Schilddrüse


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 4. Oktober 2018

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse und befindet sich beim Menschen vor dem Schildknorpel des Kehlkopfes. Die Schilddrüse produziert Schilddrüsenhormone, die für verschiedene Körperprozesse verantwortlich sind. Eine Erkrankung der Schilddrüse kann sich erheblich auf die Lebensqualität des Betroffenen auswirken.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung der Schilddrüsenhormone

Anatomie der Schilddrüse. Die Schilddrüse reguliert teilweise den Hormonhaushalt des Menschen.

Das Hormon der Schilddrüse ist das Thyroxin, eine jodhaltige Verbindung. Dieses Hormon reguliert und koordiniert den gesamten Stoff- und Energiewechsel des Körpers. Es beschleunigt die oxidativen Prozesse in den Zellen und erhöht somit den Grundumsatz (Energieumsatz des Organismus bei völliger körperlicher und geistiger Ruhe).

Zwischen den einzelnen Drüsen bestehen wechselseitige Beziehungen. Spezielle Hormone der Hypophyse wirken direkt auf die Schilddrüse und kontrollieren ihre Sekretion. So wird sie angeregt, das Hormon Thyroxin in ausreichender Menge zu bilden. Diese Anhäufung von Thyroxin im Blut ist wiederum das Signal für die Hypophyse, ihre spezielle Hormonbildung einzustellen, um das Schilddrüsenhormon auf einem konstanten Wert zu halten und somit eine Überproduktion zu vermeiden.

Unterfunktion

Enthalten Trinkwasser und Nahrung zu wenig Jod, ist eine Störung der Schilddrüsenfunktion vorprogrammiert. Diese Drüse produziert in diesem Fall zu wenig Thyroxin und sie beginnt meist zu wuchern.

Offensichtlich versucht der Körper, die gestörte Hormonbildung durch ein verstärktes Wachstum des Drüsengewebes zu kompensieren. Es bildet sich ein Kropf, der sich hart anfühlt, ständig nachwächst und sogar zu Atem- und Schluckbeschwerden führen kann.

Bei dieser Mangelerkrankung wird der gesamte Stoffwechsel heruntergefahren, das Herz schlägt langsamer, die Körpertemperatur sinkt um 1- 2°C. Die Haut wird schlaff und schwillt schwammig an. Trotz Appetitlosigkeit neigen Betroffene zu Fettansatz. Bei Menschen mit Unterfunktion lassen außerdem geistige Funktionen nach. Schlafsucht, Teilnahmslosigkeit, geringe Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, verlangsamtes Denken und sogar geistige Stumpfheit bis hin zum Schwachsinn können weitere Folgen sein.

Symptome von Schildrüsenknoten (Kalter und Heißer Knoten).

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Überproduktion

Die Überproduktion der Schilddrüsenhormone führt zu einer Erkrankung, deren Symptome erstmals vom Arzt Karl von Basedow (1799- 1854) genauer beschrieben wurden. Hierbei handelt es sich um die Basedowsche Krankheit. Anzeichen für diese Erkrankung sind nicht zu übersehen.

Die Schilddrüse schwillt an, es bildet sich ein weicher Kropf. Die unruhig flackernden Augen quellen hervor, es bilden sich regelrechte Glotzaugen. Die Körpertemperatur ist erhöht, die Haut wird stärker durchblutet und sie transpiriert intensiver.

Weitere Anzeichen sind Herzrasen bis hin zu Herzbeschwerden, eine beschleunigte Atmung und Schlaflosigkeit. Durch die hohe Dosis Thyroxin im Blut wird der Stoffumsatz (Grundumsatz) übermäßig gesteigert. Betroffene nehmen sehr viel Nahrung auf, sie essen pausenlos und magern trotzdem immer mehr ab.

Weiterhin zeigen sie einen gesteigerten Tätigkeitsdrang, sind oft fahrig, leicht erregbar und unterliegen starken Stimmungsschwankungen.

Gewichtsabnahme führt auch in diesem Fall zu Übererregbarkeitsreaktionen, die auch in Aggressivität ausarten können.Alle diese Störungen fasst man unter der Basedowschen Krankheit zusammen.

Störungen der Schilddrüsenfunktionen jeglicher Art zeigen, dass Hormone nicht nur körperliche sondern auch geistig- seelische Prozesse wesentlich beeinflussen können.

Ob Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse, in jedem Fall kann dem Betroffenen geholfen werden. Frühzeitige Behandlungen der Schilddrüsenstörungen können spätere Schäden weitgehend beheben bzw. verhindern.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Faller, A., Schünke, M.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2008
  • Zilles, K. et al.: Anatomie. Springer Verlag, Berlin 2010
  • Kleine, B. et al.: Hormone und Hormonsystem. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2010


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