Käseallergie


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 23. September 2018

Wenn eine Käseallergie auftritt, wird die betroffene Person zunächst in der Regel stark in ihren Essgewohnheiten und ihrem Lebensstil eingeschränkt. Diese Form der Allergie kann in allen Altersstufen auftreten und ist auch hierzulande relativ weit verbreitet. Grundsätzlich muss bei allergischen Reaktionen bei Käse allerdings geprüft werden, gegen welche Inhaltsstoffe der Körper genau reagiert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Käseallergie?

Betroffene einer Käseallergie reagieren kurz nach der Aufnahme von Käse mit Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen.

Eine Allergie bezeichnet grundsätzlich eine sehr starke Abwehrreaktion des Immunsystems des Körpers gegen eine bestimmte Substanz oder einen Stoff, die eigentlich keine Gefahr für die eigene Gesundheit darstellt. Grundsätzlich kann der Körper auf jeden Stoff aus der Natur allergisch reagieren. Bei einer Käseallergie hält der Körper einen Inhaltsstoff des Käses fälschlicherweise für schädlich und reagiert entsprechend heftig darauf – ähnlich wie auf einen Krankheitserreger. Üblicherweise ist nicht der Käse selbst das Allergen, sondern einer der Inhaltsstoffe, sodass manche Menschen nur gegen bestimmte Käsesorten allergisch reagieren. Daher ist eine intensive Ursachenbestimmung und Diagnose notwendig.

Ursachen

  Wer unter allergischen Reaktionen beim Verzehr von Käse leidet, sollte mit einem Arzt die Ursachen prüfen. Prinzipiell entsteht eine Allergie immer durch eine übertriebene Reaktion des Immunsystems des Körpers, diese Überreaktion entsteht jedoch durch verschiedene Ursachen. In vielen Fällen wird die Allergie vererbt, das heißt, der betroffene Patient ist bereits als Kind von der Allergie betroffen.

Grundsätzlich kann jedoch jeder Mensch zum Allergiker werden und erst im Laufe des Lebens unter den Symptomen leiden. Eine solche Allergie entsteht durch den Kontakt zum Allergen, also durch den wiederholten Verzehr von Käse. Der Körper wird dann gegen die Inhaltsstoffe sensibilisiert und reagiert nach mehrmaligem Kontakt mit Abwehrfunktionen, die die betroffene Person als ausgesprochen unangenehm empfindet.

In manchen Fällen kann sich die Reaktion des Körpers steigern, je häufiger der Käse konsumiert wird. Bei der Ursachenfindung muss auch geprüft werden, welche Mengen und in welcher Konzentration das Allergen konsumiert wird. Bei der Ursachenfindung ist zu unterscheiden, ob eine Allergie gegen den Käse oder eine Intoleranz gegen die Inhaltsstoffe besteht: Bei einer Histaminintoleranz oder einer Laktoseintoleranz reagiert das Immunsystem des Körpers nämlich nicht abwehrend, sondern kann die Stoffe lediglich nicht richtig verarbeiten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Käseallergie:

  • Magenverstimmung

Bei Käseallergien treten die Symptome in der Regel bereits kurz nach dem Konsum von Käse auf. Im Gegensatz zum Spättyp reagiert der Körper unmittelbar auf den Verzehr von Käse. Zu den typischen Symptomen bei einer Allergie gegen Käse gehören Bauchschmerzen in unterschiedlicher Intensität. Magenverstimmungen und Übelkeit treten in der Regel etwa zwei Stunden nach dem Verzehr auf. Auch Erbrechen, Durchfall und Verstopfung sind keine Seltenheit bei dieser Form der Lebensmittelallergie. In erster Linie ist die Verdauung bei der Käseallergie betroffen. Auch Blähungen sind daher eine häufige Folge.

Neben diesen Verdauungsbeschwerden kann es auch zu Reaktionen der Haut kommen. Der Körper kann zum Beispiel mit der Nesselsucht reagieren, die sich in roten, juckenden Quaddeln äußert. Hautreizungen sind damit keine Seltenheit bei einer Käseallergie. Weiterhin gibt es Menschen, deren Immunsystem auf den Verzehr von Käse mit Atemproblemen reagiert. Dies ist bereits ein schwerwiegenderes Symptom: Die Atmung wird kürzer und flacher und die Zunge oder der Rachen kann anschwellen, sodass das Atmen stark erschwert wird. Eines der schlimmsten und gefährlichsten Symptome einer Käseallergie ist der anaphylaktische Schock, der mit starken Atembeschwerden, Krämpfen, Bewusstlosigkeit und einer erhöhten Herzfrequenz einhergehen kann.

