Bindehautentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Dezember 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung, in der Medizin auch als Konjunktivitis bezeichnet, ist eine schmerzhafte Erkrankung des äußeren Auges mit rötlich verfärbtem Augapfel, ringförmiger Bindehautschwellung und Fremdkörpergefühl im Auge. Die hochansteckende Keratokonjunktivitis epidemica ist die häufigte Form der Bindehautentzündung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis)?

Die häufigste und bekannteste Form der Bindehautentzündung ist die Keratokonjunktivitis epidemica, also die epidemische Variante der Bindehautentzündung. Sie ist in der Regel harmlos, tritt in allen Altersgruppen auf und beginnt meist mit einem geröteten Auge. Für den Betroffenen ist die Bindehautentzündung eine sehr lästige Angelegenheit, die jedoch innerhalb weniger Tage folgenlos ausheilt.

Es gibt neben der viralen Form auch eine bakterielle und eine allergische Konjunktivitis.

Eine Bindehautentzündung kann eine Reaktion auf eine Austrocknung des Auges sein, häufiger jedoch wird die Erkrankung durch Bakterien bzw. Viren verursacht oder tritt als Folge einer Allergie auf. Auslöser können auch chemische Substanzen, Rauch, Zugluft oder Fremdkörper im Auge sein.

Bakteriell oder viral bedingte Bindehautentzündungen sind ansteckend, während bei allergiebedingten Bindehautentzündungen keine Ansteckungsgefahr besteht. Nach einer Infektion ist dringend auf gute Hygienemaßnahmen zu achten, da eine Bindehautentzündung höchst ansteckend ist.

Ursachen

Grund für die Bindehautentzündung sind in der Regel die Adenoviren, welche die Entzündung hervorrufen. Da dieses Virus höchst ansteckend und sehr umweltresistent sind, reicht bereits ein Augenreiben mit der Hand, um die Krankheitserreger von einem Auge ins andere zu übertragen, sodass am Ende oft beide Augen betroffen sind.

Ebenso leicht erfolgt die Ausbreitung auf andere Personen, sodass Erkrankte stets sorgfältig mit ihren Händen umgehen und sich des Öfteren waschen oder desinfizieren sollten.

Weitere Ausbreitungswege der Viren sind gemeinsam benutzte Handtücher, Gegenstände, die mit den Augen in Berührung kommen (Fotoapparate, Spielzeug zum Durchsehen wie Kaleidoskope usw.) oder auch Schwimmbadwasser.

Von der zweiten Form der Bindehautentzündung – der allergischen Konjunktivitis sind vor allem die Pollen-Allergiker betroffen, bei denen die alljährliche allergische Reaktion fast immer auch mit einer Bindehautentzündung verbunden ist.

Symptome und Verlauf

Die hoch ansteckende Keratokonjunktivitis epidemica verläuft im Allgemeinen nach dem folgenden Schema:

Etwa eine Woche nach Ansteckung mit den Viren tritt eine Rötung der Augen bzw. der Bindehaut auf, es folgen typische Symptome wie brennende und juckende Augen, Schwellung der Bindehaut, Lymphknotenschwellung vor dem Ohr, Lichtscheu bzw. Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss und ein Fremdkörpergefühl im Auge.

Insbesondere bei letzterem Symptom berichten Betroffene häufig über das Gefühl Sand im Auge zu haben, der beim Augenzwinkern spürbar wird. Die Augenlider sind ebenfalls oft angeschwollen.

Nach etwa einer Woche kommt es dann oftmals auch zu einer Entzündung der Hornhaut direkt vor der Linse, was zu einer Trübung führen kann, die teilweise noch über Wochen anhält. Im Allgemeinen kommt es dann aber zur kompletten Ausheilung.

Rote, brennende, juckende und geschwollene Augen als typisches Symptom einer Bindehautentzündung.

Diagnose

Eine Bindehautentzündung macht sich durch Brennen, Jucken und einer Rötung des Auges bemerkbar. Häufig empfinden Betroffene auch ein Druckgefühl und das Auge tränt, sondert zähes bis eitriges Sekret ab und ist lichtempfindlich.

Welche Ursache für eine Bindehautentzündung zugrunde liegt, kann ein Arzt durch eine Untersuchung des Auges mithilfe der sogenannten Spaltlampe feststellen. Dabei wird das Auge vergrößert durch eine bestimmte Beleuchtung betrachtet; anhand der Rötung des Auges kann bestimmt werden, ob nur die Bindehaut oder auch anderes Augengewebe, etwa die Iris, betroffen ist.

Ein Allergietest gibt darüber Aufschluss, ob die Bindehautentzündung durch eine Überempfindlichkeitsreaktion hervorgerufen wurde. Um eine virale oder bakterielle Bindehautentzündung zu diagnostizieren, wird ein Bindehautabstrich genommen, wodurch der Erreger bestimmt werden kann. Steht die Ursache fest, kann die dementsprechende Therapie eingeleitet werden.

Behandlung und Therapie

Augensalben oder -tropfen können die Beschwerden einer Bindehautentzündung lindern.

Eine spezielle Therapie oder Impfungen gegen die virale Bindehautentzündung gibt es eigentlich nicht. Mit Augentropfen kann lokal behandelt werden, dadurch wird der Juckreiz und das Brennen gemildert.

Grundsätzlich sollte man die natürlichen Selbstheilungsprozess abwarten und darauf achten, dass man andere im selben Haushalt lebende Mitmenschen nicht ansteckt.

Das bedeutet vor allem, ein Berühren der eigenen Augen zu vermeiden. Man sollte möglichst nach jeder Berührung die Hände mit Wasser und Seife waschen, eigene Handtücher und Waschlappen benutzen und diese stets bei 60 Grad Celsius zu waschen.

Zudem ist es ratsam für die Dauer der Entzündung Desinfektionsmittel benutzen und öffentliche Badeanlagen zu meiden. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht bis zu zwei Wochen nach Symptombeginn.

Die allergische Bindehautentzündung ist ein Sonderfall, da hier die Bindehaut nicht im Vordergrund steht. Viel eher sollte auf mögliche Luftnotsymptome im Rahmen der Allergie geachtet und gegebenenfalls ein Arzt konsultiert werden.

Augentropfen können auch hier lindernd wirken, ansteckend ist die allergische Konjunktivitis natürlich nicht. Betroffene, die unter einer schweren Allergie leiden, können eventuell Antihistaminika oder eine Hyposensibilisierung als therapeutische Maßnahmen ausprobieren.

Eine bakterielle Konjunktivitis ist seltener und kann gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden. Im Einzelfall und wenn die Symptome länger als eine Woche andauern, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.



Bücher über Bindehautentzündung

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Bindehautentzündung?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Jürgen kommentierte am 27.08.2014 um 16:00 Uhr

Meine lästige Bindehautentzündung ist durch Zigarrenrauch verursacht. Ich habe ca. 15 Arten von Augentropfen, -gel oder -salben ausprobiert. Bisher halfen diese nur unwesentlich.