zellerhaltung und -Neubildung und Zelltod gestört. Meist entartet eine einzige Zelle, die nicht mehr dem Programm des natürlichen Zelltodes unterliegt. Teilt sie sich erfolgreich, gehen aus ihr zwei "unsterbliche Tochterzellen" hervor. Dieser Effekt ist also exponenziell.

Gleichzeitig werden diese Zellen nicht mehr richtig genetisch kontrolliert. Es kommt zu weiteren Entartungen, das Wachstum verändert sich und die Zellen gehen nicht mehr ihren ursprünglichen Funktionen nach. Zudem können Veränderungen im genetischen Code, die in Krebszellen häufiger werden, zu neuen Eigenschaften des Gewebes führen. So können sie etwa ohne Sauerstoff überleben oder beginnen damit, eigene Kapillargefäße zur Blutversorgung zu bilden.

So vielseitig der Krebs ist, so komplex ist daher auch seine Entstehung. Es werden diverse genetische Ursachen (bestimmte Krebsarten tauchen familiär gehäuft auf) und Umwelteinflüsse vermutet. Beides kann die Struktur der DNS zerstören und daher für Entartung des Genoms sorgen, was wiederum zu falsch ausgelesenen und falsch regulierten Genen führt. Dies geschieht zwar in jedem Körper jeden Tag, aber meist kann der Körper diese Fehler allein erkennen und die entsprechenden Gene reparieren. Krebszellen entstehen dann, wenn der körpereigene Reparaturmechanismus nicht ausreichend ist.

Im Fokus stehen dabei sogenannte Wächtergene: Diese kontrollieren das Auslesen und Kopieren von DNS und haben einen Einfluss auf den Zelltod und die Zellneubildung. Funktionieren diese Faktoren nicht richtig, werden die balancierten Mechanismen der Gewebebildung ausgehebelt.

Weiterhin kommen auch noch Onkoviren in Betracht, die durch ihre eigenen RNS-Aktivitäten die Krebsbildung anregen können. HIV und Hepatitis B sind hier unter anderem zu nennen. Nachgewiesen ist auch ein Zusammenhang zwischen Körpergröße (je größer der Mensch, desto höher sein Krebsrisiko) und Übergewicht und Krebs.

In circa 90 bis 95 Prozent der Fälle wird von externen Auslösern für die Erkrankung ausgegangen. Recht bedeutend sind in diesem Zusammenhang Strahlenschäden, mutagene Chemikalien und erworbene (durch Krankheit oder Medikamente) Immundefekte.

Wie lässt sich Krebs erkennen?

Die Symptome, die bei Krebs auftreten, reichen von asymptomatisch bis zu stärksten Schmerzen, beinhalten das Erbrechen von Blut oder aber auch ein einsetzendes Koma. Entsprechend lassen sich zwar für bestimmte Krebsarten typische Symptome herausarbeiten, aber dies sei im Zusammenhang mit den jeweiligen Krebserkrankungen zu nennen.

Eindeutige Symptome, die für eine Früherkennung von Krebserkrankungen genutzt werden könnten, gibt es indes auch wenige. Zu nennen sind etwa Knötchen in der Brust (Brustkrebs), Schwellungen und Verhärtungen im Hoden (Hodenkrebs) oder neuartige und meist dunkle Flecken auf der Haut (Hautkrebs).

Welche Formen und Arten von Krebs gibt es?

Krebsleiden sind besonders vielseitig und entsprechend bedarf es bei der Behandlung von Krebs eines guten Überblicks über die verschiedenen Arten. Hier eine (unvollständige) Auflistung häufiger Krebsarten:

  • Nierenkrebs

Weitere Krebsleiden sind u.a.: Kehlkopfkrebs; Speiseröhrenkrebs Gebärmutterkrebs; Mundraum- und Rachenkrebs; Eierstockkrebs; Gebärmutterhalskrebs; Knochenkrebs;Hirntumore; Blasenkrebs; Schilddrüsenkrebs; Non-Hodgkin-Lymphome; Nervenzellentumore; Brenner-Tumore; Brustkrebs.

Zusätzlich können noch die verschiedenen Formen der Metastasenbildung berücksichtigt werden. So streuen bestimmte Krebsarten bevorzugt in bestimmte Organe und Körperteile Metastasen. Diese Kenntnisse werden immer weiter ausgearbeitet und führen unter anderem zu einem schnelleren Erkennen von bereits gestreuten Metastasen.

