Schulterzerrung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2016
Gesundpedia.deSymptome Schulterzerrung

Bei einer Schulterzerrung sind die Weichteile im Bereich der Schulter überdehnt. Häufig entsteht eine Schulterzerrung durch ein Trauma.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schulterzerrung?

Eine Muskelzerrung wird auch als Distension bezeichnet. Dabei wird der Muskel unphysiologisch gedehnt. Im Gegensatz zum Muskelfaserriss finden sich bei der Schulterzerrung keine Risse in der Muskulatur. Lediglich ein Ödem wird in der Kernspintomographie sichtbar. Neben der Muskelverhärtung und dem Muskelfaserriss ist die Zerrung die häufigste und typischste Sportverletzung. Rein äußerlich lässt sich eine Zerrung in der Regel nicht erkennen.

Lediglich eine leichte Schwellung und / oder eine Überwärmung des betroffenen Gebiets können Hinweise auf eine Schulterzerrung liefern. Die Schulterzerrung gehört zu den sogenannten geschlossenen Muskelverletzungen. Betroffen ist die Muskulatur, die das Schultergelenk umgibt und stabilisiert. Die Muskulatur der Schulter entspringt am Schulterblatt und hat ihren Ansatz am Oberarmknochen. Somit ist die Schultermuskulatur Teil der Eigenmuskulatur der oberen Extremität.

Die Schultermuskulatur besteht aus zwei Gruppen. Eine Gruppe ist die Rotatorenmanschette mit dem Musculus subscapularis, dem Musculus Musculus teres minor, dem Musculus infraspinatus und dem Musculus supraspinatus. Die anderen Muskeln sind für die Bewegungen im Schultergelenk zuständig. Sie heißen Musculus coracobrachialis, Musculus latissimus dorsi, Musculus teres major und Musculus deltoideus. Schulterzerrungen können aber nicht nur im Bereich der Schultermuskulatur, sondern auch im Bereich der Schultergürtelmuskulatur auftreten. Dazu gehören unter anderem der Musculus subclavius, der Musculus trapezius, der Musculus pectoralis minor und der Musculus pectoralis major.

Ursachen

Eine Schulterzerrung hat ihren Ursprung in einer gestörten Funktion der Muskulatur. Durch eine zu starke Belastung über einen längeren Zeitraum oder durch eine wechselhafte plötzliche Belastung kann die Muskelspannung gestört werden, sodass es zu einer Überdehnung kommen kann. Auch ein Sturz auf die Schulter oder ein plötzlicher Zug bzw. eine plötzliche Dehnung bei einem Trauma können die Muskeln beeinträchtigen.

Das Risiko einer Schulterzerrung erhöht sich bei mangelndem Aufwärmen vor dem Sport. Das Aufwärmen dient der Dehnung der Muskulatur. Dadurch erhöht sich die Belastbarkeit des Muskels. Auch Menschen, die zu wenig Flüssigkeit und Elektrolyte im Körper haben, erleiden häufiger eine Schulterzerrung. Infektionen schwächen die Muskulatur und stellen somit ebenfalls ein Risiko für eine Schulterzerrung dar.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Eine Muskelzerrung entwickelt sich im Gegensatz zu einem Muskelfaserriss durchaus schleichend. Zwar macht sich die Zerrung in der Regel durch einen plötzlich einsetzenden stechenden Schmerz in der Muskulatur der Schulter bemerkbar, die Beeinträchtigung des Muskels verspüren die Betroffenen häufig jedoch schon eher. Häufig leiden die Betroffenen schon Monate vor der eigentlichen Zerrung unter einer verhärteten Muskulatur im Schulterbereich.

Typischerweise zeigen Menschen mit einer Schulterzerrung eine Schonhaltung. Auch Bewegungseinschränkungen sind möglich. So kann der Arm je nach betroffenem Muskel nicht mehr nach oben oder zur Seite gehoben werden. Äußerlich kann eine Schwellung erkennbar sein. Wenn die Schulterzerrung durch ein Trauma verursacht wurde, ist möglicherweise ein Hämatom zu sehen. Bluterguss oder Schwellung sind jedoch keine zwingende Voraussetzung für das Vorliegen einer Schulterzerrung. Die Dauer der Schmerzen variiert je nach Ausmaß der Muskelzerrung an der Schulter und je nach Heilungsverlauf. Häufig lassen die Schmerzen schon nach einigen Tagen nach. Die vollständige Ausheilung kann jedoch mehrere Wochen bis hin zu Monaten dauern.

Die Diagnose stellt der Arzt anhand der klinischen Beschwerden. Dafür erfolgen eine Erhebung der Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung und eine Analyse des Unfallmechanismus oder des Traumas. Bei der körperlichen Untersuchung kontrolliert der Arzt die Beweglichkeit der betroffenen Schulter. Auch Muskelreflexe werden überprüft. Zudem untersucht der Arzt ob und welche Punkte an der Schulter berührungsempfindlich sind. Bei der Inspektion fallen ihm eventuell blaue Flecken oder Schwellungen auf. Bei einem Unfall kommen zudem bildgebende Verfahren zum Einsatz, um schwerwiegendere Verletzungen auszuschließen. Die Schulterzerrung ist in der Regel eine Ausschlussdiagnostik.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Schulterzerrungen erfolgt normalerweise konservativ. Dabei wird nach der PECH-Regel vorgegangen. PECH ist ein Akronym für Pause, Eis, Compression und Hochlagerung. Zur Kühlung wird Eis oder kaltes Wasser verwendet. Die Einwirkzeit beträgt etwa 20 Minuten. Dadurch sollen Einblutungen in den Muskel und somit auch Schwellungen der Schultermuskulatur vermieden werden. Dabei sollte die Kühlung innerhalb der ersten Minuten nach der Zerrung erfolgen. Je schneller die Kühlung erfolgt, desto kürzer ist die Behandlungsdauer und desto besser heilt die Schwellung aus.

Auch ein elastischer Verband zur Kompression, der in den ersten Stunden nach der Verletzung angelegt wird, kann eine Schwellung verhindern. Wenn die ersten starken Schmerzen abgeklungen sind, können leichte Bewegungsübungen die Durchblutung im Gewebe anregen. Eine vermehrte Durchblutung führt zu einer verbesserten Regeneration.

Falls erforderlich kann der behandelnde Arzt Physiotherapie oder Massagen verordnen. Die Bewegungsübungen in der Physiotherapie dienen der Verbesserung der Beweglichkeit. Massagen regen die Durchblutung an, lockern den Muskeln und tragen so zu einer schnelleren Heilung bei.

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Vorbeugung

Vielen Schulterzerrungen lässt sich mit einem leichten Aufwärmprogramm vor dem Sport vorbeugen. Deshalb sollte vor Sporteinheiten eine Aufwärmzeit von mindestens 15 Minuten eingeplant werden. Auch die passende Sportausrüstung kann Muskelzerrungen verhindern. Ferner sollte darauf geachtet werden, dass die sportliche Belastung dem Trainingszustand angemessen ist und die Muskulatur nicht überlastet wird.

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