Sommergrippe

Letzte Aktualisierung am 1. Mai 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Als Sommergrippe wird umgangssprachlich eine Erkältung in den Sommermonaten bezeichnet – ein Großteil der Menschen ist zwischen Juni und August betroffen. Besonders an klimatisierten Orten, wo viele Menschen aufeinander treffen (z.B. öffentliche Einrichtungen) kommt es häufig zu einer Ansteckung mit dem Sommergrippe-Virus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sommergrippe?

Von einer Sommergrippe spricht man, wenn eine Erkältung in den Sommermonaten auftritt. Schnupfen und Halsschmerzen sind typische Symptome.

Als Sommergrippe wird ein grippaler Infekt (Erkältung) bezeichnet, ausgelöst durch Viren, die vor allem in den Sommermonaten vermehrt auftreten. Husten, Schnupfen, Halsschmerzen sind die typischen Anzeichen einer so genannten Sommergrippe. Jedoch darf die Sommergrippe nicht mit der echten Grippe verwechselt werden.

Um einer Sommergrippe vorzubeugen kann der Körper bzw. das Immunsystem mit allgemein immunstärkenden Methoden wie Saunieren, Wechselduschen, Kneippschen Güssen sowie regelmäßigem Sport gestärkt werden.

Ursachen

Ausgelöst wird die Sommergrippe durch Viren, in seltenen Fällen tritt eine Zweitinfektion mit Bakterien auf. Diese Krankheitserreger können leichter in den Körper eindringen, wenn er bereits geschwächt ist.

So stellen gereizte und trockene Schleimhäute in Nase, Ohren sowie Mund- und Rachenraum eine ideale Eingangspforte für Viren dar, das Risiko, an der Sommergrippe zu erkranken, steigt.

Daneben sind extreme Temperaturunterschiede eine große Belastung für das Immunsystem. Wird der warme, verschwitzte Körper durch Klimaanlagen, zu kalte Getränke oder geöffnete Autofenster zu weit abgekühlt, trocknen die Schleimhäute zunehmend aus und verlieren ihre Schutzfunktion. Eine Tröpfcheninfektion und folglich die Sommergrippe ist jetzt viel wahrscheinlicher.

Damit keine Ansteckung durch bereits an Sommergrippe erkrankte Menschen erfolgt, sollte eine gründliche Hände-Hygiene betrieben werden. Eine solche Schmierinfektion lässt sich ebenfalls umgehen, wenn befallene Türgriffe, Computertastaturen oder gemeinsam genutztes Geschirr sorgfältig von den Viren der Sommergrippe gereinigt und regelmäßig desinfiziert werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei einer Sommergrippe:

Eine Sommergrippe äußert sich mit den typischen Beschwerden einer Grippe, auch als grippaler Infekt bezeichnet. So treten bei einer Sommergrippe Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber und Halsschmerzen sowie Schnupfen auf. Schüttelfrost und Husten sind ebenfalls möglich. Hinzu kommt ein generelles Gefühl der Abgeschlagenheit und Kraftlosigkeit. In seltenen Fällen tritt die Sommergrippe zusammen mit einem Magen-Darm-Infekt auf; es kommen Durchfall und Bauchschmerzen hinzu.

Wann zum Arzt?

Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Heuschnupfen und Fieber deuten auf einen grippalen Infekt hin. Wer diese Beschwerden bemerkt, sollte den Hausarzt konsultieren. Dieser kann feststellen, ob es sich um eine Sommergrippe handelt und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten. Geschieht dies frühzeitig, kann die Erkrankung in aller Regel gut behandelt werden.

Sollten weitere Symptome hinzukommen, etwa Schüttelfrost, Müdigkeit oder Kraftlosigkeit, deutet dies auf eine schwere Grippe hin. Erkrankte sprechen am besten mit dem Hausarzt, damit die Erkrankung frühzeitig behandelt werden kann.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders anfällig für grippale Infekte. Auch Stress, eine ungesunde Ernährung und allergische Vorerkrankungen sind Risikofaktoren, die eine zügige medizinische Abklärung erforderlich machen. Spätestens, wenn die Beschwerden das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und eine Bettlägerigkeit droht, ist ärztlicher Rat gefragt. Je nach Ausprägung der Erkrankung können Fachärzte sowie Internisten hinzugezogen werden.

Bei anhaltenden Beschwerden kann mit dem Einverständnis des Hausarztes auch ein Heilmediziner konsultiert werden. Kinder müssen beim Auftreten der genannten Symptome und Beschwerden zum Kinderarzt gebracht werden. Sollte es während der Behandlung zu ungewöhnlichen Symptomen kommen, muss der Arzt informiert werden – womöglich liegt eine Allergie gegenüber den verordneten Medikamenten vor, die abgeklärt werden muss.

Diagnose

Bei einer Sommergrippe sollte besonders dann ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Symptome länger anhalten oder sehr schwer ausfallen. Im Gespräch mit dem Patienten kann der behandelnde Mediziner oftmals bereits anhand der geschilderten Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber, Durchfall und Erbrechen feststellen, ob es sich wirklich um eine Sommergrippe handelt. Anschließend findet eine körperliche Untersuchung statt. Dabei wirft der Arzt einen Blick in den Hals- und Rachenraum des Patienten, um zu sehen, ob dieser gerötet und geschwollen ist. Auf den Mandeln sind nicht selten kleine weiße Punkte zu entdecken. Diese sind ein Anzeichen für eine bakterielle Infektion.

