Bänderdehnung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Mai 2015
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Die Bänderdehnung (Bänderzerrung) zählt zu den leichteren Formen der Bandverletzung. Die Ursachen sind vielfältig. Sie ist eine der am häufigsten vorkommenden Sportverletzungen. Erste Hinweise auf eine Überdehnung der Bänder sind starke Schmerzen und ein Anschwellen des betroffenen Gelenks unmittelbar nach der Verletzung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bänderdehnung (Bänderzerrung)?

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Bei einer Bänderdehnung (Bänderzerrung) werden die Bänder die ein Gelenk umgeben durch eine extreme Bewegung über das physiologische Maß hinaus gedehnt. Eine starke Bänderdehnung kann bereits durch das Umknicken eines Fußes verursacht werden. Dabei werden die Gelenkflächen für einen kurzen Moment aus ihrer normalen Position gebracht ohne dass sie jedoch komplett ausgerenkt werden. Das führt dazu, dass die kollagenen Fasern des Bandes auseinandergezerrt und möglicherweise auch zerrissen werden.

Elastische Fasern, die innerhalb des Bandes in geringerer Zahl vorkommen bleiben dabei intakt. Nach einer kurzen Überdehnung kehren die Gelenkflächen wieder an ihre natürliche Position zurück. Schlecht ausgeheilte Bänderdehnungen sind oft die Vorstufe für einen Bänderriss.

Ursachen

Eine Bänderdehnung kann verschiedene Ursachen haben. Die extreme Bewegung eines Gelenks wie das Verdrehen des Knies kann bereits dazu führen, dass der Bewegungsspielraum der Bänder überschritten wird so dass es zu einer Überdehnung kommt.

Auch eine äußere Gewalteinwirkung kann eine Bänderdehnung bewirken. Ein Großteil der Bänderdehnungen wird durch Sportunfälle verursacht wobei das Überdehnen eines Ligaments sehr häufig bei Sportarten mit schnellen abrupten Richtungswechseln oder mit viel Körperkontakt vorkommt. Beispiele hierfür sind Ballsportarten wie Fußball oder Tennis sowie Kampfsportarten.

Neben den Knieseitenbändern sind vor allem die Bänder des oberen Sprunggelenks sowie die Grundgelenksbänder des Daumens betroffen. Zu einer sportunabhängigen Bänderdehnung am Sprunggelenk kann es auch durch ein Umknicken des Fußes in Schuhen mit zu hohem Absatz kommen.

Symptome und Verlauf

Schmerzen, Schwellungen und Hämatome am betroffenen Gelenk sind typisch bei einer Bänderdehnung.

Mögliche Symptome einer Bänderdehnung:

Erste Anzeichen für eine Bänderdehnung sind akute oder kurze Zeit nach einem Unfall auftretende Schmerzen an der betroffenen Seite des Gelenks. Diese werden oft begleitet von einer leichten Schwellung.

Manchmal kommt noch reflektorisch oder wenn ein kapselverstärkendes Band mit einbezogen ist eine Bewegungseinschränkung des Gelenks dazu. Das Gelenk ist jedoch immer stabil und belastbar.

Oftmals lässt die Anamnese bereits eine Bandverletzung vermuten jedoch kann es schwierig sein eine Bänderdehnung gegenüber einem Bänderriss oder einer Verstauchung abzugrenzen.

Bei einer Bänderdehnung kommt es in der Regel nicht zur Zerstörung von Zellen und Blutgefäßen und daher auch nicht zur Einlagerung von Blut im Gewebe- ein Bluterguss fehlt also normalerweise.

Die Schmerzen bei einer Bänderdehnung sollten sich nach ein bis zwei Wochen zurückbilden. In dieser Zeit kann das Gelenk belastet werden, eine zu starke Belastung ist jedoch zu vermeiden.

