Hypokalzämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Hypokalzämie

Eine Hypokalzämie bezeichnet eine zu geringe Konzentration von Kalzium im Blut. Da Kalzium im Körper für eine Reihe von lebenswichtigen Funktionen verantwortlich ist, kann ein Mangel zu großen Schäden im Körper führen. Der Normbereich von Kalzium im Blut liegt bei Normbereich 2,2-2,65 mmol/l.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hypokalzämie?

Eine Hypokalzämie kann zu verschiedene Schäden unterschiedlichster Ausprägung im Körper führen. Kalzium ist essentiell wichtig für die Knochen und Muskeln im Körper, aber auch für die Nerven, das Gehirn und für das allgemeine Zellwachstum. Zu Anfang werden Betroffene von dem Kalziummangeln meist wenig bemerken, erst wenn die Hypokalzämie fortgeschritten ist zeigen sich deutliche Symptome. Besonders bei Kindern ist eine Hypokalzämie eine ernst zu nehmende Diagnose. Im Wachstum befindliche Menschen benötigen eine ausreichende Menge an Kalzium für ein gesundes Körperwachstum.

Ursachen von Hypokalzämie

Eine Hypokalzämie wird grundsätzlich durch einen Mangel an Kalzium ausgelöst. Wie es zu diesem Kalziummangel kommt, kann allerdings sehr unterschiedliche Ursachen haben. Die einfachste Ursache wäre eine mangelhafte Ernährung, durch die der Körper mit zu wenig Kalzium versorgt wird. Eine übermäßige Aufnahme von Phosphor lässt den Kalziumspiegel im Körper auch absinken und es kann eine Hypokalzämie entstehen.

Daneben wird eine Funktionsstörung der Nebenniere als mögliche Ursache vermutet, denn die Nebenniere ist für die Regulation von Kalzium im Körper verantwortlich. Auch die Leber kann für eine Hypokalzämie verantwortlich sein: wird zu wenig Albumin gebildet, kann ein Kalziummangel entstehen. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann ebenso für eine Hypokalzämie hervorrufen wie entzündliche Darmerkrankungen. Die Hypokalzämie ist zumeist eine Folgeerscheinung von anderen Krankheiten, kann jedoch auf eine mangelhafte Ernährung zurückzuführen sein.

Symptome und Verlauf von Hypokalzämie

Typische Symptome einer Hypokalzämie:

Die Symptome eine Hypokalzämie können, je nach Ausprägung des Kalziummangels, sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig zeigt sich eine Hypokalzämie durch unkontrollierbare Muskelzuckungen, Muskelkrämpfe mit Spasmen (Pfötchenstellung, Spitzfußstellung), nervöse Reflexreaktionen, ein Stechen in den Händen und Füßen, oder durch einen unregelmäßigen Herzschlag. Neben diese körperlichen Anzeichen können auch psychische Leiden durch eine Hypokalzämie auftreten. Dazu gehören Depressionen, Angstzustände und allgemeine Verstimmtheit.

Alle Symptome treten aber in der Regel erst auf, wenn die Hypokalzämie schon länger vorliegt. In den meisten Fällen wird der Mangel durch eine routinemäßige Blutuntersuchung beim Arzt entdeckt ohne dass der Patient bereits Einschränkungen oder Beschwerden erlitten hat. Akute Beschwerden die durch die Hypokalzämie ausgelöst werden, verschwinden in der Regel sehr schnell, sobald der Körper mit ausreichend Kalzium versorgt wird. Es ist allerdings nicht ausreichend dem Körper nur die benötigte Menge von Kalzium zu verabreichen, es muss die Ursache für diesen Mangel gefunden werden.

Diagnose von Hypokalzämie

Die Hypokalzämie zeigt sich in einer Ermittlung der Blutwerte. Zeigt das Blutbild Anzeichen für eine Hypokalzämie wird der Arzt weitere labormedizinische Untersuchungen anordnen um die Ursache zu finden. Dazu gehören spezifische Blutuntersuchungen um z.B. den Phosphor- und Magnesiumgehalt zu untersuchen. Auch durch eine Urinuntersuchung kann der Anteil an Phosphor im Körper nachgewiesen werden.

Um eine Nebennierenstörung auszuschließen, kann das Blut auch auf Nebenierenhormone kontrolliert werden. Die Funktion der Leber kann durch die Ermittlung von Albumin im Blut überprüft werden. Da es sehr wichtig ist, möglich Herzrhytmusstörungen zu erkennen, die durch eine Hypokalzämie ausgelöst werden können, wird der Arzt auch ein EKG anordnen.

Behandlung von Hypokalzämie

Die Behandlung einer Hypokalzämie erfolgt zunächst durch eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Kalzium. Um die benötigte Konzentration von Kalzium zu erreichen, werden in der Regel in akuten Fällen Infusionen verabreicht. Zur Langzeitbehandlung erfolgt die orale Einnahme von Kalzium. Zusätzlich erhalten betroffene häufig Vitamin D, denn in Kombination mit Vitamin D kann der Körper das Kalzium besser aufnehmen und verarbeiten.

Danach richtet sich die Therapie nach dem Auslöser für die Hypokalzämie. Ist die Ursache für die Hypokalzämie beseitigt, verschwinden auch die Symptome und der Körper hat wieder eine Kalziumversorgung, die sich im Normbereich befindet. Die Behandlung der ursächlichen Erkrankung ist also enorm wichtig. So ist es bei einer Bauchspeicheldrüsen- oder Darmentzündung unbedingt notwendig, diese Entzündung zu beseitigen. Ist eine Hypokalzämie ohne spürbare Symptome für den Patienten aufgetreten, gleicht sich der Mangel häufig von selbst wieder aus.

Ist ein Kind von einer Hypokalzämie betroffen, ist eine engmaschige Kontrolle des Zustandes angebracht. Je jünger der Patient ist, umso genauer sollten die Kontrollen erfolgen. Dabei wird vor allem auf den allgemeinen Gesundheitszustand geachtet. Eine Hypokalzämie sollte allerdings in keinem Alter auf die leichte Schulte genommen werden, weil sie ernsthafte Folgeerkrankungen bedingen kann.

Rezeptfreie Medikamente gegen Kalziummangel


Vorbeugung von Hypokalzämie

Um einer Hypokalzämie vorzubeugen ist vor allem ein gesunder Lebensstil wichtig. Dazu gehört eine gesunde und ausgewogene Ernährung, um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Milchprodukte und Brokkoli gehören zu den Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Kalzium.

Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium regulieren zusätzlich die Versorgung, es ist jedoch immer besser, die vom Körper benötigten Stoffe auf natürliche Weise zuzuführen.

Bücher zum Thema Kalziummangel und Mineralstoffmangel

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hypokalzämie?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?