Augenzucken

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Februar 2017
Sie sind hier: Gesundpedia.deSymptome Augenzucken

Augenzucken ist weit verbreitet und in den meisten Fällen harmlos. Als mögliche Ursachen können Störungen im Mineralhaushalt (Magnesiummangel), Infektionen am Auge, neurologische Erkrankungen, Hirntumore aber auch Stress oder Ermüdung in Frage kommen. Dauern die Beschwerden über einen längeren Zeitraum unverändert an, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Augenzucken?

Unter Augenzucken versteht man ein unwillkürliches Zusammenpressen und Öffnen der Augenlider. Die Bewegung geschieht schnell, manchmal flatternd und aus keinem erkennbaren Anlass. Das Augenzucken kann längere Zeit bestehen oder sich nur auf ein Auge beschränken.

Es kann in bestimmten Situationen vorkommen oder ohne ersichtlichen Grund geschehen. Ob man das Augenzucken als Störfaktor empfindet oder nicht als störend wahrnimmt, ist unterschiedlich.

Anatomie der Augenmuskulatur. Nervenentladungen als mögliche Ursache für Augenzucken.

Ursachen

Die Ursachen von Augenzucken können vielfältig sein. Man vermutet, das unwillkürliche Nervenentladungen des Gesichtsnervs (Nervus facialis) am Lidheber und Augenringmuskel (Musculus orbicularis oculi) spontane Muskelzuckungen hervorrufen.

Die Ursachen von Zuckungen des Augenlids in diesem Bereich sind in den meisten Fällen harmlos und nervlich bedingt. Möglicherweise liegt eine Überlastungssituation oder Erschöpfung des Auges (Müdigkeit) vor.

Es kann sich aber auch um einen so genannten Tic handeln, bei dem das Augenzucken zur Manie wird. Hier sind neurologische oder psychische Probleme anzunehmen. Zudem können bestimmte Virusinfektionen der Auslöser für ein Augenzucken sein.

Wenn das Augenzucken über Jahre besteht, bei Stress oder Konfliktsituationen schlimmer wird und auch mit anderen psychischen Störungen einhergeht, ist eine psychotherapeutische Behandlung anzudenken.

In anderen Fällen wird das Augenzucken einem Magnesiummangel zugeschrieben und hat muskuläre Ursachen. Auch eine länger andauernde Übermüdungssituation kann gelegentlich zu Augenzucken führen. Beispielsweise kann ein Computerberuf, in dem man hochkonzentriert sein muss, solche Zuckungen hervorrufen.

Diagnose und Verlauf

Tritt das Augenzucken nur gelegentlich auf, ist keine ärztliche Diagnose nötig. Es handelt sich wahrscheinlich um eine nervöse Störung oder einen gereizten Augennerv, der sich eine Zeit lang bemerkbar macht.

Vielleicht ist es ein Signal, mehr zu entspannen, Augenübungen zu machen, sein Gesicht leicht zu massieren oder sich etwas weniger zu konzentrieren.

Besteht das Augenzucken aber über mehr als einige Wochen oder verschlimmert es sich, sollte man einen Arzt konsultieren. In Frage kommen Neurologen oder Augenärzte.

Ein minimales Augenzucken ist ganz normal und für unsere Sehfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Mediziner wissen, dass unwillkürliche Augenzuckungen wichtig sind, um Seheindrücke zu erfassen. Die hier gemeinten Augenzuckungen beschränken sich aber auf den Augapfel, nicht auf das Lid. Augenzucken am Lid wird als störend empfunden.

Dauert das Lidzucken über Tage an, verunsichert es Betroffene meist stark. Helfen auch Entspannung, Ruhe und Schlaf nicht, das Augenzucken zu beheben, sollte die Ursache abgeklärt werden. Der Verlauf kann dann möglicherweise beeinflusst werden. Eventuell weist das Augenzucken auf eine Erkrankung am Auge, im Gehirn oder an den Nerven hin.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: H55 Nystagmus und sonstige abnorme Augenbewegungen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Augenzucken muss ursachen- und symptomorientiert sein. Verbirgt sich hinter dem Augenzucken eine Nerven- oder Augenerkrankung, muss entsprechend behandelt werden.

