Kieferhöhlenentzündung

Letzte Aktualisierung am 4. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Man fühlt sich elend: Kopfschmerzen, Druckempfindlichkeit der Wangen, Fieber und ein Schnupfen, der nicht enden will. Doch Schuld daran ist längst nicht mehr nur eine banale Erkältung. Es hat sich eine Kieferhöhlenentzündung entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kieferhöhlenentzündung?

Kopfschmerzen beim Bücken sowie Schnupfen sind typische Symptome einer Kieferhöhlenentzündung.

Von einer Kieferhöhlenentzündung spricht man, wenn sich die Nasennebenhöhlen im oberen Bereich der Wangen entzündet haben. In den Gesichtsknochen befinden sich überall Hohlräume, die mit Schleimhäuten ausgelegt sind. Bei einer Erkältung besteht die Gefahr, dass der Schleim nicht richtig abfließen kann. Als Folge droht die Infektionsgefahr durch Bakterien.

Eine Kieferhöhlenentzündung tritt häufig auf. Die meisten Fällen sind akut, allerdings kann eine Kieferhöhlenentzündung auch chronisch werden. Während bei Kindern besonders häufig das Siebbein betroffen ist, leiden Erwachsene eher unter einer Kieferhöhlenentzündung.

Ursachen

Es gibt mehrere Gründe, die zu einer Kieferhöhlenentzündung führen können. In der Regel geht einer Kieferhöhlenentzündung eine Erkältung voraus, die nicht ausgeheilt ist. Der Schleim aus der Nase konnte nicht abfließen, nun staut er sich und wird von Bakterien besiedelt. Diese Bakterien verursachen die Entzündung in der Kieferhöhle.

Eine weitere Ursache sind Allergien. Auch hier wird zu viel produzierter Schleim nicht abtransportiert. Auch eine verkrümmte Nasenscheidewand kann zu einer Kieferhöhlenentzündung führen. Manchmal sind es die benachbarten Zähne, die ursächlich für diese Superinfektion sein können. Bei einer entzündeten Zahnwurzel kann leicht die Kieferhöhle betroffen sein. Auch Polypen in der Nase können eine Kieferhöhlenentzündung auslösen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Kieferhöhlenentzündung:

Es gibt ein eindeutiges Kennzeichen für eine Kieferhöhlenentzündung: Ein ungewöhnlich lange andauernder Schnupfen. Mit der Zeit treten weitere Symptome auf: Kopfschmerzen (besonders beim Bücken), Abgeschlagenheit und eine Reizung der Augen. Die Wangen unterhalb der Augen reagieren empfindlich auf Druck und Geruchs- und Geschmackssinn nehmen ab.

Der Ausfluss aus der Nase hat eine gelblich-grüne Farbe angenommen, er ist eitrig geworden. Auffällig ist, dass sich die Beschwerden durch Wärme kurzzeitig bessern, während Unterkühlung oder eine kalte Umgebung die Schmerzen verschlechtert.

Ist die Kieferhöhlenentzündung fortgeschritten, kommt auch Fieber hinzu. Da sich bei einer Kieferhöhlenentzündung die Schmerzen im Bereich der Wangen abspielen, könnte eine Verwechslung mit Zahnschmerzen auftreten. Aus diesem Grunde ist der Gang zum Arzt ratsam.

Diagnose

Da die Symptome einer Kieferhöhlenentzündung eindeutig sind, kann jeder selbst die Diagnose stellen. Befindet sich die Kieferhöhlenentzündung noch im Anfangsstadium, kann versucht werden, mit viel Ruhe, viel Trinken und heißen Dampfbädern die Erkrankung zum Abklingen zu bringen. Sollten sich die Beschwerden verschlimmern, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Anhand der Schilderungen wird er rasch die Diagnose stellen und die Behandlung der Kieferhöhlenentzündung einleiten. Nach spätestens 30 Tagen sollte die akute Erkrankung überstanden sein. Eine subakut bakterielle Kieferhöhlenentzündung kann auch 90 Tage bis zur Heilung benötigen.