Außerdem sind bestimmte Krebsarten sehr gut therapierbar, während andere schnell Metastasen bilden und entsprechend mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden sind. Der Krebs vermag es in vielen Fällen, durch Metastasen und zurückgebliebene Fragmente eines Tumors nach einer Behandlung wieder aufzutreten. Entsprechend müssen seine Gefährlichkeit und seine Potenzial zur weiteren Entartung durch histologische Untersuchungen weiter festgestellt werden.

Ambulante Chemotherapie

Behandlung und Therapie

Die Behandlung erfolgt bei Krebs unter der Prämisse, das Wachstum des Tumors zu unterbinden und ihn bestenfalls zu zerstören. Ist er groß genug, um operativ entfernt zu werden, geschieht dies zumeist. Zudem werden umliegende Lymphknoten entfernt, da diese besonders anfällig dafür sind, Metastasen zu streuen, die aus dem Tumor in sie gelangt sind.

Zudem existieren für die meisten Krebserkrankungen Leitlinien, die einen groben Überblick über die bewährten Behandlungsmethoden geben. Es gibt allerdings keine Leitlinien für besonders seltene Tumore und auch ist es so, dass Tumore sich trotz gleicher Lokalität deutlich voneinander unterscheiden können. Entsprechend ist ein genaues Analysieren des Krebsgewebes sinnvoll für das Erörtern der weiteren Vorgehensweise.

Es stehen im weiteren Verlauf Strahlentherapien (Zerstörung des Tumorgewebes mittels Strahlung oder radioaktiven Substanzen), Chemotherapien (die vor allem das Wachstum weiterer Krebszellen eindämmen sollen) und gezieltere Therapien zur Verfügung. Unter den gezielteren Methoden sind zum Beispiel solche, die bestimmte Eigenschaften des Tumors bekämpfen - und ihn beispielsweise hormonell stören oder seine Nährstoffversorgung beeinträchtigen können.

Sind die Möglichkeiten einer Behandlung erschöpft, bleibt für die an Krebs Erkrankten meist nur die Palliativmedizin, die vor allem den Erhalt der Lebensqualität während der restlichen Lebenszeit forciert. Hier stehen Schmerztherapien und der Erhalt von noch vorhandenen Funktionen im Vordergrund. Die Tatsache, dass es bei vielen Krebserkrankungen von vornherein nur eine schlechte Prognose gibt, macht für einige Menschen den Markt alternativer Behandlungsmethoden interessant. Es gibt hier allerdings noch kein einziges Verfahren, dessen Wirksamkeit bei Krebs sich hat bestätigen lassen.

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Vorbeugung

Entsprechend der Annahme, dass fast alle Krebsfälle auf die Umwelt zurückzuführen sind, lassen sich viele Maßnahmen zum Vorbeugen von Krebs festmachen. So gilt es etwa, Karzinogene (Zigaretten, Alkohol, ultraviolette Strahlung, Feinstaub, Gifte, radioaktive Strahlung etc.) zu meiden.

Außerdem steht immer weiter die Ernährung im Fokus der Krebsprävention. Diverse Tierversuche konnten bestimmten Lebensmitteln eine vor Krebs schützende Wirkung nachweisen. Darunter sind etwa Brokkoli, Knoblauch, Garnelen und viele mehr. Negativ scheint sich hingegen tierisches Fett auszuwirken.

Zur Früherkennung von Hautkrebs übernehmen die Krankenkassen die Kosten für ein Haut-Screening beim Hautarzt.

Ein wichtiger Teil der Krebsprävention besteht allerdings in Vorsorgeuntersuchungen. So gibt es etwa Brust- und Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen. Auch Hodenkrebs kann durch den Menschen selbst entdeckt werden. Erweiterte Vorsorge besteht im Entfernen von tendenziell gefährlichem Gewebe, also von beispielsweise Darmpolypen oder veränderlichen Muttermalen.

Insgesamt wird im Falle von Krebs geschätzt, dass ungefähr die Hälfte aller Erkrankungen direkt mit dem Lebensstil eines Menschen in Verbindung stehen. So kann ein gesunder Lebensstil, der Übergewicht und einer schlechten Ernährung vorbeugt, auch als Maßnahme zum Vorbeugen von Krebs betrachtet werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013


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