Missempfindungen im Gesicht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
Gesundpedia.deSymptome Missempfindungen im Gesicht

Missempfindungen im Gesicht können sehr seltsam sein. Bei Sensibilitätsstörungen werden äußerliche Reize nicht mehr oder auf eine veränderte Art wahrgenommen. Sie können den gesamten Körper betreffen und somit ebenfalls im Gesicht auftreten. Zu den Missempfindungen gehören unterschiedliche Symptome wie Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Missempfindungen im Gesicht?

Für die Wahrnehmung von Reizen sind Nerven, Sensoren und Rezeptoren verantwortlich. Diese erkennen den äußeren Druck und leiten die Information schließlich ans Gehirn weiter. Kommt es zu Missempfindungen, so liegt das Problem meistens bei den Nerven. Betroffene verspüren ein Kribbeln, ohne dass ein äußerlicher Reiz vorliegt oder die Haut fühlt sich taub an, die physisch existierenden Reize werden nicht erkannt.

Das Gehirn verarbeitet die durch die Sinnesorgane aufgenommenen Reize, sodass die betroffene Person sie spürt. Dabei werden die eventuellen Reize in unterschiedliche Klassen unterteilt. Hierbei handelt es sich um mechanische Reize, Temperatur- und Schmerzempfinden, sowie Bewegungs- und Lageempfinden. Erste Anzeichen für eine Missempfindung im Gesicht ist das Auftreten von Jucken, Kribbeln und Brennen. Wärme- und Kältemissempfindungen lassen den Eindruck erscheinen, dass die betroffene Körperstelle ungewöhnliche Wärme oder Kälte wahrnimmt. Besonders im Gesicht ist Vorsicht gewährt, wenn Sensibitätsstörungen auftreten. Taubheitsgefühlen können einen Schlaganfall vorwarnen.

Ursachen

Da die Nerven für Empfindungen verantwortlich sind, liegt der Ursprung von Missempfindungen meistens auch bei ihnen. Tritt ein Kribbeln auf, handelt es sich um einen Reiz, welcher nicht äußerlich erfolgt, sondern von geschädigten Nerven. Die Leitbahnen arbeiten überdurchschnittlich hoch und leiten Reize zum Gehirn, die physisch nicht existieren, wodurch das Kribbeln entsteht. Bei Taubheitsgefühlen hingegen liegt eine Unteraktivität der Nerven vor. Obwohl physische Reize entstehen, werden diese von den Sinnesorganen nicht wahrgenommen und zum Gehirn gebracht, wodurch betroffene Menschen die Empfindungen nicht erkennen.

Ein Taubheitsgefühl stellt sich ein. Missempfindungen der Nerven lassen sich meistens auf beschädigte Teile des betroffenen Nervs zurückführen. Häufig wird eine Störung dann verursacht, wenn der Nerv eingeklemmt wird und nicht mehr über genügend Platz verfügt. Im Gesicht können die Störungen jedoch auch von Verbrennungen oder Unterkühlungen kommen. Tumore am Gleichgewichts- und Gehörnerv begünstigen Sensibilitätsstörungen genauso wie bestimmte Krankheiten. Zu diesen gehört Multiple Sklerose.

Sind bestimmte Nerven schwer beschädigt, so kann eine gesamte Gesichtshälfte einer Lähmung unterliegen. Meistens handelt es sich dann um eine Fazialisparese, die Lähmung des Gesichtsnervs. Verletzungen an der Hals-Wirbelsäule können ebenfalls zu Missempfindungen im Gesicht führen, nicht immer kann die Schädigung im unmittelbaren Ort der Sensibilitätsstörung lokalisiert werden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei der Diagnose helfen bereits die klassischen Anzeichen wie Kribbeln und das komplette oder teilweise Fehlen von Empfindungen. Vor der körperlichen beziehungsweise neurologischen Untersuchung geben Fragen einen ersten Verdacht. Der Patient muss erläutern können, seit wann die Missempfindungen existieren und ob sie das Sprachvermögen einschränken. Zudem sollte geklärt werden, wann genau die Störungen auftreten.

