Innere Unruhe (Nervosität)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
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Innere Unruhe und Nervosität hat jeder Mensch schon einmal erlebt. Allgemein wird damit ein Gefühl der Nervosität und Anspannung beschrieben. Innere Unruhe oder Nervosität kann sich nicht nur gefühlsmäßig bemerkbar machen, sonder äußert sich manchmal auch durch körperliche Anzeichen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Innere Unruhe (Nervosität)?

Innere Unruhe oder Nervosität ist ein Zustand der innerlichen Anspannung, der zu den psychovegetativen Beschwerden zählt. Nach außen zeigt sich die Nervosität durch verschiedene körperliche Reaktionen.

Verantwortlich für die gefühlsmäßigen und körperlichen Symptome ist das vegetative Nervensystem. Durch äußerlichen Stress werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, die das vegetative Nervensystem aktivieren und so das Gefühl der inneren Anspannung und Nervosität verursachen.

Ursachen

Vorübergehende Stresszustände, begleitet von Nervosität bzw. innerer Unruhe sind völlig natürliche und meist harmlose Vorgänge des Körpers. Durch die kurzzeitige Aktivierung des vegetativen Nervensystems wird der Körper in die Lage versetzt, einer starken Belastung standzuhalten und gerade dann Höchstleistungen zu erbringen.

Typische Beispiele für eine vorübergehende innere Unruhe bzw. Nervosität sind Prüfungsangst oder Nervosität vor persönlich wichtigen Ereignissen. Nach einer solchen Stressphase benötigt der Organismus jedoch eine Phase der Erholung, um wieder zu neuen Kräften zu kommen.

Sobald ein permanentes Druck- und Nervositätsgefühl besteht und die notwendigen Phasen der Erholung ausbleiben, hat dies für Körper und Geist Folgen.

In den meisten Fällen haben die, durch Nervosität ausgelösten allgemeinen Beschwerden keine körperlichen Ursachen. In manchen Fällen kann Nervosität jauch ein Symptom für bestimmte Erkrankungen sein. So kann eine Schilddrüsenüberfunktion zu Nervosität führen.

Symptome und Verlauf

Zunächst äußert sich innere Unruhe (Nervosität) durch das Gefühl der inneren Unruhe. Die natürliche Gelassenheit lässt nach oder geht komplett verloren. Von Nervosität betroffene Menschen leiden an dem Empfinden, permanent unter Druck zu stehen. Sie fühlen sich gehetzt und gestresst. Diese inneren Empfindungen äußern sich nach außen hin in zitternden Händen, Schweißausbrüchen oder Herzrasen und Augenzucken. Eine erhöhte Reizbarkeit ist typisch für nervöse Menschen.

Dauern die Beschwerden an, kommt es bei den Betroffenen zu Abgespanntheit, Niedergeschlagenheit, diffusen Sorgen und Versagensängsten. Die Leistungsfähigkeit lässt genau wie die Konzentrationsfähigkeit nach. Die Betroffenen fühlen sich schon bei geringen Anforderungen überfordert. Die innere Nervosität äußert sich körperlich durch Schlafstörungen und Appetitverlust. Kopf-, Rück- oder Magenschmerzen und Durchfall können sich einstellen. Auch das Immunsystem kann durch innere Nervosität geschwächt werden und die Infektionsgefahr steigt an.

Diagnose

In gewissen Stresssituationen reagiert nahezu jeder Mensch unruhig oder nervös. Ist eine solche Situation aber nicht gegeben und hält die Unruhe trotzdem länger an, sollte der Arzt konsultiert werden. Er kann durch diverse Diagnosemethoden den Grund dieses Zustandes erkennen.

Am Anfang jeder medizinischen Diagnose steht die Anamnese (Patientenbefragung). In diesem Fall frägt der Arzt nach:

  • Art und Dauer der Nervosität
  • Beginn der Unruhe
  • zusätzliche Beschwerden
  • Intensität der Nervosität
  • Medikamenteneinnahme oder Drogenmissbrauch

Die körperlichen Untersuchungen können ebenfalls Aufschluss über die Unruhe geben. Hier werden bestimmte Blutwerte untersucht. Wichtig sind hierbei der Blutzucker und die Schilddrüsenhormone T3 und T4. Bei einer möglichen Überfunktion der Schilddrüse kann es zu permanenter Unruhe kommen.

Weiterhin kann eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und der Leber vorgenommen werden. Auch eine Szintigraphie der Leber kann zur Diagniostik eingesetzt werden. Dabei soll eine mögliche Leberzirrhose erkannt werden. Sind die Beschwerden seelischer Natur bietet sich eine Psychotherapie an.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der inneren Unruhe bzw. Nervosität hängt generell immer von der Ursache ab. Sind Krankheiten wie eine Schilddrüsenerkrankung ursächlich Auslöser der Nervosität, muss diese Krankheit medizinisch behandelt werden.

Bei kurzzeitig auftretender Nervosität eignen sich vor allem pflanzliche Beruhigungsmittel zur Bekämpfung der inneren Unruhe. Zu den wichtigsten Substanzen gehören Baldrian, Melisse, Passionsblume und Johanniskraut. Auch wenn die pflanzlichen Präparate rezeptfrei zu erhalten sind, sollten sie dennoch nur nach Anweisung eingenommen werden.

Werden regelmäßig Medikamente (z.B. bei chronischen Erkrankungen) eingenommen, sollte der Arzt über die Einnahme pflanzlicher Beruhigungsmittel in Kenntnis gesetzt werden, um ungewollte Wechselwirkungen zu vermeiden. In diesem Zusammenhang sollte man beachten, dass pflanzliche Beruhigungsmittel in der Regel erst nach einer gewissen Zeit ihre Wirksamkeit entfalten.

Eine dauerhafte Nervosität kann nur erfolgreich therapiert werden, wenn die Ursachen und Auslöser möglichst nachhaltig beseitigt werden. Oftmals muss dazu die persönliche Lebenssituation überdacht werden.

Um die Stressfaktoren herauszufinden und die Lebenssituation so zu gestalten, dass auch Phasen der Entspannung und Erholung ein fester Lebensbestandteil werden, ist oftmals eine psychotherapeutische Behandlung hilfreich.

Auch Sport und Entspannungstechniken wie autogenes Training helfen beim Stressabbau. Eine ärztliche Behandlung ist anzuraten, wenn es mit diesen Methoden nicht gelingt die Nervosität abzubauen.



Vorbeugung

Vorbeugend gegen innere Unruhe (Nervosität) sollte versucht werden, eine ausgewogene Balance zwischen Stress- und Entspannungsphasen in der gesamten Lebensführung zu erreichen. Wer zum Beispiel beruflich unter sehr großer Anspannung steht und für einen entsprechenden Ausgleich in der Freizeit sorgt, kann Nervosität vermeiden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Kempes kommentierte am 05.03.2015 um 14:16 Uhr

Nach dem Sport (Laufen) kann ich nie einschlafen! Können da Tees Linderung verschaffen?