Müde Augen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Müde Augen

Fast jeder Mensch kennt müde Augen, sie können unterschiedlich schnell und in verschiedener Ausprägung auftreten. Müde Augen können rasch verschwinden oder zu einem dauerhaft lästigen Problem werden. Die Ursachen dafür können sehr vielschichtig sein. Häufig ist jedoch eine Überanstrengung der Augen durch z.B. Fehlsichtigkeit, Bildschirmarbeit oder Schlafmangel der Grund für müde Augen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind müde Augen?

Das Symptom der müden Augen kommt in der Allgemein- und auch Facharztpraxis sehr häufig vor. Nur alleine wegen müder Augen suchen Patienten allerdings selten einen Arzt auf. Müde Augen werden auch als Augenringe oder Augenschatten bezeichnet. Das Phänomen bildet sich in der Regel kreisförmig um beide Augen, der Arzt spricht auch von sogenannten halonierten Augen.

Müde Augen können harmlos sein, aber Symptom von ernst zu nehmenden chronischen Krankheiten. Wer dauerhaft unter müden Augen leidet, wird nach vielen erfolglosen Therapiemaßnahmen oft versuchen, die betroffenen Stellen zu überschminken, doch damit ist das Problem natürlich nur kosmetisch und vorübergehend gelöst.

Ursachen

Die Ursachen von müden Augen oder Augenringen sind sehr vielfältig. Alleine aufgrund der Augenanatomie reichen bereits leichte Ursachen aus, um Augen müde aussehen zu lassen. Die unschönen Augenschatten können sich aufgrund der Tatsache herausbilden, dass das gesamte Hautareal um die Augen herum nur wenig Fettgewebe aufweist und zudem sehr dünn ist. Deshalb schimmern die feinen Blutgefäße unter der Haut in diesem sensiblen Bereich sehr schnell nach außen hin durch.

Leichte lokale Durchblutungsstörungen, wie sie beispielsweise nach langen Feiern mit viel Alkohol oder wenig Schlaf auftreten, reichen bereits aus, um voll ausgeprägte müde Augen zu erzeugen. Neben Müdigkeit, Stress, Schlafmangel oder Genussmittelkonsum können halonierte Augen auch durch Bindehautentzündungen ausgelöst werden.

Müde Augen sind häufig auch Ausdruck eines Mangels an Vitaminen, Melanin oder Eisen. Außerdem führen auch sogenannte Tränensäcke zu geschwollenen, müden Augen. Müde Augen können auch auf Medikamentenmissbrauch oder zehrende Allgemeinerkrankungen wie Krebs oder Muskeldystrophie hinweisen. In jedem Fall sollte jede Augenverschattung, die länger als 2 Wochen sichtbar ist, Grund genug sein, eine ärztliche Diagnose herbeizuführen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Anhand des visuellen Befundes wird es für den Arzt nicht schwer sein, müde Augen auf den ersten Blick zu diagnostizieren. Die Schwierigkeit besteht im weiteren diagnostischen Prozess darin, die genaue Ursache herauszufinden, sodass eine verlässliche Prognose zu Therapie und Verlauf möglich wird. Die Anamnese, die eingehende Befragung des Patienten, liefert bereits wertvolle Hinweise für das weitere diagnostische Vorgehen. Müde Augen sind immer Ausdruck einer mangelnden Durchblutung der Augenpartie.

Aufgrund des Ausmaßes der lokalen Minderdurchblutung können verlässliche Diagnosen gestellt werden. Ist ein Patient starker Raucher, so werden halonierte Augen zweifelsfrei damit in direktem Zusammenhang stehen. Es ist bekannt, dass ein lokaler Mangel an Sauerstoff Augenschatten auslöst. Dies wiederum kann ein erster Hinweis auf chronischen Alkoholkonsum oder Schlafmangel sein. Schlafmangel wiederum ist oftmals Ausdruck von Stress durch berufliche oder familiäre Überlastung. Ob ein Nährstoffmangel, eine Anämie oder eine andere Allgemeinerkrankung als Ursache für müde Augen infrage kommt, lässt sich sehr einfach durch erweiterte Diagnostik in Form von Blutuntersuchungen oder bildgebenden Verfahren feststellen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von müden Augen sollte stets ursachenbezogen, also kausal, erfolgen. Bei nicht bekannter Ursache sollte eine symptomatische Therapie halonierter Augen erfolgen, um den Leidensdruck des Patienten zu minimieren. Ist ein Mangel an Nährstoffen ursächlich für müde Augen, so werden diese nach Auffüllen der Nährstoffdepots auch schnell wieder verschwinden. Neben der oralen Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten hat sich zur adäquaten Behandlung auch die Infusionstherapie erfolgreich gezeigt.

Bindehautentzündungen, infolge derer müde Augen auftreten können, werden mit antibakteriellen Salben behandelt, schon bald werden die Augenschatten wieder verblassen. Sind müde Augen genetisch bedingt oder ein Symptom hohen Alters, dann kann nur kosmetisch behandelt werden. Vitaminpullen und Cremes können in die schattierten Augenpartien vorsichtig einmassiert werden, um müde Augen nach außen hin verblassen zu lassen oder aufzuhellen.

Alternativ kann auch das vorsichtige Auflegen von Teebeuteln für Abhilfe sorgen. Wenn alle Maßnahmen unwirksam bleiben, oder sich halonierte Augen nicht genügend aufhellen lassen, so gibt es eine ganze Reihe von Make-up-Produkten oder Abdeckstiften, um müde Augen und Augenschatten vorübergehend wegzuschminken.



Vorbeugung

Da müde Augen häufig lebensstilbedingt sind, sollte, wer nur gelegentlich darunter leidet, eine gesündere Lebensweise anstreben im Sinne von weniger Stress, ausreichend Schlaf und dem Verzicht von Nikotin und Alkohol. Neben der gesunden Ernährung spielt zur Vermeidung müder Augen auch eine ausreichende tägliche Flüssigkeitszufuhr eine wichtige Rolle. Gerade ältere Menschen neigen dazu, über den Tag verteilt zu wenig zu trinken. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit klarem Wasser polstert die Haut auf und sorgt für einen frischen Teint.

Erwachsene Menschen benötigen mindestens 7 Stunden Schlaf mit ausreichender Schlafqualität. Menschen mit müden Augen sollten sich nicht zu spät schlafen legen, da sich sonst die Tiefschlafphasen verkürzen, die für einen erholsamen Schlaf unerlässlich sind. Es gibt im Fachhandel spezielle Kosmetika zur Vorbeugung müder Augen. Diese enthalten einen hochkonzentrierten Nährstoffmix, der speziell auf die Erfordernisse der Augenpartie mit ihrer dünnen, empfindlichen Haut abgestimmt ist.

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