Anschließend untersucht der Arzt die Ausprägung der vorliegenden Missempfindung. Dies geschieht oft durch die Nadel-Stichprobe, bei welcher mehrere Nadelstiche in die Haut gesetzt werden, um zu kontrollieren, wie weit das Schmerzempfinden ausgeprägt ist. Die Feststellung einer Senisbilitätstörung, wie sie durch mechanische Tests leicht zu klären ist, reicht für die gesamte Diagnose jedoch nicht aus. Je nachdem, welcher Verdacht vorliegt, folgen Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Allergietests oder verschiedene Tomographien.

Behandlung und Therapie

Die Therapie kann erst erfolgen, wenn die Ursache der Störung bekannt ist. Dann muss ebendiese behandelt werden, damit auch die Missempfindungen verschwinden. Ein eingeklemmter oder gereizter Nerv benötigt selten einer bewussten Therapie im Gesicht. Meistens handelt es sich hierbei um ein vorübergehendes Symptom, das ohne spezielle Therapie von alleine verschwindet. Dann braucht der Nerv lediglich Zeit, um sich zu beruhigen und selbst zu regenerieren.

Stecken Krankheiten wie Multiple Sklerose, Tumore oder Schlaganfälle hinter den Symptomen, müssen diese fachgerecht behandelt werden. Auch Gesichtsschmerzen verbergen tiefere Erkrankungen, die zur Linderung der Missempfindungen einer Therapie bedürfen. Zu diesen gehört eine fachgerechte Behandlung von Dysfunktionen der Kaumuskulatur sowie des Kiefers, Nasennebenhöhlenentzündungen oder von Verspannungen der Nackenmuskulatur.

Gesichtsschmerzen können ebenfalls dann entstehen, wenn der Hirnnerv einem Druck ausgesetzt ist. Dies geschieht durch Erkrankungen innerhalb des Schädels, die vom jeweiligen Spezialisten behandelt werden müssen. Ein Beispiel hier ist die Existenz eines Hirntumors, der je nach seiner Schwere durch eine alleinige Strahlentherapie oder eine vorangegangene Operation minimiert werden sollte.

Ist ein Vitaminmangel, wie beispielsweise der von Vitamin B12 für Missempfindungen verantwortlich, muss dieser ausgeglichen werden. Das gelingt durch die Supplementierung des Vitamins, entweder über Tabletten oder über Injektionen. Herpesinfektionen, welche die Empfindungen im Gesicht in Form von Gürtel- und Gesichtsrose beeinflussen können, müssen gelindert werden. Bei Herpes handelt es sich um einen Virus, der in bestimmten menschlichen Zellen überlebt und nicht geheilt werden kann. Es ist lediglich möglich, eventuelle Ausbrüche zu kontrollieren.

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Vorbeugung

Bei der Vorbeugung von Missempfindungen hilft ein gesunder Lebensstil mit einer Kombination aus genügend Vitaminen und Mineralstoffen sowie regelmäßiger Bewegung. Die Flüssigkeitszufuhr sollte den individuellen Begebenheiten angepasst sein und übermäßiger psychischer Stress vermieden werden.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen des Kiefers können dazu beitragen, eventuelle Dysfunktionen oder Einschränkungen frühzeitig zu erkennen. Wenn möglich sollte die Übertragung des Herpesvirus auf Menschen, die ihn noch nicht in sich tragen, vermieden werden. Übertragen wird dieser beispielsweise über Körperflüssigkeiten wie Speichel.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Janke kommentierte am 10.12.2015 um 22:30 Uhr

Ich habe in unregelmäßigen Abständen (Wochen bis Monate) ein Gefühl, als ob sich ein Spinnennetz über meine linke Gesichtshälfte ausbreitet. Nach mehrmaligen wischen ist es dann auch wieder weg. Was bitte kann das sein?