Komplikationen

Eine frühzeitig erkannte Kieferhöhlenentzündung führt in aller Regel nicht zu Komplikationen. Bleib die Erkrankung jedoch unbehandelt oder wird nur unzureichend auskuriert, kann sich die Entzündung auf weitere Körperregionen ausbreiten. In der Folge entsteht oft eine chronische Kieferhöhlenentzündung. Diese ist wiederum mit starken Schmerzen, einem eingeschränkten Riechvermögen und langfristig auch mit Schädigungen der Kieferhöhlen verbunden. Wenn sich die Entzündung auf die Zähne ausbreitet, sind schwere Erkrankungen und Entzündungen im Mundraum die Folge.

Im schlimmsten Fall folgt eine Entzündung der Stirnhöhle oder der Nasennebenhöhle – beides mit weitere Komplikationen verbunden. Eine Ausbreitung auf die Augen- oder Ohrenregion hat ein eingeschränktes Seh- oder Hörvermögen sowie Zystenbildung zur Folge. Selten kommt es zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. Die operative Behandlung einer Sinusitis geht gelegentlich mit Blutungen, Wundheilstörungen und Nervenverletzungen einher. Die verordneten Medikamente können Nebenwirkungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Zudem können sich nach wiederholtem Einsatz von Schmerzmitteln und Nasenspray ein Suchtverhalten und schließlich eine Sucht entwickeln.

Behandlung und Therapie

Eine Kieferhöhlenentzündung benötigt in der Regel keine anderen Vorkehrungen als eine gewöhnliche Erkältung. Auf ausreichendes Trinken sollte ebenso geachtet werden wie auf körperliche Schonung und Bettruhe. Heiße Dampfbäder lassen den Schleim leichter abfließen. Abschwellende Nasensprays können das Ausheilen einer Kieferhöhlenentzündung beschleunigen.

Hält sich der Schleim extrem lange, sollten schleimlösende Präparate genommen werden, zum Beispiel Sinupret, Soledum, ACC oder Gelomyrtolkapseln. Wenn die Kieferhöhlenentzündung mit diesen Maßnahmen nicht vergeht oder sich gar verschlimmert, muss ein Fachmann konsultiert werden. Ist die bakterielle Entzündung durch den Arzt bestätigt, hilft oft nur ein Antibiotikum.

Zur Schmerzlinderung und bei Fieber sollten entsprechende Medikamente eingenommen werden. Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Belüftung zwischen Nase und Ohr stets funktioniert. Ist eine Allergie ursächlich für die Kieferhöhlenentzündung, sollten antiallergische Medikamente eingenommen und so schnell wie möglich weitere Maßnahmen (Desensibilisierung, Akupunktur) zur Besserung der allergischen Beschwerden unternommen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Kieferhöhlenentzündung chronisch wird.

Manchmal hilft auch ein kleiner chirurgischer Eingriff, wenn die Kieferhöhlenentzündung mehrmals wiederkehren. So sollten Nasenpolypen entfernt und eine schiefe Nasenscheidewand gerichtet werden, damit die Kieferhöhlenentzündung nicht zum Dauerproblem wird.

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Vorbeugung

Einer Kieferhöhlenentzündung kann man vorbeugen. So sollte viel getrunken und Unterkühlung vermieden werden. Damit aus einem normalen Schnupfen keine Kieferhöhlenentzündung entsteht, ist es wichtig, dass jede Erkältung bis zum Ende auskuriert wird. Ist der Schnupfen hartnäckig, helfen heiße Dampfbäder mit Kamille.

Weiterhin ist es ratsam, auf seine Ernährung zu achten. Das größte Lymphorgan des Menschen ist der Darm. Ist der Darm geschwächt, ist auch die Abwehr geschwächt.

Es ist bewiesen, dass mangelhafte Ernährung mit viel Fetten und wenig Vitaminen und Ballaststoffen die Abwehr schwächt. So kann sich aus einer banalen Erkältung viel leichter eine Kieferhöhlenentzündung entwickeln.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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