Kaliummangel (Hypokaliämie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juli 2015
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Ein Kaliummangel (Hypokaliämie) liegt vor, wenn sich zu wenig Kalium im Blutserum befindet. Dies kann verschiedenste Ursachen, wie etwa starken Elektrolytverlust bei Durchfällen, haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kaliummangel (Hypokaliämie)?

Bei einem Kaliummangel liegt eine zu niedrige Kaliumkonzentration im Blut vor. Es handelt sich dabei um eine Elektrolytstörung, bei der sich weniger als 3,5 mmol/l Kalium im Blut befinden. Kalium spielt eine wesentliche Rolle im menschlichen Stoffwechsel.

Zusammen mit Natrium ist Kalium an der Herzmuskeltätigkeit beteiligt. Kalium sorgt dafür, dass Muskel- und Nervenzellen auf Reize reagieren können, also erregbar sind. Bei der Regulation des Blutdrucks spielt Kalium ebenso eine wichtige Rolle. All diese Funktionen können bei einem Kaliummangel gestört sein. Eine Hypokaliämie kann in den meisten Fällen sehr gut behandelt werden und führt nur in Extremfällen zu lebensbedrohlichen Zuständen.

Ursachen

Für eine Hypokaliämie gibt es verschiedene Ursachen. Sehr häufig tritt sie auf, wenn dem Körper entweder nicht genügend Kalium durch die Nahrung zugeführt wird oder wenn der Körper Kalium verliert. Bei Erbrechen und Durchfällen, etwa im Rahmen einer Gastroenteritis, wird das Kalium durch den Wasserverlust mit aus dem Körper gespült.

Dasselbe kann geschehen, wenn Abführmittel missbräuchlich verwendet werden bzw. bei starkem Schwitzen, wenn mehr Kalium verloren geht wie aufgenommen wird. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn kann es ebenso zu einem Kaliummangel kommen. Es gibt auch Medikamente, welche als Nebenwirkung eine Hypokaliämie aufweisen. Dazu gehören etwa Diuretika mit entwässernder Wirkung.

Besonders bei älteren Menschen besteht die Gefahr, dass nicht genügend Kalium über die Nahrung aufgenommen wird. Ein Zuviel an Salz in der Nahrung sowie ein Zuwenig an Flüssigkeit können ebenso Ursachen für einen Kaliummangel sein. In beiden Fällen gerät der Natrium- Kalium Haushalt im Körper durcheinander.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Kalium ist besonders für das einwandfreie Funktionieren von Muskel- und Nervenzellen wichtig. Ein Kaliummangel kann zu einer breiten Palette an meist eher unspezifischen Symptomen führen. Dazu gehören zuallererst Müdigkeit und Erschöpfungszustände. Sehr häufig leiden Betroffene unter Kopfschmerzen, Schwindel sowie Konzentrationsstörungen.

Da Kalium für die Funktion der Muskeln wichtig ist, kann ein Mangel zur Muskelschwäche bis hin zu Lähmungserscheinungen führen. Typischerweise verursacht eine Hypokaliämie eine ausgeprägte Darmträgheit mit Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen. Dies führt zu einem Teufelskreis, da Betroffene häufig zu Abführmitteln greifen, welche den Kaliummangel durch den vermehrten Elektrolytverlust verstärkt, was wiederum zu einer Verstopfung führt.

Die am häufigsten zu beobachteten Symptome sind Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfe. Die Rhythmusstörungen des Herzens können bis zum Herzstillstand und damit zum Tod des Betroffenen führen. Dies ist jedoch äußerst selten und nur in sehr schweren, unbehandelten Fällen zu beobachten. Alles in allem ist eine Hypokaliämie gut zu behandeln.

Diagnose

Bei der Diagnosestellung bei Kaliummangel erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine Anamnese, um die Beschwerden des Patienten zu eruieren. Verstärkt sich dadurch der Verdacht auf einen Kaliummangel, stellt der Arzt spezifische Fragen über Ernährungsgewohnheiten, bereits bestehenden Krankheiten sowie der Einnahme von Medikamenten.

In weiterer Folge wird die Kaliumkonzentration im Blut durch eine Blutentnahme labortechnisch bestimmt. Ob eine Hypokaliämie vorliegt oder nicht kann auch durch einen Urintest ermittelt werden. Bei einem schwereren Kaliummangel zeigen sich im EKG typische Auffälligkeiten. Dazu gehören vor allem Extrasystolen aber auch Vorhofflimmern. Besonders wichtig bei der Diagnosestellung einer Hypokaliämie ist die Feststellung etwaiger weiterer Elektrolytmängel, die in zusammen mit dem Kaliummangel vorhanden sind.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Hypokaliämie erfolgt je nach Ursache und Schwere der Erkrankung. Handelt es sich um einen leichten Kaliummangel, ist es meist möglich diesen durch kaliumreiche Nahrung auszugleichen. Dazu gehören vor allem Getreide, Gemüse, Früchte und Nüsse. Zu den Spitzenreitern der Lebensmittel, was den Kaliumgehalt anbelangt, gehören Petersilie, Kartoffeln, Bananen und Trockenobst.

Auch Fleisch- und Fischgerichte enthalten Kalium, jedoch weniger als Gemüse und Früchte. Besonders zu beachten ist, dass Kalium eine wasserlösliche Substanz ist und beim Kochen von Obst und Gemüse ins Wasser abgegeben wird. Eine Therapie mit Nahrungsergänzungsmitteln ist nur eingeschränkt zu empfehlen, da dies nicht selten zu einem Übermaß an Kalium im Blut führen kann.

In geringer Dosierung und unter ärztlicher Aufsicht, können derartige Präparate jedoch durchaus erfolgversprechend sein. Eine kaliumhaltige Infusion wird nur in sehr schweren Fällen, etwa bei Herzrhythmusstörungen oder bei Patienten, bei denen die orale Kaliumaufnahme unmöglich ist, angewandt.

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Vorbeugung

Da besonders ältere Personen von Hypokaliämie betroffen sind, sollten diese auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und kaliumreiche Ernährung achten. Auch für jüngere Menschen, ist es empfehlenswert täglich etwa eineinhalb Liter Wasser, Fruchtsaft oder Kräutertee zu sich zu nehmen.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert bei Magen-Darmerkrankungen auf ausreichende Zufuhr von Elektrolyten und Wasser zu achten, um erst gar keinen Kaliummangel entstehen zu lassen. Wichtig ist es auch Gemüse und Obst nicht zu lange im Wasser zu kochen, damit das darin enthaltene Kalium nicht verloren geht.

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