Zahnwurzelentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Juli 2015
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Von einer Zahnwurzelentzündung spricht man, wenn Karies den Zahnschmelz durchdringt und in das Innere des Zahnes gelangt. Die Nerven der Wurzelhöhle werden so gereizt und man spricht von einer Zahnwurzelentzündung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Zahnwurzelentzündung?

Die Zahnwurzelentzündung ist eine Erkrankung der Zähne, die durch Karies verursacht wird. Dieser greift zunächst den Zahnschmelz an und dringt schließlich bis zur Wurzelhöhle vor, wenn er nicht behandelt wird. Durch die Zahnwurzelentzündung werden die Zahnnerven gereizt; schlimmstenfalls können diese sogar absterben.

Die Zahnwurzelentzündung ist eine der am häufigsten auftretenden Erkrankungen der Zähne. Betroffen ist hier die Wurzel des Zahnes, jener Teil also, der in Ober- beziehungsweise Unterkiefer ragt. Während die Schneidezähne nur eine Zahnwurzel haben, können die Backenzähne über bis zu vier Zahnwurzeln verfügen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die hinteren Zähne deutlich häufiger von einer Zahnwurzelentzündung betroffen sind.

Ursachen

In der Regel ist eine Zahnwurzelentzündung eine unbehandelte Karies, welche eine Entzündung der Zahnwurzel auslöst. Bakterien greifen den Zahnschmelz und schließlich die Zahnwurzel an und verursachen so die schmerzhafte Wurzelentzündung.

Neben der Karies als häufigste Ursache einer Zahnwurzelentzündung kann auch eine Parodontitis diese begünstigen. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Ursachen, beispielsweise schief eingewachsene Weisheitszähne, welche das Zahnfleisch in der näheren Umgebung reizen.

Symptome und Verlauf

Eine Zahnwurzelentzündung ist eine langwierige Erkrankung, die im Anfangsstadium kaum Beschwerden verursacht. Erst wenn sich die Karies schon sehr weit ausgebreitet hat, kommt es zu einer Überempfindlichkeit der Zähne gegenüber warmen, kalten oder auch süßen und sauren Speisen. Ist die Karies bis in die Zahnwurzel vorgedrungen, kommt es ständig zu Zahnschmerzen und ein Besuch beim Zahnarzt wird unausweichlich.

Besonders auf Berührungen reagiert der betroffene Zahn meist mit heftigen Schmerzen. Diese Schmerzen werden schließlich so schlimm, dass sie bis zu den Augen oder Ohren hochziehen, was von den meisten Patienten als sehr unangenehm beschrieben wird. Einige Patienten verspüren zudem ein starkes Pochen im Inneren des Zahns. Zudem kann es passieren, dass Kinn und Wange anschwellen.

Neben Zahnschmerzen kann es bei einer Zahnwurzelentzündung jedoch auch zu einer Entzündung des Zahnfleisches kommen. Dieses ist gerötet und gereizt; bei einigen Patienten kann sogar Eiter austreten. Bei manchen Patienten wiederum verschwinden die Schmerzen nach einiger Zeit von selbst wieder: Dies ist jedoch häufig kein gutes Zeichen, da es bedeutet, dass der Zahnnerv abgestorben ist. Die Entzündung jedoch schreitet weiter voran und kann sich sogar zu einer Kieferentzündung ausbreiten.

Diagnose

Anhand der geschilderten Symptome erkennt der behandelnde Zahnarzt eine Zahnwurzelentzündung meist recht eindeutig. Auch Röntgenbilder helfen schnell, solch eine Zahnwurzelentzündung zu diagnostizieren.

Diese ist auf dem Röntgenbild als ein etwa erbsengroßer Schatten erkennbar. Eine ebenso beliebte Form der Diagnose ist der sogenannte Kältetest: Ein entzündeter Zahn reagiert auf Kälte sofort - allerdings auch nur dann, wenn der Zahn noch nicht abgestorben ist.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Zahnwurzelentzündung sollte so schnell wie möglich erfolgen, damit sich diese nicht auf andere Zähne ausbreiten kann. Schlimmstenfalls können auch andere Körperteile betroffen sein; eine dauerhafte Schwächung des Immunsystems beziehungsweise eine Herzmuskelentzündung sind nur zwei Folgeschäden einer unbehandelten Zahnwurzelentzündung.

Bei einer Entzündung der Zahnwurzel erfolgt in der Regel eine Wurzelbehandlung. Diese wird vom Zahnarzt in mehreren Teilschritten durchgeführt. Zunächst wird der Zahn geöffnet und das kranke Gewebe entfernt. Nun werden die sogenannten Wurzelkanäle gründlich gereinigt, um alle eventuell noch vorhandenen Bakterien zu entfernen. Im Anschluss wird der Zahnarzt eine Einlage, meist ein Antibiotikum, in den Zahn einfüllen und diesen provisorisch verschließen.

Treten danach keine Beschwerden mehr auf, wird der Zahn mit einer Wurzelfüllung verschlossen. Nicht bei allen Patienten ist eine Wurzelbehandlung erfolgreich. Nicht selten entstehen nach einer Wurzelbehandlung Eiterherde oder mit Flüssigkeit gefüllte Zysten, welche eine Wurzelspitzenresektion nötig machen.

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Vorbeugung

Vorbeugen kann man einer Zahnwurzelentzündung am besten dadurch, dass man Karies am Zahn verhindert. Besucht man mindestens zweimal im Jahr einen Zahnarzt, wird dieser eine eventuell vorhandene Zahnfäule schnell erkennen und behandeln, so dass diese sich nicht ausbreiten kann. Hat die Karies keine Chance in den Wurzelbereich eines Zahns vorzudringen, ist auch eine Zahnwurzelentzündung beinahe ausgeschlossen.

Ebenso ist eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt eine gute Vorbeugemaßnahme gegen eine Zahnwurzelentzündung. Auch die Zahnhygiene zu Hause spielt natürlich eine wichtige Rolle. Mindestens zweimal am Tag sollten die Zähne nicht nur geputzt, sondern auch die Zwischenräume der Zähne mit Zahnseide gereinigt werden. Der Kopf einer Zahnbürste muss mindestens alle zwei bis drei Monate gewechselt werden.

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