Zwanghaftes Räuspern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Zwanghaftes Räuspern, auch als Globussyndrom bezeichnet, beschreibt den Zwang, sich zu räuspern. Der Effekt tritt meist durch ein Fremdkörpergefühl im Hals auf und hat für Betroffene schwerwiegende Nachfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zwanghaftes Räuspern?

Zwanghaftes Räuspern ist ein Effekt, der durch das Gefühl, einen Fremdkörper im Hals zu haben entsteht. Betroffene möchten den Schleim oder den sprichwörtlichen Kloß im Hals loszuwerden und räuspern sich deshalb permanent. Auch Husten und Würgen gehen damit einher. Durch das zwanghafte Räuspern vergehen die vermeintlichen Ursachen jedoch nicht. Stattdessen kommt es zu weiteren Beschwerden im Halsbereich, welche den Räusperzwang noch verstärken. Panikattacken und Atemnot können ebenfalls auftreten, wenn die Betroffenen nicht behandelt werden.

Ursachen

Zwanghaftes Räuspern kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Nicht selten befindet sich im Hals- oder Rachenbereich tatsächlich ein Fremdkörper wie etwa ein Tumor oder eine Entzündung. Auch eine Schilddrüsenstörung sowie eine Seitenstrangangina können die Beschwerden auslösen. Darüber hinaus entsteht der Räusperzwang auch durch geschwollene Mandeln. Diese verursachen ein Kloßgefühl im Hals, welches von Betroffenen als äußerst unangenehm empfunden wird.

Liegt eine Pilzinfektion im Hals- oder Rachenbereich vor, löst das ebenfalls den Drang zum Räuspern aus. Zudem ist die Schleimproduktion erhöht, wodurch der Effekt noch verstärkt wird. Die Ursachen können jedoch nicht nur im Hals liegen. Auch eine Veränderung des Herzens lösen ein Druckgefühl und damit den Räusperzwang aus. Überdies kann die Problematik auch eine Form des Tourette-Syndroms sein. Dabei entwickeln Betroffene so genannte Ticks, welche nicht zu kontrollieren sind und sich auch nur in begrenztem Umfang behandeln lassen. Zwanghaftes Räuspern kann eine Ausprägung davon sein.

Zuletzt kann der Effekt auch psychisch bedingt sein. Insbesondere Menschen, die unter einer Depression leiden, verspüren oftmals eine Art Engegefühl in Hals und Rachen. Eine organische Ursache liegt jedoch nicht vor. Die genaue Ursache kann nur von einem Arzt zweifelsfrei geklärt werden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wer häufig unter zwanghaftem Räuspern leidet und ein Kloßgefühl im Hals verspürt, muss in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Dieser kann die genaue Ursache anhand verschiedener Untersuchungen klären. Im Vorfeld muss festgestellt werden, ob der Effekt des zwanghaften Räusperns dauerhaft oder in Phasen auftritt, wie stark die Beschwerden sind und wie die bisherige Krankengeschichte aussieht.

Nachdem die möglichen Ursachen durch diese Vorgehensweise eingegrenzt wurden, wird die betroffene Region mit Hilfe einer Spiegelung untersucht, um tatsächlich vorhandene Fremdkörper, eine hohe Schleimentwicklung sowie eventuelle Entzündungen durch das permanente Räuspern diagnostizieren zu können. Unter Umständen werden im Anschluss daran noch Ultraschalluntersuchungen vorgenommen, um die Diagnose zu erleichtern. Je nachdem, welche Ursache vorliegt, kann der Verlauf der Erkrankung ganz unterschiedlich aussehen.

Zwanghaftes Räuspern, welches durch einen tatsächlichen Fremdkörper verursacht wird, kann von selbst wieder verschwinden, sich jedoch auch zu einer ausgeprägten Zwangsstörung entwickeln. Zudem können Entzündungen, die in Folge der permanenten Belastung entstehen, bösartig ausfallen. Dadurch können Tumore entstehen, welche unter Umständen lebensbedrohlich sind. Generell muss das Globussyndrom behandelt werden, um eine Verschlimmerung zu vermeiden.

Behandlung

Die Art der Behandlung von zwanghaftem Räuspern richtet sich nach der tatsächlichen Ursache. Liegt eine psychische Ursache vor, kann eine Psychotherapie helfen, den Zwang loszuwerden. Unterstützt wird diese meist mit Medikamenten. Rührt der Effekt von einer Schilddrüsenstörung her, kommen ebenfalls Medikamente zum Einsatz, die das unangenehme Kloßgefühl im Hals unterbinden sollen.

Ist die Hals- und Rachengegend entzündet oder wurde eine Zyste festgestellt, können Medikamente eingesetzt werden. Auch ein operativer Eingriff kommt in Frage, wenn eine Geschwulst oder ein Tumor festgestellt wurden. Da in diesem Fall eine Krebserkrankung vorliegt, wird meist auch eine Chemotherapie eingeleitet.

Ist die Ursache lediglich eine Erkältung, reichen leichte Medikamente in der Regel aus. Allerdings kann sich ein Räusperzwang schnell entwickeln, weshalb man nach einer langwierigen Erkältung eine entsprechende Therapie beginnen sollte. Eine Möglichkeit ist beispielsweise die so genannte Schlucktherapie. Im Rahmen dieser Maßnahme werden die Fähigkeit des Schluckens und des Räusperns verbessert. Dadurch lässt sich der Zwang zumindest besser kontrollieren.

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Vorbeugung

Zwanghaftes Räuspern lässt sich relativ gut vorbeugen. Da es sich um einen neurotischen Effekt handelt, kann eine Therapie den Zwang zumindest stark reduzieren. Sind die Beschwerden jedoch Teil eines Tourette-Syndroms, lassen sie sich nicht vorbeugen. Eine gesunde Lebensweise hilft, organische Ursachen wie eine Erkältung und die damit verbundene Schleimentwicklung und das Kratzen im Hals zu vermeiden.

Generell ist ein gesundes und starkes Immunsystem wichtig, um Entzündungen und Infektionen abzuwehren und so den Räusperzwang zu vermeiden. Treten die Beschwerden dennoch auf, sollte schnellstmöglich ein Arzt hinzugezogen werden. Dieser kann entsprechende Therapien einleiten und so zumindest den umfangreichen Begleiterscheinungen vorbeugen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Karl-Heinz kommentierte am 26.08.2015 um 10:30 Uhr

Bisher konnte mir niemand helfen mein Räuspern mit Husten los zu werden. Ich habe diese Beschwerden schon seit mehreren Jahren. Selbst eine Nasen-OP sowie Magenspiegelung erbrachten keinen Erfolg. Woher kommen die Beschwerden? Wie können sie geheilt werden?

Minnosch kommentierte am 03.08.2016 um 12:46 Uhr

Meine Antwort kommt spät, aber vielleicht liest du es ja doch. Ich hatte genau 2 Jahre lang Husten, Räuspern und Probleme beim Ausatmen. Sehr viele Ärzte und Fachärzte wurden konsultiert und am Ende hatte ich Depressionen. Ich konnte einfach nicht mehr und habe an Selbstmord gedacht. Dann machte ich Heilfasten und merkte am zweiten Tag schon, dass alle Symptome verschwunden waren. Seitdem weiß ich, dass ich Nahrungsmittelunverträglichkeiten habe. Ich lebe vegan und glutenfrei und bin wieder fit und munter wie früher. Ich vertrage Milchprodukte gar nicht, meine Bronchien produzieren sehr viel Schleim und Gluten sorgte dafür, dass ich ständig Magen- und Darmprobleme bekam. Probiert es aus!