Geschwollene Augen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Juli 2017
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Geschwollene Augen bzw. Augenlider können die Folge vielfältiger Faktoren sein. Viele Menschen kennen das Problem verquollener Augen am Morgen. Häufig ist Schlafmangel oder übermäßiger Konsum von Alkohol bzw. anderen Genussmitteln der Grund für die Beschwerden. Allerdings können dicke Augenlider auch das Symptom einer Krankheit sein. Zur Behebung zugeschwollener Augen ist zunächst eine sorgfältige Diagnose entsprechender Ursachen notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Augen?

Geschwollene Augen bzw. Augenlider haben viele Menschen im Laufe ihres Lebens einmal erlebt. Die Augen können dabei verschiedene Formen annehmen; abhängig ist dies unter anderem von den jeweiligen Ursachen und der allgemeinen Konstitution des Betroffenen. Die Schwellung kann an einem Auge, aber auch beidseitig auftreten.

Die Beschwerden können nur vorübergehend (z.B. morgens nach dem Aufstehen), oder dauerhaft auftreten. Häufig sind verquollene Augen für die Betroffenen ein rein kosmetisches Problem. Allerdings können permanent geschwollene Augen auch auf ernstzunehmende Grunderkrankungen hindeuten.

Ursachen

Mögliche Ursachen für geschwollene Augen sind vielfältig. Häufig kann das äußere Erscheinungsbild des Auges Aufschluss geben über die zugrunde liegenden Ursachen geben. Eine abschließende Ursachenbestimmung sollte grundsätzlich aber einem Facharzt überlassen werden.

Zeigen sich beidseitig geschwollene Augen beispielsweise morgens nach dem Aufstehen, um im Laufe des Tages wieder abzuschwellen, können mögliche Ursachen in einem Schlafmangel oder übermäßigem Alkoholkonsum liegen.

Einige Menschen leiden unter anhaltend geschwollenen Augen; dieses Erscheinungsbild kann beispielsweise in einer ungesunden Ernährung oder einem ungeeigneten Arbeitsumfeld begründet sein. Ebenso möglich sind bei ständig geschwollenen Augen aber auch zugrunde liegende Erkrankungen oder Allergien.

Bei einigen Personen zeigen sich morgendliche geschwollene Augen lediglich in unregelmäßigen Zeitabständen. Eine mögliche Ursache für ein solches Beschwerdebild liegt in einem sogenannten Lymphstau, bei dem Lymphflüssigkeit zu Schwellungen am Auge führt.

Ist bei geschwollenen Augen lediglich ein Auge betroffen, kann unter anderem eine Reizung oder eine Entzündung der Bindehaut vorliegen. Infrage kommt in diesem Fall außerdem ein Fremdkörper, der in das Auge eingedrungen ist und hier zu einer Schwellung führt.

Wann zum Arzt?

Geschwollene Augen am Morgen sind oft ein Zeichen von Schlafmangel und bilden sich innerhalb weniger Stunden zurück. Über längere Zeit andauernde Schlafstörungen können durch Stress, psychische Belastungen oder körperliche Erkrankungen ausgelöst werden: Ein Arztbesuch hilft, die Ursache herauszufinden und zu behandeln.

Treten geschwollene Augen auch bei ausreichend Schlaf auf, stecken häufig Allergien gegen Pollen oder Hausstaubmilben dahinter. Daran sollte vor allem gedacht werden, wenn weitere Symptome wie eine laufende Nase, Hustenreiz oder Atemnot dazukommen. Allergien auf Kosmetika treten oft gemeinsam mit Augenjucken und Rötungen auf.

Gelingt es nicht, den Allergieauslöser selbst herauszufinden und bestmöglich auszuschalten, kann der Arzt einen Allergietest durchführen. Rote, geschwollene und tränende Augen können Anzeichen für eine durch Viren oder Bakterien ausgelöste Bindehautentzündung sein. Helfen Augentropfen aus der Apotheke nicht, verschlechtert sich die Augenentzündung unter der Selbstmedikation oder tritt Eiter aus, sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.

Ein Arztbesuch ist auch dann anzuraten, wenn geschwollene Augen mit Sehstörungen, allgemeinem Unwohlsein, starken Kopfschmerzen, einem Druckgefühl oder Schmerzen verbunden sind. Auch bei einem scheinbar ohne Grund unvermittelt zuschwellendem Auge sollte umgehend ärztliche Behandlung in Anspruch genommen werden.

Diagnose und Verlauf

Zu diagnostizieren sind geschwollene Augen in der Regel bereits durch das äußere Erscheinungsbild der betroffenen Augen. Häufig kann es sinnvoll sein, bei geschwollenen Augen einen Augenarzt aufzusuchen, der die Ursache diagnostizieren kann. Besonders wichtig ist eine genauere Diagnose, wenn die Beschwerden, mit Schmerzen, Rötungen oder Juckreiz am Auge bzw. dem Augenlid verbunden sind.

Aufgrund einer äußeren Betrachtung geschwollener Augen und nach einem umfassenden Patientengespräch wird ein Mediziner in der Regel zunächst eine Verdachtsdiagnose bzgl. möglicher Ursachen stellen. Eingehendere augenärztliche Untersuchungen können eine entsprechende Diagnose bei geschwollenen Augen bestätigen.

Der Verlauf geschwollener Augen hängt unter anderem maßgeblich ab von den zugrunde liegenden Ursachen ab. Sind geschwollene Augenlider das Symptom einer Krankheit, so hängt der Verlauf außerdem von Faktoren, wie dem frühzeitigen Beginn einer angemessenen Behandlung, ab.