Diagnose

Bei Kindern, bei denen ein Elternteil oder beide Eltern unter einer Käseallergie leiden, ist es ratsam, das Kind bereits vor dem Konsum von Käse in jungen Jahren von einem Arzt untersuchen zu lassen. So kann bereits ohne auftretende allergische Reaktionen festgestellt werden, ob eine Käseallergie vorliegt. Tritt die Käseallergie überraschend im Jugend- oder Erwachsenenalter auf, ist die Diagnose meistens schwieriger. In der Regel bemerkt die betroffene Person selbst nach dem Konsum von Käse, dass die oben genannten Beschwerden eintreten. Beim Arzt wird dann ein Beratungsgespräch über die Essgewohnheiten geführt, ein Hauttest durchgeführt sowie bei Bedarf noch ein Bluttest gemacht.

Komplikationen

Wie bei allen Allergien kann auch die Käseallergie zu Komplikationen führen. Oft ist es jedoch schwierig, die genaue Ursache der Beschwerden festzustellen, weil Käse sehr viele Substanzen enthält, die potenziell eine Allergie oder Unverträglichkeit hervorrufen können. Bei den Käseallergien handelt es sich hauptsächlich um Allergien vom Soforttyp. Die körperlichen Reaktionen setzen sofort ein und können in seltenen Fällen sogar zu einem anaphylaktischen Schock führen. Der anaphylaktische Schock ist eine sehr schwere Komplikation einer Allergie, die auch tödlich enden kann.

Diese allergische Reaktion tritt plötzlich auf und führt in milden Fällen zu starken Hautrötungen und Quaddeln. In schweren Fällen kommt es zum Kreislaufzusammenbruch, der ohne medizinische Hilfe oft tödlich verläuft. Neben Jucken, Brennen und Hitzegefühlen im Rachen treten Schluckbeschwerden, verstärkter Speichelfluss sowie Krämpfe der Bronchialmuskulatur auf. Diese sogenannten Bronchospasmen verursachen Atemstörungen, Zyanose und in der Folge einen Kreislaufschock durch eine massive Erweiterung der Blutgefäße.

Nur eine sofortige Volumenersatztherapie kann in vielen Fällen einen tödlichen Verlauf dieser Komplikation abwenden. Als weitere Komplikation bei einer Käseallergie kann sich ein allergisches Asthma einstellen. Bei Kontakt mit dem entsprechenden Allergen tritt dann sofort ein schwerer Asthmaanfall auf, der in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen kann. Zumindest kommt es innerhalb kürzester Zeit zu schwerer Atemnot, die oft mit Panikattacken und Todesangst verbunden ist.

Behandlung und Therapie

Wurde durch die Untersuchung des Arztes festgestellt, dass eine Käseallergie vorliegt, gilt es, richtig mit der Allergie umzugehen. Eine Heilung ist hier nämlich nicht möglich – die Behandlung und Therapie bestehen meistens aus einer Umstellung der Ernährung der betroffenen Person. Je nachdem, gegen welche Inhaltsstoffe von Käse die jeweilige Person allergisch reagiert, muss auf einige Lebensmittel langfristig verzichtet werden.

Bei einer Milcheiweißallergie wird die Allergie durch Kasein ausgelöst. Kasein ist in jeder Art von Milch enthalten, weshalb in diesem Fall leider alle Milchprodukte vermieden werden müssen: Dazu zählt nicht nur Käse, sondern auch Milch, Butter und auch Schafs- und Ziegenmilchprodukte. Ist die betroffene Person allerdings gegen das spezifische Kuhmilcheiweiß allergisch, gibt es alternative Molkereiprodukte: Das Kuhmilcheiweiß ist nur in Produkten aus Kuhmilch vorhanden. Schafs- und Ziegenkäse ist hier kein Problem, weshalb die Einschränkung der eigenen Ernährung deutlich geringer ist. Liegt eine Laktoseintoleranz vor, muss die betroffene Person in der Regel auf laktosefreie Produkte ausweichen.

Bei einem anaphylaktischen Schock, der durch den verzehr von Käse ausgelöst wird, muss sofort gehandelt werden – andernfalls kann der Schock lebensgefährlich werden. Der Schock wird dann meistens mit Adrenalin oder einer Intubation behandelt.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist bei Allergien wie der Käseallergie leider kaum möglich. Gerade dann, wenn die Person erblich vorbelastet ist, ist es kaum möglich, die Allergie zu vermeiden. Sinnvoll ist es, bereits im Kindesalter mit Molkereiprodukten und Käse in Kontakt zu kommen, um eine spätere Sensibilisierung zu vermeiden. Spielen im Kindesalter in der Natur soll Allergien ebenfalls vorbeugen. Auch eine Stärkung des Immunsystems durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu erreichen, sodass einer übermäßigen Reaktion des Immunsystems effektiv vorgebeugt wird.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013


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