Neurologische Erkrankungen

Letzte Aktualisierung am 27. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Neurologische Erkrankungen umfassen eine Vielzahl an unterschiedlichen Beschwerdebildern, die am Nervensystem oder an bestimmten Nerven auftreten. Dazu zählen u. a. die Polyneuropathie, die Migräne, die Parkinson-Krankheit oder Multiple Sklerose.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Neurologische Erkrankungen?

Bei neurologischen Erkrankungen kann die Neuroradiologie mittels bildgebender Verfahren (CT, MRT) Aufschluss über krankhafte Veränderungen im Gehirn oder Rückenmark geben.

Bei neurologischen Erkrankungen handelt es sich um Krankheiten des Nervensystems oder um Leiden, von denen das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen wird. Häufig vorkommende neurologische Erkrankungen sind die Multiple Sklerose (MS), Migräne, Epilepsie oder eine Meningitis (Hirnhautentzündung).

Als typische neurologische Krankheiten, die im höheren Alter auftreten, gelten die Parkinson-Krankheit und Demenz. Eine Folgeerscheinung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) stellt die Polyneuropathie dar.

In den meisten Fällen handelt es sich bei neurologischen Erkrankungen um physische Beeinträchtigungen. Mitunter zeigen sich jedoch auch als Begleiterscheinung Störungen der Psyche. So sind zu Beispiel Angstzustände oder Panikattacken mitunter die Folgen einer Nervenkrankheit. Nicht jede neurologische Erkrankung lässt sich heilen.

Ursachen

Die Ursachen von neurologischen Erkrankungen sind überaus unterschiedlich. So zeigt sich eine Demenz zumeist erst im höheren Alter. Allerdings kommen Demenzerkrankungen auch bei Kindern vor. Dazu zählt das Heller-Syndrom, das durch Infektionen wie eine Rötelnpanenzephalitis oder Störungen des Stoffwechsels wie Phenylketonurie entsteht.

Bei manchen Patienten ist die Demenz auch eine Folgeerscheinung von anderen Krankheiten wie Multipler Sklerose, der Parkinson-Krankheit, der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder von chronischen Vergiftungen.

Eine Polyneuropathie wird häufig durch Diabetes mellitus hervorgerufen. Sie kann aber ebenso durch einige Infektionskrankheiten wie AIDS (HIV) oder Borreliose sowie durch den chronischen Missbrauch von Alkohol entstehen.

Als weitere denkbare Ursachen kommen rheumatische Erkrankungen, die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln oder Giftstoffe in Betracht. Bemerkbar macht sich eine Polyneuropathie zunächst durch Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen. Im weiteren Verlauf zeigen sich stärkere neurologische Ausfälle.

Nervenerkrankungen können auch simple Ursachen wie einen eingeklemmten Nerv haben. Dabei führt dieser zeitweise zu erheblichen Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit. Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle kommen oftmals aufgrund von Durchblutungsstörungen zustande. Diese werden mitunter durch verengte Blutgefäße ausgelöst.

Zu den neurologischen Erkrankungen, die für Kribbeln in der Hand verantwortlich sind, zählt das Karpaltunnelsyndrom, das auf den Nerv der Mittelhand drückt. Einige neurologische Erkrankungen, wie zum Beispiel der Schlaganfall, sind derart schwer, dass sie lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. So stellt der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache dar.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei neurologischen Erkrankungen:

Welche Symptome im Rahmen einer neurologischen Erkrankung auftreten, richtet sich nach dem jeweiligen Grundleiden. Als charakteristische Hinweise auf eine Nervenkrankheit gelten Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Sprachprobleme, Lähmungen, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Probleme bei der Orientierung. Des Weiteren kann es zu Gedächtnisstörungen, Schmerzen, einem steifen Nacken, Schwindelgefühlen und Bewegungsstörungen kommen.

Bei vielen neurologischen Erkrankungen drohen im weiteren Verlauf unterschiedliche Komplikationen. In schweren Fällen sind die betroffenen Personen nicht mehr in der Lage, ihrem gewohnten Alltag nachzugehen, was ihre Lebensqualität deutlich einschränkt. Oft wird dann die Hilfe anderer Menschen benötigt, da sich viele vorher selbstverständliche Dinge nicht mehr durchführen lassen.

Unterschiedlich ist auch der Verlauf von neurologischen Erkrankungen. Kommt es zu irreversiblen Schädigungen der Nerven, drohen lebenslange Einschränkungen. Nicht selten haben die Nervenkrankheiten auch negative Auswirkungen auf die Psyche. Sogar Gedanken an Selbstmord sind im Bereich des Möglichen.