Störungen im Wasser oder Mineralhaushalt kann man leicht therapieren, indem bei der Ernährung auf einen ausgewogene Zufuhr von Mineralstoffen achtet. Bei akuten Mangelerscheinungen kann die tägliche Zufuhr von Mineralpräparaten (z.B. Magnesium) die Beschwerden lindern.

Augenzucken ausgelöst durch Tics ist schwerer zu behandeln. Hier handelt sich um eine neurologische Grunderkrankung. Sie bedarf einer Entspannungs- oder Verhaltenstherapie.

Bei viralen oder bakteriellen Erkrankungen, Bindehautentzündungen oder Augenherpes werden häufig entzündungshemmende Medikamente (Antiphlogistika z.B. Augentropfen oder -salben) verschrieben.

Ein Augenzucken bedingt durch ein trockenes Auge kann leicht mit künstlichen Tränen (Augentropfen) und Luftbefeuchtung therapiert werden.

Stressbedingtem Augenzucken kann man gut mit Entspannungstherapien und Augenübungen begegnen. Bewegung, ausreichend Wasser und Vitalstoffe im Organismus und ausreichend Entspannung können Augenzucken entgegenwirken.

Gegebenenfalls ist eine Korrektionsbrille bei Fehlsichtigkeit notwendig, wenn das Augenzucken durch eine Fehlsichtigkeit oder eine Augenfehlstellung ausgelöst wird.



Prognose

Da Augenzucken im Regelfall stressbedingt ist, verschwindet das Phänomen auch mit entsprechender Ruhe und Entspannung des Patienten wieder. Die Prognose ist demnach günstig. Auf eine längere Behandlungsdauer müssen Betroffene sich einstellen, wenn dem Augenzucken eine Störung des Stoffwechsels oder ein Mangel an Vitaminen und Nährstoffen zugrunde liegt. Ein festgestellter Mangel an Magnesium und Kalium kann durch entsprechende Nahrungsergänzungspräparate grundsätzlich sehr gut substituiert werden.

Bis zum völligen Verschwinden der Symptome kann es aber dennoch eine Weile dauern. In sehr seltenen Fällen kann dem Augenzucken auch eine schwere Krankheit zugrunde liegen. Augenzucken, bedingt durch einen Tumor im Bereich des Gehirns, resultiert in solchen Fällen aus einer entsprechenden Nervschädigung bedingt durch den Tumor. Gerade wenn die Symptome schon sehr stark ausgeprägt und nicht mehr auf nur ein neurologisches Phänomen wie Augenzucken beschränkt sind, ist die Prognose ungünstig.

Der weitere Verlauf der Erkrankung hängt dann entscheidend von der Entfernung des Tumors ab. Auch wenn neurologisch schwerwiegende Ursachen eher selten dem Augenzucken zugrunde liegen, sollte ein Andauern der Symptomatik immer Anlass zu weiterer Diagnostik sein. Je früher tumoröde Veränderungen gefunden und behandelt werden, umso günstiger ist die individuelle Prognose.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Augenzucken ist bestenfalls durch ein ausgeglichenes Leben mit ausreichend Vitalstoffen und Trinkwasser möglich. Genügend Schlaf und Entspannung können als Vorbeugung gegen nervöses Augenzucken genannt werden. Bei Computerberufen ist es sinnvoll, die Augen einmal in der Stunde für ein paar Minuten auszuruhen. Entsprechende Betriebsvereinbarungen werden bisher zu selten abgeschlossen. Einem nervösen Tic kann man gleich zu Beginn seiner Entstehung am Besten nachspüren.

Bücher über Augenzucken

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wutta, H.P., Brucker, K.: Theorie und Praxis der Augen-Akupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Edvin kommentierte am 01.01.2015 um 13:07 Uhr

Ich habe täglich mit Augenzuckungen zu kämpfen. Wenn ich versuche ruhig zu bleiben und nicht zu zucken, empfinde ich einen Schmerz.