Niere

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juni 2015
Gesundpedia.deAnatomie Niere

Die Niere ist ein Organ des Harnsystems, das paarig angelegt ist. Durch sie werden die Endprodukte des Stoffwechsels ausgeschieden und der Wasserhaushalt ausbalanciert.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Nieren befinden sich unterhalb des Zwerchfells und sind etwa 10 bis 12 cm lang und 5 bis 6 cm breit. Sie sind bohnenförmig und haben die Aufgabe, den Harn zu bilden bzw. das Säure-Basen-Gleichgewicht und den Wasser- sowie den Elektrolythaushalt zu regulieren.

Anatomie

Die Nieren mit Nebennieren

Die Nieren (Ren) haben die Form einer Bohne, wobei jede Niere ungefähr 120 bis 200g wiegt. Sie bestehen aus einem lateralen und medialen Rand, einer vorderen und hinteren Fläche sowie einem oberen und unteren Nierenpol. Am medialen Rand liegt der Nierenhilus, wo die Blutgefäße die Niere bzw. erreichen. Außerdem findet man hier auch das Nierenbecken.

Die Niere ist von einer bindegewebsartigen Kapsel überzogen, darunter liegt die Capsula adiposa, eine Fettschicht, die die Niere schützt. Mit der Atmung bzw. mit der Körperstellung ändert sich die Lage der Nieren. So liegen sie im Stehen tiefer als in liegender Position.

In jeder Niere befindet sich eine Arterie sowie eine Vene, durch die das Blut zur Vena Cava (untere Hohlvene) gelangt. Die Arterien versorgen Harnleiter, Nebenniere sowie die Fettkapsel mit Sauerstoff bw. Nährstoffen.

Jede Nierenarterie teilt sich vor dem Nierenhilus in mehrere Äste auf. Darüber hinaus besteht die Niere aus Nierenmark und Nierenrinde. Das Nierenmark setzt sich aus ungefähr 12 kegelförmigen Pyramiden zusammen, wobei die Basis zur Oberfläche der Niere zeigt. In der Spitze (Papille) findet man einige Öffnungen, durch sie wird der Harn ins Nierenbecken befördert. Über die Basis der Pyramiden stülpt sich die Nierenrinde.

Die Grundeinheit der Niere ist das Nephron, das aus Nierenkanälchen bzw. Nierenkörperchen besteht. Ein Nierenkörperchen ist ein Gebilde aus winzigen Blutgefäßen mit einem ab- bzw. zuführenden Gefäß. Ein Nierenkörperchen ist von einer Kapsel umschlossen, die sich aus zwei Blättern zusammensetzt. Die Wände der Blutgefäße haben große Poren, sodass das Blut gefiltert werden kann. Füßchenzellen verhindern, dass Eiweiß durchtritt. Am Gefäßpol liegt die so genannte Macula densa, wo die Kochsalzkonzentration des Harns gemessen wird.

Die Nierenkanälchen unterteilt man in unterschiedliche Abschnitte:

  • Überleitungsstück (Intermediärer Tubulus): Hier wird durch Kochsalzanreicherung der Harn konzentriert, wodurch Wasser aus dem Tubulsus ausströmt.
  • Mittelstück (Distaler Tubulus): Hier wird Kochsalz wiederaufgenommen und Kalium abgegeben.
  • Verbindungstubulus (Tubulus reuniens): Ist der letzte Abschnitt des Nephrons
  • Sammelrohr: Hier wird der Harn unter dem Einfluss des Hormons ADH endgültig konzentriert.
  • Vom Sammelrohr aus wird der Sekundärharn zum Nierenbecken bzw. über die Harnleiter in die Harnblase transportiert.

Funktion

Die Niere reguliert den Wasserhaushalt und den Blutdruck und ist an der Ausscheidung von giftigen bzw. harnpflichtigen Substanzen beteiligt. Das Blut wird durch kleine Poren in den Blutgefäßen gefiltert. Diese lassen keine Blutzellen bzw. Eiweiße passieren. Werden daher Eiweiße im Harn nachgewiesen, so kann dies auf eine Nierenerkrankung hinweisen.

Außerdem reguliert sie den Säure-Basen-Haushalt sowie den Elektrolytgehalt im Blut. Dadurch sorgen sie dafür, dass überschüssige Elektrolyte ausgeschieden werden und passen die Harnproduktion der Trinkmenge an. Darüber hinaus wird durch sie der ph-Wert im Blut reguliert, damit das Blut nicht zu alkalisch bzw. sauer wird.

Des Weiteren bildet die Niere unterschiedliche Hormone wie Calcitrol, Kinine, Renin oder Prostaglandine und ist an der Synthese von Traubenzucker beteiligt. Wie gut die Niere funktioniert, kann man anhand der Urinkonzentration bzw. Urinmenge abschätzen.

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Erkrankungen der Niere

In der Niere kann es zu unterschiedlichsten Erkrankungen kommen. So können hier bösartige Tumoren auftreten, wobei es sich hauptsächlich um Nierenzellkarzinome handelt. Nach schweren Verletzungen, Sepsis oder Schock kann es zu einem akuten Nierenversagen kommen. Die Symptome sind oft schleichend, sodass die Erkrankung sehr schwer erkennbar ist. Die Harnaussscheidung ist eingeschränkt, was zu Übersäuerung und einem Ansteigen von Kalium im Blut führt.

Ist eine Arterie durch ein Blutgerinnsel verstopft, so führt dies zu einem Niereninfarkt, das heißt, das Nierengewebe, das nicht mehr durchblutet wird, stirbt ab. Darüber hinaus können auch Nierensteine auftreten, die durch ein chemisches Ungleichgewicht des Urins entstehen.

Ein Nierenstein kann zu Koliken führen, die Betroffenen klagen über Schmerzen in der Lendengegend, Erbrechen und Übelkeit bzw. schmerzhaftem Harndrang.

Viele Nierenerkrankungen verursachen auch Folgebeschwerden wie Blutarmut, Bluthochdruck, eine Harnblasenentzündung und Blut im Urin.

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