Schwarzer Nachtschatten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Juni 2016
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Der Schwarze Nachtschatten ist ein etwas unscheinbarer Vertreter aus der Nachtschattenfamilie. Obwohl er aufgrund seiner Alkaloide giftig ist, findet er als Heilpflanze bei Rheuma, Gicht und Fieber Verwendung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Der Schwarze Nachtschatten gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Der wissenschaftliche Name lautet Solanum nigrum. Die einjährige krautartige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 70 Zentimetern. Sie wächst sowohl niederliegend über dem Boden als auch aufrecht.

Die Oberfläche weist einen filzigen Pflaum auf. Die nicht verholzenden Stängel verzeichnen häufig einen feinen schwarzen Überzug, der auf den Namensbestandteil „schwarz“ hindeutet.

Der Schwarze Nachtschatten blüht von Juni bis Oktober. Die einzelnen Blütenstände stehen in lockeren, häufig verlängerten Trugdolden, die fünf bis zehn kleine weiße Blüten aufweisen. Der glockenförmige Blütenkelch besteht aus eiförmigen Kelchblättern und die Blütenkrone aus fünf Kronblättern. Die Heilpflanze ist auch unter den volkstümlichen Namen Hundsbeere, Saukraut, Nachtschaden, Teufelskirsche, Mondscheinbeere und Nachtbeere bekannt.

Vorkommen und Anbau

Der Schwarze Nachtschatten wächst in Europa, Afrika, China, Indien, Neuseeland, Australien, dem Mittleren Osten und Nordamerika. Wie anpassungsfähig die mehrjährige Pflanze ist, zeigt, dass sie sowohl im Flachland als auch in 3.000 Höhenmetern wächst. Sie hält unterschiedliche Wetterbedingungen aus, längere Trockenperioden und niedrige Temperaturen toleriert sie jedoch nicht. Sie ist oft als Ruderalpflanze anzutreffen und wächst bevorzugt an Bahndämmen, Straßenrändern, am Rand landwirtschaftlicher Nutzflächen und Bauflächen sowie an Gewässern und Schuttflächen.

Anwendung und Wirkung

Der Schwarze Nachtschatten wirkt schweißtreibend, entzündungshemmend, beruhigend, harntreibend und erweichend. Er wird bei Gicht, Rheuma, Hauterkrankungen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Als Inhaltsstoffe wirken Alkaloide, Saponine, Gerbstoffe, Beta-Sitosterol, Solanin, Solacein, Solanein, Solasodin und Diosgenin. Die ayurvedische Medizin verwendet die Heilpflanze als Arzneimittel bei Leberbeschwerden, wobei sie gerne mit den Kräutern der Scharfgarbe, Senne und Wegwarte kombiniert wird.

Der schwarze Nachtschatten ist giftig! Lediglich Extrakte oder homöopathische Dosierungen der Pflanze werden gegen Rheuma, Gicht und Fieber eingesetzt.

Äußerlich findet der Schwarze Nachtschatten als Tinkur oder in Form von Umschlägen Verwendung bei Juckreiz, Prellungen, Schrunden, nässenden Flechten, Ekzemen, Abszessen und Hämorrhoiden. Das Nachtschattengewächs enthält pflanzliche Hormone, die typischen Beschwerden der Wechseljahre wie Östrogenmangel und Progesteronmangel entgegenwirken. In der Heilkunde findet der Schwarze Nachtschatten keine große Beachtung mehr, da es Kräuter gibt, die in der Anwendung nicht giftig und daher weniger gefährlich sind.

In der Homöopathie ist das Nachtschattengewächs jedoch sehr beliebt und findet unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Solanum nigrum in Form von Tabletten und Globuli Anwendung. Das homöopathische Arzneimittel wirkt auf das zentrale Nervensystem und wird bei Hirnhautentzündung, Epilepsie und gereizter Hirnhäute während einer Infektion eingesetzt. Auch bei Kindern mit typischen Beschwerden kann dieses Mittel eingesetzt werden.

Da es jedoch eine nachhaltige Wirkung entfaltet, muss der Einsatz mit einem Arzt oder einem Homöopathen abgesprochen werden, was insbesondere die Potenzen ab D30 sowie Q- und LM-Potenzen betrifft. Die Potenzen D6 bis D12 eignen sich auch zur Selbstmedikation. Erwachsene nehmen dreimal täglich eine Tablette oder fünf Globuli ein. Säuglinge bekommen ein Globuli, Kleinkinder und Kinder drei Globuli je Einnahme oder eine Viertel bis halbe Tablette. Leitsymptome des Homöopathikums Solanum nigrum sind starke Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Verwirrung, verminderte Wahrnehmung, Fieber, Juckreiz, Reizhusten und Bewusstseinsstörungen. Patienten, bei denen die Vergabe des Schwarzen Nachtschattens indiziert ist, zeigen eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands bei Kälte, Bewegung und Berührung.

Wogegen hilft Schwarzer Nachtschatten?

Bedeutung für die Gesundheit

Der Schwarze Nachtschatten sollte nicht eigenverantwortlich gesammelt werden, denn die Giftigkeit der Pflanze ist umstritten und fällt bei den verschiedenen Gattungen nicht gleich stark aus. Die unreifen grünen und schwarzen Beeren ohne Kerne sind nicht giftig. Sie enthalten die für Nachtschattengewächse typischen Alkaloide wie Solanin, das auch in Tomaten und Kartoffeln vorkommt. Dennoch sind Alkaloide keine ungefährlichen Inhaltsstoffe, die insbesondere bei Kindern Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Symptome bei Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Atembeschwerden, Fieber, Unterkühlung und Krämpfe. Starke Vergiftungen können zur Lähmung des Atemapparates und zum Tod führen.

In getrockneter Form verliert der Schwarze Nachtschatten seine giftige Wirkung. Die deutsche Kosmetikverordnung verbietet aufgrund der Giftigkeit die Verarbeitung im Bereich von Kosmetikprodukten. Bei Anwendung homöopathischer Arzneimittel besteht jedoch keine Gefahr. Zu beachten ist jedoch, dass sie als energetische Mittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip wirken. Sie werden dem Immunsystem nicht wie allopathische Mittel entgegengesetzt, sondern setzen die Selbstheilungskräfte des Organismus in Gang.

Für eine erfolgreiche Behandlung der jeweiligen Beschwerden bedarf es eines ähnlichen Reizes, um die Abwehr des Immunsystems zu aktivieren. Je höher die Potenz, desto stärker die Wirkung. Auch bei dem Schwarzen Nachtschatten als homöopathisches Mittel kann es bei den Hochpotenzen zur Erstverschlimmerung kommen, die als positives Zeichen für eine entsprechende Reaktion des Körpers auf den eingehenden Reiz gewertet werden kann. Als alternatives Homöopathikum zu Solanum nigrum kommt Belladonna, auch als Tollkirsche bekannt, in Frage.

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