Polyneuropathie ist der Oberbegriff für Erkrankungen des peripheren Nerven. Empfindungsstörungen bzw. Missempfindungen (Kribbeln in Händen und Füßen) sind typisch für diese Funktionsstörung.

Formen und Typen

Unter neurologischen Erkrankungen oder Nervenkrankheiten wird eine Vielzahl an Leiden verstanden, die unterschiedliche Ursachen sowie verschiedene Krankheitsverläufe aufweisen. Zu den häufigsten Erkrankungen dieser Art zählen:

  • Kopfschmerzen, die bei rund 70 Prozent aller Bundesbürger auftreten
  • Migräne, die sich bei 17 Prozent der Bevölkerung zeigt
  • Ischämischer Schlaganfall, der Bewegungsstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen oder sogar den Tod zur Folge haben kann
  • Epilepsie, die mit Krampfanfällen aufgrund von Nervenzellenentladungen innerhalb des Gehirns einhergeht
  • Parkinson-Krankheit, die durch den Ausfall des Gehirnbotenstoffes Dopamin verursacht wird
  • Multiple Sklerose, in deren Rahmen das eigene Immunsystem die Nervenzellen von Gehirn und Rückenmark angreift
  • Gehirntumore, die oftmals einen bösartigen Verlauf nehmen und zumeist vom Gehirnstützgewebe ausgehen

Weitere neurologische Erkrankungen sind:

Diagnose

Eine neurologische Erkrankung erfordert unbedingt eine ärztliche Behandlung. Um den Ursachen des Nervenleidens auf die Spur zu kommen, ist es ratsam, eine Untersuchung von einem Neurologen vornehmen zu lassen. Dieser erkundigt sich beim Patienten zunächst nach dessen Symptomen. Anschließend führt er eine körperliche Untersuchung durch und gibt dabei auf Nackensteife Acht, da diese ein Indiz für eine Hirnhautentzündung sein kann.

Darüber hinaus findet eine Untersuchung der Hirnnerven statt. Zu diesem Zweck muss der Patient seine Stirn runzeln oder Lächeln. Zur Überprüfung der Koordinationsfähigkeit erfolgt der Finger-Nase-Test. Ferner kontrolliert der Neurologe die Reflexe und forscht nach möglichen Sensibilitätsstörungen, indem er über die Haut streicht. Schließlich überprüft er Muskelkraft und Muskeltonus.

Im Rahmen der neurologischen Untersuchung sind weitere Diagnoseverfahren möglich wie eine Elektroneurographie (ENG), um die Nervenleitgeschwindigkeit zu messen, eine Elektromyographie (EMG) oder eine Elektroenzephalographie (EEG). Zur Darstellung von Gehirn und Rückenmark eignen sich bildgebende Verfahren wie eine Angiographie, eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung), eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).

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Behandlung und Therapie

Auf welche Weise neurologische Erkrankungen behandelt werden, richtet sich nach der auslösenden Ursache. Im Falle einer Polyneuropathie muss der Diabetiker seinen Blutzuckerspiegel strengstens im Griff haben. Starke Trinker dürfen überhaupt keinen Alkohol mehr zu sich nehmen. Sind bakterielle Infektionen für die Nervenkrankheit verantwortlich, werden Antibiotika verabreicht. Liegt eine rheumatische Grunderkrankung vor, erfolgt eine konsequente immunsuppressive Behandlung.

Leidet der Patient unter einem Karpaltunnelsyndrom, wird die betroffene Hand in der Regel ruhiggestellt. Bei manchen Patienten kann allerdings auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

Weitere denkbare Therapieansätze zur Behandlung einer neurologischen Erkrankung sind die Physiotherapie, die physikalische Therapie, die Ergotherapie, die Gabe von bestimmten Medikamenten, die Soziotherapie, das Anwenden von Entspannungsmethoden sowie die Schulung des Patienten. Nach einem Schlaganfall erhält der Betroffene eine spezielle Rehabilitation in einer Reha-Klinik.

Prognose

Eine grundsätzliche Prognose für eine neurologische Erkrankung ist nicht möglich. So richtet sich der Verlauf des Nervenleidens stets nach der Grunderkrankung. Komplikationen durch die Behandlung sind in der Regel nicht zu befürchten. Durch moderne Therapien sowie eine gesunde Lebensführung lässt sich oftmals eine Besserung der Nervenkrankheit erzielen, wenngleich nicht in jedem Fall eine Heilung möglich ist.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013


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