Auch geschwollene Lymphknoten am Hals und geschwollene Nasenschleimhäute deuten auf eine Infektion hin. Meist sind weitere Diagnosemethoden nicht erforderlich. Im Zweifelsfall kann der behandelnde Arzt aber Blut- oder auch Stuhlproben nehmen und im Labor untersuchen lassen, um andere Ursachen für die Beschwerden eindeutig auszuschließen. Wurde die Sommergrippe eindeutig diagnostiziert, kann die Behandlung beginnen.

Komplikationen

Wer eine Sommergrippe nicht ernst genug nimmt oder verschleppt, kann ein böses Erwachen erleben. Zu den häufigsten grippebedingten Komplikationen gehören Lungen- oder Herzmuskelentzündungen. Vorbelastete Menschen, sehr junge und alte Menschen sterben infolge einer verschleppten Sommergrippe.

Dank dem geballten Auftreten typischer Symptome bestehen eigentlich keine Verwechslungsmöglichkeiten mit dem grippalen Infekt. Eine echte Grippe ist immer ein ernst zu nehmendes Geschehen - selbst wenn die Betroffenen gegen Grippe geimpft wurden. Durch bestehende Vorerkrankungen wie Diabetes, Multiple Sklerose, COPD oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Risiken für Komplikationen stark erhöht sein. Auch bei einer Immunschwäche wie AIDS sowie chronischen Leber- und Nierenerkrankungen im Alter können die Risiken erhöht sein.

Influenzaviren schwächen das Immunsystem nachhaltig. Die Immunschwäche kann noch wochenlang nach der Genesung fortbestehen. Die massive Vermehrung der Viren wirkt zudem schwächend auf das Flimmerepithel der Atemwegs-Schleimhaut. Das Zusammentreffen dieser beiden Faktoren begünstigt Folgeerkrankungen wie eine Lungenentzündung. Potenziell können sich Influenza-Viren in Herz, Lunge, Leber oder Gehirn einnisten und schwere Komplikationen verursachen.

Bei älteren Menschen kann eine Sommergrippe selbst bei einer schnellen Behandlung zum Tod führen. Bei Kindern kann sie schmerzhafte Mittelohrentzündungen und schwere Sinusitis auslösen. Weitere Komplikationen können sich nach einer Sommergrippe als Herzrhythmusstörung, Herzinsuffizienz, Lungenödem oder Kreislaufschock einstellen. Auch Hirnhaut- oder Hirnentzündungen wurden beobachtet.

Behandlung und Therapie

Die klassische Behandlung der Sommergrippe ist auf die einzelnen Symptome abgestimmt. Dabei empfiehlt sich eine Kombination aus bewährten Hausmitteln sowie frei verkäuflichen Produkten aus der Apotheke. Sogenannte Kombinationspräparate haben sich bei der Behandlung der Sommergrippe als wenig hilfreich herausgestellt.

Bei Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber sind Produkte ratsam, die den Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthalten, Schnupfen gehen Betroffene am besten mit gefäßverengenden Nasentropfen und Nasenspülungen an.

Letztere werden mit Salzlösungen durchgeführt. Um die oberen Atemwege zu öffnen und das Atmen zu erleichtern, sollte zusätzlich mehrmals täglich mit einer Kamillenlösung inhaliert werden.

Bei Husten helfen Lutschtabletten aus der Apotheke, Quark-Wickel nehmen ebenfalls den Schmerz. Ergänzend sollten bei der Sommergrippe warme Kräutertees getrunken werden; Salbei, Pfefferminze und Kamille enthalten entzündungshemmende Stoffe, die die Heilung beschleunigen.

Treten im Rahmen der Sommergrippe zusätzlich Husten und Atembeschwerden auf, können Eukalyptus und Fenchel zum Einsatz kommen, entweder als Gurgellösung oder Tee. Antibiotika wirken bei einer einfachen Sommergrippe nicht. Klingen die Beschwerden der Sommergrippe nach einigen Tagen nicht ab, sollte der Hausarzt aufgesucht werden, um eine tiefer gehende Erkrankung auszuschließen.

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Vorbeugung

Um einer Sommergrippe vorzubeugen, darf der Körper nicht auskühlen. So sollten Klimaanlagen in Büros oder Fahrzeugen nicht zu kalt eingestellt werden. Als Faustregel gilt: nicht mehr als 5 Grad unter der Außentemperatur.

Eiskalte Getränke sind ebenfalls wenig ratsam. Für kühlere Abende und Büros sollte immer ein leichter Pullover eingepackt werden, nach dem Baden ist die nasse Badekleidung schnell zu wechseln.

Nasse oder verschwitzte Kleidung sollte zur Vermeidung einer Sommergrippe möglichst schnell abgelegt und durch Trockene ersetzt werden.

Die Abwehrkräfte schwächeln ebenfalls bei zu intensiver Sonneneinstrahlung, schlechter Hygiene und ungesunder, vitaminarmer Ernährung. An heißen Tagen sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (keine eiskalten Getränke!) geachtet werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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