Komplikationen

Geschwollene Augen haben verschiedene Ursachen und diese können unterschiedliche Komplikationen verursachen. Typisch verursachen Allergie eine Schwellung des Auge. Neben eher ungefährlichen Symptomen wie einer laufenden Nase oder Rötung der Haut, kann es auch weitaus gefährlichere Komplikationen mit sich tragen, wie einer Verengung der Atemwege, so dass es zu einer Atemnot kommt, sowie einem starken Abfall des Blutdrucks im Rahmen eines anaphylaktischen Schocks. Dieser Zustand muss sofort medizinisch behandelt werden, da er bis hin zum Herz- und Kreislaufstillstand führen kann.

Ein Gerstenkorn führt zu einer Entzündung im Augenbereich und heilt normalerweise spontan nach einigen Tagen komplett aus. In den seltensten Fällen kann es zu einer Abszessbildung im Bereich des Auges kommen. und so zusätzlich zu einer Entzündung des Augapfels führen. Dies kann zu einer Beeinträchtigung der Sehkraft führen und im allerschlimmsten Fall zur Erblindung auf dem entsprechenden Auge. Ähnliche Komplikationen hat auch das Hagelkorn. Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann es zu Superinfektionen kommen, wenn neben der Grunderkrankung zusätzliche Krankheitserreger das Auge infizieren. In einigen Fällen kann es zur Vernarbung kommen, so dass auch hier eine Beeinträchtigung der Sehkraft vorliegt, die in eine Erblindung enden kann. Vernarbt das Gewebe im Bereich der Tränengänge, so kann das Auge nicht mehr richtig befeuchtet werden und trocknet aus, wobei es damit anfälliger für Infektionen wird.

Behandlung und Therapie

Ebenso wie der Verlauf geschwollener Augen hängt auch eine erfolgreiche Behandlung unter anderem ab von den Ursachen ab. Sind geschwollene Augenlider die Folge von Erkältungserkrankungen, so kann eine Behandlung mit erkältungslindernden Mitteln und körperlicher Schonung erfolgen.

Zeigen sich geschwollene Augen in Reaktion auf Allergien bzw. Unverträglichkeiten, so liegt ein erster Schritt in der Regel darin, die allergieauslösenden Stoffe zu identifizieren.

Unterstützend kann mit Augensalben oder -tropfen behandelt werden, die die allergischen Reaktionen hemmen. Zu diesen entsprechenden Wirkstoffen zählen sogenannte Antihistaminika.

Führen bei einem Betroffenen bekannte allergische Reaktionen auf Daunen oder Milben zu geschwollenen Augen, kann diese Ursache beispielsweise durch den Einsatz von Luftfiltern oder anti-allergischer Bettwäsche behoben werden.

Sind geschwollene Augen die Folge von Schlafentzug ein, kann es hilfreich sein, die Augenpartie zu kühlen. Dies ist etwa möglich durch die Anwendung von Kältekompressen. Auch Hausmittel wie etwa abgekühlte Teebeutel oder Gurkenscheiben können in diesen Fällen zu einer Linderung beitragen.

Von der Anwendung dieser genannten Hausmittel raten Experten allerdings ab, wenn geschwollene Augen mit entzündlichen Prozessen einhergehen. Zur Bekämpfung entzündeter Augen stehen einem Augenarzt beispielsweise verschiedene Augentropfen oder -salben mit entzündungshemmender Wirkung zur Verfügung.

Liegen andere Grunderkrankungen wie etwa Störungen von Niere oder Schilddrüse zugrunde, ist in der Regel eine ursächliche Therapie dieser Grunderkrankungen durch einen Facharzt notwendig, um geschwollene Augen zu bekämpfen.



Aussicht und Prognose

In vielen Fällen stellen geschwollen Augen kein gefährliches oder schlimmes Symptom dar. Sie können auch durch eine zu hohe Belastung oder durch eine Übermüdung auftreten und verschwinden dann in der Regel wieder, wenn sich der Betroffene ausgeruht und geschlafen hat. In den meisten Fällen kommt es dabei zu einem schnellen und positiven Krankheitsverlauf. Weiterhin können die geschwollenen Augen auch im Alter auftreten und stellen auch hierbei eine gewöhnliche Beschwerde dar. Diese kann allerdings nicht direkt behandelt werden, hat aber auch keinen besonderen negativen Einfluss auf die Sehkraft der Betroffenen. Dabei kommt es in der Regel nicht zu einer Selbstheilung.

Auch bei einer Erkältung können die Augen angeschwollen sein. Dabei verschwindet die Schwellung wieder, wenn die Grippe oder die Erkältung besiegt wurde. Im Falle einer Augengrippe oder einer anderen Krankheit an den Augen ist eventuell ein Besuch beim Arzt notwendig. Dieser sollte vor allem dann durchgeführt werden, wenn die Schwellung an den Augen plötzlich und ohne besonderen Grund auftritt. Im schlimmsten Falle kann der Betroffene durch eine bestimmte Grunderkrankung vollständig erblinden.

Vorbeugung

Um verquollene Augen und Augenlidern im Vorfeld zu verhindern, empfiehlt es sich in der Regel, Risikofaktoren zu vermeiden, die zu dicken Augen führen können. So können beispielsweise ausreichender Schlaf, mäßiger Alkoholkonsum und eine ausgewogene Ernährung geschwollenen Augen vorbeugen.

Sind andere Grunderkrankungen die Ursache, ist es sinnvoll, entsprechende Erkrankungen ausreichend therapieren zu lassen. Liegen Allergien zugrunde, ist eine genaue Bestimmung der allergieauslösenden Faktoren sinnvoll. Das Tragen von Schutzbrillen können Verletzungen, die zu geschwollenen Augen führen, vorbeugen.

Bücher über geschwollene Augen

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wutta, H.P., Brucker, K.: Theorie und Praxis der Augen-Akupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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