Dulse


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 25. November 2018

Dulse (Palmaria palmata) ist eine Alge, die in den Küstengewässern des Pazifiks und des Atlantiks zu finden ist. Die Speisealge wird wie Blattgemüse zubereitet und verfügt über ein würziges und zugleich mildes Aroma.

Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Dulse

Die Dulse ist eine mehrjährige Pflanze und zählt zu den Rotalgen (Rhodoplantae). Dulse kann bis zu einem halben Meter hoch werden und ist am Substrat mit einer Basis in Form einer Scheibe befestigt. Aus dieser entspringt in weiterer Folge ein Spross, der sich dann zu einem Lappen erweitert. Am Rand spaltet sich der Lappen in ovale Segmente.

Die Alge wird bei Ebbe geerntet und kann im getrockneten Zustand auch als Kautabak verwendet werden. Geerntet werden dabei nur die Blätter, die Wurzeln bleiben hingegen an Ort und Stelle. Eine Dulse verfügt über rötliche Büscheln mit Blättern, die eine Länge von etwa 20cm erreichen. Nach dem Trocknen sind die Blätter dann braun, während frische Dulse wie Rotkohl aussieht.

Im Deutschen wird Dulse auch als "Lappentang" bezeichnet, im Französischen wird die Pflanze "dulce" genannt. Bereits bei den Seeleuten war Dulse ein Gemüse, das sie auf Grund des hohen Gehalts an Jod bzw. Vitamin C mit auf ihre Reisen nahmen, um so Skorbut vorzubeugen. Außerdem wurde mit Dulse bis zum 19. Jahrhundert in ganz Island gehandelt. Sie war ein wichtiges Handelsprodukt, das normalerweise im August geerntet wurde. Die Blätter wurden im Anschluss daran getrocknet und in speziellen Hütten oder Fässern gelagert.

Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Island noch rund eine Tonne Dulse pro Jahr an zwei Hauptstandorten geerntet, heute wird die Alge aber nur mehr in relativ kleinem Umfang gesammelt.

Bedeutung für die Gesundheit

Der Verzehr von Dulse kann durchaus empfohlen werden, da die Alge sehr viele Proteine und Kohlenhydrate enthält. Da Dulse nur einen sehr geringen Anteil an Fett hat, ist sie darüber hinaus auch äußerst kalorienarm. Außerdem kann sie auf Grund der enthaltenen Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe Nägel, Haare, Haut und Bindegewebe stärken.

Aus Überlieferungen geht darüber hinaus hervor, dass Dulse auch bei Sodbrennen äußerst hilfreich sein kann. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Algen auch bei Ödemen, zum Auflösen von Verhärtungen bzw. zum Ausleiten von Toxinen und Hitze verwendet. Sie verfügen über einen kühlenden Effekt und wirken darüber hinaus reinigend. Bei Kältesymptomen sollte Dulse daher nicht verzehrt werden.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Dulse enthält sehr viele Kohlenhydrate, Proteine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Sehr hoch ist vor allem der Gehalt an Zink, Phosphor, Kalzium, Magnesium, Jod und Vitamin A. Da die Alge auch Vitamin B12 enthält, ist sie auch für Veganer interessant, da das Vitamin in pflanzlichen Lebensmitteln sonst kaum zu finden ist.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 130 kcal/ 544 kj
Eiweiß 17 g
Kohlenhydrate 2 g
Fett 1 g
Ballaststoffe 5 g

Unverträglichkeiten

Da Algen einen hohen Jodgehalt haben, sollten sie nicht in zu hohem Ausmaß verzehrt werden. Das gilt vor allem für Menschen, die an einer Schilddrüsenerkrankung leiden. Der Jodgehalt kann reduziert werden, indem die Alge in Wasser eingelegt und dann abgespült wird. Dieser Vorgang kann mehrere Male wiederholt werden. Auch die relativ hohen Mengen an Salz können einigen Menschen Probleme machen, sodass in diesem Fall die Alge nur in mäßigen Mengen genossen werden sollte.

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Einkaufs- und Küchentipps

Getrocknete Dulse ist in Feinkostläden das ganze Jahr über erhältlich. Manchmal wird die Alge auch in Form von Flocken sowie Pulver angeboten, die als Gewürz verwendet werden können. Frische Dulse kann bei Fischhändlern bestellt werden und wird vorwiegend zwischen Mai und Oktober aus Frankreich importiert. Frische Dulse hält nicht sehr lange und sollte daher bald verbraucht werden. Getrocknet ist die mehrere Monate lang haltbar, wenn sie trocken, kühl und dunkel gelagert wird.

Zubereitungstipps

Frische Dulse hat einen würzigen und milden Geschmack, wohingegen getrocknete Dulse eher salzig schmeckt. Für die Zubereitung von getrockneter Dulse muss diese gewaschen und für ungefähr fünf Minuten in Wasser gelegt werden.

Frische Dulse wird blanchiert und dann zerkleinert. Vor allem in der mediterranen, nordamerikanischen und isländischen Küche wird sie wie Blattgemüse verwendet. Knusprig geröstet passt Dulse zu Kartoffelpüree, sie kann aber auch zu Fischgerichten gegessen werden. Außerdem wird sie gemeinsam mit Möhren, Gurken und Blattsalat zur Zubereitung eines Salats verwendet.

Außerdem eignet sich Dulse auch als Beilage zu Meeresfrüchten oder Eierspeisen. Des Weiteren kann Dulse für Eintöpfe und Suppen verwendet werden, sehr lecker sind auch Fischfilets, die mit der Alge umhüllt oder gefüllt werden. In Island wird Dulse mit Käse überbacken, mit Butter verzehrt, in der Pfanne angebraten oder auch wie Chips gegessen.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Millan, N. (u.a.): Das große Buch der Lebensmittel: auswählen – aufbewahren – zubereiten – haltbar machen – genießen. DK-Verlag. 2011.
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Rimbach, G. (u.a.): Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger. Springer Spektrum. 2. Auflage 2015.


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