Diagnose

Eine Bänderdehnung wird in der Regel von einem Orthopäden diagnostiziert. Bevor jedoch eine Durchführung von körperlichen Untersuchungen in Angriff genommen werden kann, muss ein detailliertes Patientengespräch erfolgen. Nur so können die betroffenen Personen den Unfallhergang erläutern. Im Anschluss an das Gespräch tastet der behandelnde Arzt das betroffene Gelenk ab. Basierend auf dieser Untersuchung soll ermittelt werden, ob ein äußerer Druck mit Schmerzen einhergeht. Gleichzeitig wird überprüft, ob im betroffenen Bereich ein Bluterguss vorhanden ist.

Direkt im Anschluss an die bereits erwähnten Untersuchungen führt der behandelnde Arzt einen Belastungstest durch. Sofern die betroffenen Patienten das betroffene Gelenk nur unter Schmerzen belasten können, besteht ein Verdacht auf eine Bänderdehnung. Da jedoch ein Bänderriss ausgeschlossen werden muss, empfiehlt sich eine Durchführung von weiteren Untersuchungen. Die Untersuchungen dienen zur Überprüfung der natürlichen Gelenkstabilität. Kann der behandelnde Arzt das betroffene Gelenk unnatürlich verdrehen, kann diese Tatsache als ein eindeutiger Hinweis auf eine Bänderdehnung angesehen werden.

Behandlung und Therapie

Besteht der Verdacht auf eine Bänderdehnung sollte das betroffene Gelenk so schnell wie möglich entlastet werden. Im Falle des Fuß,- Knie- oder Handgelenks empfiehlt es sich die entsprechende Extremität nach Möglichkeit hoch zu lagern. Die Bänderdehnung führt zu einem Anstieg der Durchblutung in der betroffenen Region und es kommt zur Anschwellung des umliegenden Gewebes. Bei einer Bänderdehnung sollte das betroffene Gelenk gekühlt werden. Die Kühlung sorgt für einen Rückgang der Schwellung. Als zusätzliche Maßnahme bei Schwellungen eignen sich Druckverbände durch elastische Bandagen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, die Bandagen nicht zu fest anzulegen. Zusammengefasst werden die Allgemeinmaßnahmen bei einer Bänderdehnung unter der PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlegen).

Eine Bänderdehnung ist meist mit nur vorübergehenden Beeinträchtigungen verbunden und heilt in den meisten Fällen ohne Komplikationen aus. Es empfiehlt sich jedoch in jedem Fall bei einem Verdacht auf Bänderdehnung zur Sicherheit einen Facharzt aufzusuchen. Nur dieser kann letztlich schwerere Bandverletzungen wie Bänderanrisse und Bandrupturen oder gar Knochenbrüche ausschließen und eine Bänderdehnung mit Sicherheit diagnostizieren. Sind die durch die Bänderdehnung verursachten Beschwerden abgeklungen kann das Gelenk in den meisten Fällen wieder normal belastet werden.

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Vorbeugung

Da eine Bänderdehnung meist durch einen Unfall verursacht wird, kann man ihr nur bedingt vorbeugen. Es gibt jedoch einige Vorkehrungen die getroffen werden können um das Risiko einer Bänderdehnung möglichst gering zu halten.

Zunächst sollten sportliche Aktivitäten an den körperlichen Allgemeinzustand angepasst sein. Zur Vorbeugung von Banddehnungen empfiehlt es sich vor dem Sport die Muskeln gründlich aufzuwärmen und den Bandapparat durch regelmäßige Übungen zu dehnen.

Kleidung sowie Schuhwerk sollten der Sportart angemessen sein, unter Umständen empfiehlt sich das Tragen von Schutzkleidung. Sollten Bänder und Gelenke bereits vorbelastet sein besteht die Möglichkeit diese durch spezielle Bandagen zu entlasten und so einer erneuten Bänderdehnung vorzubeugen.

Schädigungen von Gelenkseitenbändern werden oft übersehen oder nicht ernst genommen. Wird das entsprechende Gelenk nur ungenügend ruhiggestellt so kann dies eine Funktionsbehinderung durch Instabilität nach sich ziehen, was in der Folgezeit schon bei geringfügigen Anlässen zu erneuten Bänderdehnungen und schlimmeren Verletzungen führen kann.

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